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Hoffen Eine Anleitung zur Zuversicht von Klette, Kathrin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2016
  • Verlag: Ch. Links Verlag
eBook (ePUB)
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Hoffen

Wir haben verlernt zu hoffen. In einer Welt der Unsicherheit, der Ängste und der steigenden Anforderungen erscheint uns das Vertrauen auf Später riskant. Dabei beeinflusst das Hoffen nicht nur die Zukunft, sondern auch die Art und Weise, wie wir die Gegenwart erleben. Wenn wir hoffen, glauben wir, dass etwas Positives wahr werden kann. Das Festhalten daran verleiht uns Kraft, macht uns Mut, treibt uns an: Wir hoffen auf eine neue Liebe, auf eine neue Stelle, auf ein gesundes Kind, auf die Heilung einer Krankheit, auf eine neue Heimat. Wie kräftig und existenziell dieses Gefühl ist, weiß jeder, der seine Abwesenheit schon gespürt hat - die Hoffnungslosigkeit, diesen Zustand der Resignation und der Verzweiflung. Wer dem Hoffen Raum gibt, findet Zuversicht. Kathrin Klette schenkt uns mit diesem vielstimmigen Buch die anregende Wiederentdeckung eines unterschätzten Gefühls.

Jahrgang 1978, Studium der Kunstgeschichte, Neueren deutschen Literatur und Neueren Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Ludwig-Maximilians-Universität München, 2010 bis 2012 Volontariat an der Evangelischen Journalistenschule in Berlin, Stationen u. a. bei Frankfurter Allgemeinen Zeitung, rbb Kulturradio, Spiegel und ZDF (New York), seit Juli 2013 Redakteurin bei der Neuen Zürcher Zeitung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 220
    Erscheinungsdatum: 01.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862843305
    Verlag: Ch. Links Verlag
    Größe: 961kBytes
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Hoffen

Warum sich das Hoffen lohnt

Auf den ersten Blick ist die Hoffnung ein unscheinbares Gefühl. Wer hofft, glaubt, dass etwas Schönes, das er sich sehr wünscht, in Erfüllung gehen kann, auch wenn dies nicht gewiss ist. Wir hoffen auf eine neue Liebe, auf ein gesundes Kind, auf ein langes Leben oder ein neues Zuhause. Wie kräftig und existenziell dieses Gefühl ist, weiß jeder, der schon einmal dessen Abwesenheit gespürt hat: die Hoffnungslosigkeit, diesen Zustand der Ausweglosigkeit, Resignation und Verzweiflung, der den Kern eines Menschen erschüttert. Wir spüren sie, wenn unsere Eltern sterben, der Partner oder gar das Kind, wenn wir verlassen werden, lebensbedrohlich erkranken oder unsere Arbeit verlieren. Es sind Momente der Einsamkeit, der Hilflosigkeit, weil nichts mehr da zu sein scheint, das unserem Leben noch Sinn geben könnte. Dabei heißt es "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sogar in schlimmsten Situationen kann es also Hoffnung geben, und tatsächlich: Ist sie erst einmal abhandengekommen, fehlen auch Kraft und Lebensmut. Hoffnungslosigkeit ist ein vernichtender Zustand, eine Absage an die Zukunft, an die Aussicht auf Veränderung.

Wie anders fühlt es sich dagegen an, wenn wir wissen: Es gibt Hoffnung. Auf Hebräisch lautet das Wort für Hoffnung "Tikwa", das sich in seinem Wortstamm aus "Seil", "zusammenbinden" und "angespannt warten" ableitet. Wer hofft, muss also geduldig sein, zugleich erscheint das Erwünschte aber so nah und konkret, dass man sich daran festhalten kann. Wer Hoffnung spürt, fühlt sich belebt und erfüllt. Das Vertrauen in die Zuversicht treibt uns an und gibt Kraft. Dabei kann sich Hoffnung auf so viel mehr richten als nur auf den nächsten Schritt im Leben. Man kann auf neue Erfahrungen oder Erlebnisse hoffen, ja selbst auf ein Jenseits. "Yes, we can" - "Ja, wir schaffen das": So lautete der Wahlkampf-Slogan, mit dem Barack Obama, der damalige Senator von Illinois, 2008 in das Rennen um die amerikanische Präsidentschaft zog und Millionen von Amerikanern Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit machte. Kultstatus erreichte ein Poster mit einem Porträt Obamas, auf dem nur ein Wort stand: "Hope".

Aber Hoffnung ist auch ein Gefühl, ein Zustand. Sie erzählt viel darüber, wie wir auf die Welt blicken und welche Wünsche wir an das Leben haben. Was ist uns wichtig? Hoffnung ist unsere Brücke in die Zukunft, mit ihr öffnen wir uns dem Leben selbst. Nach einer langen Zeit der Hoffnungslosigkeit fällt es oft schwer, überhaupt wieder erste Hoffnungsmomente zuzulassen. Das Hoffen muss erst langsam wieder erlernt, erobert werden.

Wie wichtig die Hoffnung für das Überleben ist, hat ein Wissenschaftler anhand eines Tierversuchs beschrieben. In den 1950er Jahren führte der amerikanische Psychologe und Verhaltensforscher Curt P. Richter eine Reihe von Experimenten durch, mit denen er herausfinden wollte, wie domestizierte und wilde Ratten auf Stress reagieren. Wilde Ratten seien von Natur aus aggressiv, schrieb Richter in seinem späteren Bericht, misstrauisch und bereit, mit aller Kraft jede sich bietende Fluchtmöglichkeit zu nutzen. Als Richter einige dieser Ratten ins Wasser setzte, ertranken jedoch alle innerhalb von 15 Minuten. Für die Tiere gab es in dieser Umgebung kein Entkommen. Die Ratten, vermutete Richter, empfanden ihre Lage als so hoffnungslos, dass sie sofort aufgaben. Rettete er die Ratten nach einigen Minuten im Wasser und ließ sie sich kurz ausruhen, ehe er sie erneut in den Tank gab, konnten sie sich nun deutlich länger über Wasser halten: bis zu drei Tage. Richter schloss daraus, dass Hoffnung die Tiere antrieb. Hoffnung zu haben, kann also Leben retten. 1
Hoffnung als Übel und Gut

Dennoch hat die Hoffnung bisweilen einen schlechten Ruf. Friedrich Nietzsche sagte über sie: "[S]ie ist in Wahrheit das übelste der Uebel, weil sie die Qual der M

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