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Es war, als hätt' der Himmel die Erde still geküsst Gedichte von Eichendorff, Joseph Freiherr von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.08.2014
  • Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
eBook (ePUB)
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Es war, als hätt' der Himmel die Erde still geküsst

Eichendorffs Lieder wurden häufig als Wanderburschenlieder, als reine Natur- und Stimmungsbilder missverstanden. Doch den Bildern von Wald und Heimat, Dämmerung und Nacht, Gärten und Bäumen, rauschenden Wassern und Quellen kommt eine tiefere Bedeutung zu; hinter den formelhaften Wendungen dieser Lyrik verbirgt sich eine komplexe Symbolik. Eichendorff hat die verwirrende Welt des Traums und der Realität, einer oft als chaotisch empfundenen Wirklichkeit, nicht nur evoziert, er hat sie auch zu bannen versucht, hat sie mit den Mitteln der poetischen Sprache einer göttlichen Macht unterstellt, der seine Dichtung Ausdruck verleihen soll. Joseph von Eichendorf (1788 - 1857) zählt zu den bedeutendsten Dichtern der deutschen Romantik, und seine Gedichte gehören ebenso wie seine Novellen (Aus dem Leben eines Taugenichts) zum unverliebaren Bestand deutscher Literatur. Er studierte Rechtswissenschaft und Philosophie in Halle, Heidelberg und Berlin, lernte Achim von Arnim, Clemens Brentano und Friedrich Schlegel kennen, hörte Vorlesungen bei Schleiermacher und Fichte. Von 1813 bis 1815 nahm er an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil. Danach trat er in den Staatsdienst ein, aus dem er 1844 entlassen wurde. Nach Aufenthalten in Danzig, Wien, Berlin und Dresden zog er sich 1855 in das schlesische Neiße zurück.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 20.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843804639
    Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
    Größe: 912 kBytes
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Es war, als hätt' der Himmel die Erde still geküsst

ES GEHT WOHL ANDERS,
ALS DU MEINST

Gedankensplitter
WÜNSCHELRUTE

Schläft ein Lied in allen Dingen,

Die da träumen fort und fort,

Und die Welt hebt an zu singen,

Triffst du nur das Zauberwort.
Der Liebende steht träge auf

Der Liebende steht träge auf,

Zieht ein Herrjemine-Gesicht

Und wünscht, er wäre tot.

Der Morgen tut sich prächtig auf,

So silbern geht der Ströme Lauf,

Die Vöglein schwingen hell sich auf:

"Bad, Menschlein, dich im Morgenrot,

Dein Sorgen ist ein Wicht!"
AN ...

Wie nach festen Felsenwänden

Muß ich in der Einsamkeit

Stets auf dich die Blicke wenden.

Alle, die in guter Zeit

Bei mir waren, sah ich scheiden

Mit des falschen Glückes Schaum,

Du bliebst schweigend mir im Leiden,

Wie ein treuer Tannenbaum,

Ob die Felder lustig blüh'n,

Ob der Winter zieht heran,

Immer finster, immer grün -

Reich' die Hand mir, wackrer Mann.
SYMMETRIE

1810

O Gegenwart, wie bist du schnelle,

Zukunft, wie bist du morgenhelle,

Vergangenheit so abendrot!

Das Abendrot soll ewig stehen,

Die Morgenhelle frisch drein wehen,

So ist die Gegenwart nicht tot.
Der Tor

Der Tor, der lahmt auf einem Bein,

Das ist gar nicht zu leiden,

Schlagt ihm das andre Bein entzwei,

So hinkt er doch auf beiden!
LEBEN UND SINGEN

Wohl vor lauter Sinnen, Singen

Kommen wir nicht recht zum Leben;

Wieder ohne rechtes Leben

Muß zu Ende geh'n das Singen;

Ging zu Ende dann das Singen:

Mögen wir auch nicht länger leben.
INTERMEZZO

Wie so leichte läßt sich's leben!

Blond und rot und etwas feist,

Tue wie die andern eben,

Daß Dich jeder Bruder heißt,

Speise, was die Zeiten geben,

Bis die Zeit auch Dich verspeist!
Im beschränkten Kreis

Im beschränkten Kreis der Hügel,

Auf des stillen Weihers Spiegel

Scheue, fromme Silberschwäne -

Fassend in des Rosses Mähne

Mit dem Liebsten kühn im Bügel -

Blöde Bande - mut'ge Flügel

Sind getrennter Lieb' Gedanken!
Hinaus, o Mensch

"Hinaus, o Mensch, weit in die Welt,

Bangt dir das Herz in krankem Mut!

Nichts ist so trüb in Nacht gestellt,

Der Morgen leicht macht's wieder gut."
DIE SCHÄRPE

Mein Schatz, das ist ein kluges Kind,

Die spricht: "Willst du nicht fechten:

Wir zwei geschiedne Leute sind;

Erschlagen dich die Schlechten,

Auch keins von beiden dran gewinnt."

Mein Schatz, das ist ein kluges Kind,

Für die will ich leben/em

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