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Generation Doof Wie blöd sind wir eigentlich? von Bonner, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.11.2010
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Generation Doof

Niklas glaubt, der Dreisatz wäre eine olympische Disziplin. Latoya kennt drei skandinavische Länder: Schweden, Holland und Nordpol. Und Tamara-Michelle hält den Bundestag für einen Feiertag. Einzelfälle? Mitnichten. Eine ganze Generation scheint zu verblöden. Der Staatsanwalt von nebenan erzieht seine Kinder mit der Spielkonsole. Germanistikstudenten sind der deutschen Sprache nicht mehr mächtig. Eine Karriere als Popstar erscheint dem Bäckerlehrling verlockender als eine solide Ausbildung. Dieses Buch geht der Frage auf den Grund, wie es wirklich um die Mütter, Väter und Bundeskanzler von morgen steht. Geschrieben haben es zwei Autoren, die mit der Generation Doof per Du sind. Denn es ist ihre eigene.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 355
    Erscheinungsdatum: 13.11.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838706177
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 2010 kBytes
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Generation Doof

KAPITEL 5 (S. 215-216)

Liebe – Für die einen ist es Sex, für die anderenist es das längste Kuscheln der Welt

"Liebe ist ein Wort. Elefantenscheiße auch."

Graffito Es steht außer Frage: Ohne Liebe und Sexualität wäre unser Planet ein besserer Ort. Der Anblick von Partnerlook bliebe uns erspart, Eifersucht wäre nicht mehr eines der beliebtesten Mordmotive, Kollegen bräuchten sich nicht mehr in Abstellkammern zu treffen, und die Helden in Actionfilmen müssten nicht dauernd ihrer entführten Geliebten nachjagen, die sich die Stimmbänder aus dem Hals kreischt. Wenn es keine Liebe gäbe, hätte man endlich mehr Zeit für den Weltfrieden und die Auswahl der günstigsten Telefontarife, und niemand müsste sich jemals wieder in das enge Zwangskorsett einer Zweierbeziehung mit lauter faulen Kompromissen zwängen.

Doch der Planet muss in Bewegung bleiben: Ohne Liebe und vor allem ohne Sex wäre es aus mit der Fortpflanzung – diesem Dilemma kann auch die Generation Doof nicht entkommen. Vor die Vermehrung hat der liebe Gott nun mal die Partnerbeziehung gestellt, wenn sie auch mitunter von äußerst kurzer Dauer sein mag. Wie der Rest der Erdbevölkerung verfährt auch die Generation Doof: Wir sind auf der Suche nach dem Menschen, der uns so liebt, wie wir sind.

Die Voraussetzung ist nur, dass dieser Mensch in Liebesbeziehungen entweder den gleichen Dilettantismus an den Tag legt wie wir, oder, noch viel besser, überhaupt nicht bemerkt, wie dämlich wir uns in Sachen Partnerschaft anstellen. Denn mit der Liebe hält es die Generation Doof wie mit allen anderen Lebensbereichen. Wir reduzieren sie auf das Wesentliche: Nur so viel Bildung wie gerade nötig, um zu wissen, dass Minestrone kein italienischer Minister, sondern eine Gemüsesuppe ist; Erziehung, bei der man die Kinder vor dem Fernseher parkt, weil man es möglichst ruhig haben will; und Unterhaltung, die unsere Gehirnzellen lahmlegt, damit wir abschalten können. Warum sollten wir uns in Herzensdingen mehr Mühe geben?

Die Liebe ist für uns eine Insel, auf die wir uns vom Alltag aus gesehen zurückziehen können, oder eine Möglichkeit, körperliche Grundbedürfnisse auszuleben. Kurz: Entweder wir kuscheln, bis der Arzt kommt, oder wir geben beim Vögeln Gummi, ohne darauf zu achten, mit wem wir das tun."

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