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Ein Volksfeind Gesellschaftskritisches Drama mit Biografie des Autors von Ibsen, Henrik (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.02.2016
  • Verlag: e-artnow
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Ein Volksfeind

Dieses eBook: 'Ein Volksfeind' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Ein Volksfeind ist ein gesellschaftskritisches Drama des norwegischen Schriftstellers Henrik Ibsen aus dem Jahr 1882. Leitmotive sind Wahrheit und Freiheit sowie Mehrheit und Recht. Besonders beanstandet Ibsen die öffentliche Meinung, die oft als Wahrheit akzeptiert werde. Er schrieb Ein Volksfeind als Antwort auf die Kritik an seinen Dramen Nora oder Ein Puppenheim und Gespenster. Beide wurden zu seiner Zeit als skandalös betrachtet, da sich Ibsen gegen die herrschenden Konventionen wandte. Ibsens letztes Gesellschaftsdrama Ein Volksfeind hatte, wie von ihm erwartet, trotz des brisanten Themas beim Publikum und der Theaterkritik Erfolg und wird auch heute noch häufig aufgeführt und als Schullektüre eingesetzt. Henrik Ibsen (1828-1906) war ein norwegischer Dramatiker und Lyriker, der gegen die Moral und 'Lebenslüge' seiner Zeit zu Felde zog und im 'Kampf der Geschlechter' im Gegensatz zu August Strindberg den Standpunkt der Frau vertrat. Seine bürgerlichen Dramen zeigten ethischen Ernst und großes psychologisches Einfühlungsvermögen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 14.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026850281
    Verlag: e-artnow
    Größe: 643 kBytes
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Ein Volksfeind

Zweiter Akt

Inhaltsverzeichnis
Wohnzimmer des Doktors.

Die Tür zum Speisezimmer ist zu. Vormittag.

Frau Stockmann kommt, einen versiegelten Brief in der Hand, aus dem Speisezimmer, geht rechts durch die vorderste Tür und guckt hinein . Bist Du da, Thomas?

Stockmann drinnen . Ja, ich bin eben gekommen. Tritt ein. Was ist?

Frau Stockmann. Ein Brief von Deinem Bruder. Reicht ihm den Brief.

Stockmann. Aha, laß sehen. Öffnet ihn und liest: "Das übersandte Manuskript folgt anbei zurück -" Liest murmelnd weiter. Hm -

Frau Stockmann. Was sagt er denn?

Stockmann steckt das Papier in die Tasche . Nichts, er schreibt nur, daß er gegen Mittag selber mit herankommen wird.

Frau Stockmann. Dann vergiß ja nicht, zu Hause zu bleiben.

Stockmann. Es paßt gut; denn mit meinen Morgenbesuchen bin ich fertig.

Frau Stockmann. Ich bin riesig neugierig, wie er die Sache aufnimmt.

Stockmann. Du sollst sehen, es wird ihm nicht recht sein, daß ich diese Entdeckung gemacht habe, und nicht er selbst.

Frau Stockmann. Das fürchtest Du also auch?

Stockmann. Na, im Grunde wird es ihn ja freuen, weißt Du. Trotzdem aber -; Peter hat eine Heidenangst, es könnten noch andere Leute etwas für das Wohl der Stadt tun.

Frau Stockmann. Weißt Du was, Thomas, Du solltest nett sein und die Ehre mit ihm teilen. Könnte es nicht heißen, er habe Dich auf die Spur gebracht -?

Stockmann. Na meinetwegen schon. Wenn ich die Sache nur ins Lot bringe, so -

Morten Kiil steckt den Kopf durch die Tür des Vorzimmers, sieht sich forschend um, lacht in sich hinein und fragt pfiffig : Ist's - ist's wahr?

Frau Stockmann ihm entgegen . Vater, - Du bist es?

Stockmann. Seh' einer an, Schwiegervater! Guten Morgen, guten Morgen!

Frau Stockmann. Aber so komm doch herein.

Kiil. Ja, bloß wenn es wahr ist, sonst gehe ich wieder.

Stockmann. Was soll denn wahr sein?

Kiil. Der Blödsinn mit dem Wasserwerk. Ist das wahr?

Stockmann. Ei natürlich. Aber wie haben Sie denn das erfahren ?

Kiil tritt ein . Petra war auf einen Sprung da, als sie zur Schule ging -

Stockmann. So, wirklich?

Kiil. Ja, haha, und da hat sie denn erzählt -. Ich dachte, sie wollte mich bloß zum Narren haben, obgleich das Petra auch wieder nicht ähnlich sieht.

Stockmann. Nein, wie konnten Sie nur so etwas denken!

Kiil. Ach, man soll keinem trauen; ehe man sich dessen versieht, ist man hinters Licht geführt. Es ist also doch wahr?

Stockmann. Ganz gewiß doch. Aber so setzen Sie sich doch, Schwiegervater. Nötigt ihn aufs Sofa. Und ist es nicht ein wahres Glück für die Stadt -?

Kiil kämpft mit dem Lachen . Glück für die Stadt?

Stockmann. Daß ich diese Entdeckung noch beizeiten gemacht habe -

Kiil wie vorher . Ja, ja, ja! - Aber nie und nimmer hätte ich geglaubt, daß Sie Ihren leiblichen Bruder hineinlegen würden.

Stockmann. Hineinlegen -!

Frau Stockmann. Aber lieber Vater -

Kiil stützt Hände und Kinn auf die Stockkrücke und zwinkert dem Doktor listig zu. Wie war das doch? Es sollten ja wohl Tiere in die Wasserröhren hineingekommen sein?

Stockmann. Jawohl, Infusionstierchen.

Kiil. Und es sollten ja viele solche Tiere hineingekommen sein, sagt Petra. Eine ganz riesige Masse.

Stockmann. Freilich, es können wohl an die hundert-, hunderttausende sein.

Kiil. Aber kein Mensch kann sie sehen, - was?

Stockmann. Nein, sehen kann man sie nicht.

Kiil mit leisem, glucksendem Lachen . Hol' mich der Teufel, dies ist das Großartigste, was ich noch von Ihnen gehört habe.

Stockmann. Wie denn?

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