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Im Visier der Grafen von Mansfeld von Börner, Egon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.09.2016
  • Verlag: united p.c.
eBook (ePUB)
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Im Visier der Grafen von Mansfeld

Ohne Rücksicht auf den Standesunterschied beteuern im Frühsommer des Jahres 1518 zwei junge Menschen einander ihre Liebe. Während sich Jobst von Mansfeld als Freund und glühender Verehrer Martin Luthers der reformatorischen Bewegung anschließt und als Bevollmächtigter der sächsischen Kurfürsten in einen Sog aus Intrigen und Machtkämpfen gerät, muss Liesel im Kloster Nimbschen Zuflucht suchen, um den Nachstellungen und Rachegelüsten von Graf Hoyer zu entgehen. Wird die Liebe der Trennung standhalten und in einer Welt aus Aberglauben, Naturkatastrophen, schrecklichen Krankheiten und blutigen Kriegen bestehen können?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 02.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783710329210
    Verlag: united p.c.
    Größe: 462 kBytes
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Im Visier der Grafen von Mansfeld

Kapitel Eins

Begegnungen

Der Schuhmacher Laurentius Phriem aus Braunlage zog guten Mutes durch die dichten Wälder des Südharzes. Um die Mittagszeit des zweiten Tages seiner Reise hatte er selbige hinter sich gelassen und gönnte sich und den beiden Eseltieren, die seine Habseligkeiten trugen, eine Pause. Beeindruckt schaute er auf das Panorama, das sich seinen Augen bot. Gleißendes Licht der Sonne lag auf den Dächern und Türmen der Stadt Thal- Mansfeld. Die monumentalen Mauern der Stammschlösser der Grafen von Mansfeld erschienen ihm als ein farbloses Ungetüm.

In der Ebene um die Stadt herum fanden sich, wie von der Faust eines Riesen verstreut, Halden von Gestein. Die verrieten dem Kenner den Standort von Schachtanlagen, aus denen Kupferschiefer zutage gefördert wird. Am Horizont waren Laub-und Mischwälder zu erkennen. Auf Ackerstreifen zwischen den Gesteinshalden verrichteten Bauern ihre Arbeit.

Während sich der Schuhmacher beeindruckt dem Anblick der Landschaft überließ, kreiste über ihm ein Schreiadler. Majestätisch schraubte der sich immer kleiner werdend der Sonne entgegen, um sich dann, die Strömung nutzend, wieder herab zu lassen, schwebend das unter ihm liegende Gelände beäugend. Schuster Phriems Gedanken flogen wie der Adler. Nicht nur Bergknappen aus vielen Teilen des Reiches begaben sich Anfang des 16. Jahrhunderts in die Grafschaft Mansfeld. Auch manchen Händler und Handwerker drängte es in die prosperierende Region, in der sich fast alles um den Kupferschiefer drehte. Wohlstand und berufliches Fortkommen schienen ein Leichtes zu sein. Dem Drang, ins Mansfeldische zu gehen, konnte auch Phriem nicht widerstehen. Gerne nahm er die Möglichkeit wahr, in der Stadt Eisleben eine Werkstatt zu betreiben. Sein Tippelbruder, der Müller Bartel, der schon vor Jahren in der Nähe von Tannenrode eine Mühle pachtete, ermunterte ihn, den Neuanfang zu wagen.

Der Schuster schritt, mit diesen Gedanken befasst, zügig aus und trieb die Eseltiere zu einer schnelleren Gangart an. Im Schatten eines uralten Apfelbaumes, der am Wegesrand stand, ruhte ein Augustinermönch.

Er war angetan mit der Ordenstracht, die aus einem schwarzen Habit, einem Ledergürtel und einer schwarzen Kapuze bestand. "Gut, dass ich Euch treffe, frommer Mann. Ihr könnt mir bestimmt sagen, wie ich, an der Stadt Thal- Mansfeld vorbei, schnellstmöglich nach Tannenrode gelangen kann?" Umständlich versuchte der Mönch, den Weg zu beschreiben.

"Ihr müsst Euch in der Nähe von Leimbach ins Tal der Wipper begeben und von dort dem Kreuzbach, der in südöstlicher Richtung zu seiner Quelle verläuft, folgen. Dann erreicht Ihr nach etwa drei bis vier Meilen den Ort."

Schuster Phriem versuchte, sich die beschriebene Wegstrecke zu merken. Sein Gesicht war gerötet vor Eifer.

"Danke für die Wegbeschreibung. Ich beneide Euch um das Bündel Bücher, welches Ihr bei Euch habt. Statt des Geschwätzes der Menschen scheint Ihr Euch an der Tiefe geschriebener Worte zu erfreuen."

"In der Tat! Ihr habt, wenn überhaupt, aus dem Becher der Erkenntnis sicher nur gekostet. Wer ihn leert, der schmeckt auch den Bodensatz. Will sagen: Die Bücher sind nicht das Leben. Dichtung und Muße, wie viele interessante und lehrreiche Stunden sie auch schaffen mögen, sie schaffen nicht das Glück."

"Dem kann ich unwidersprochen zustimmen. Das Glück ist der Frieden, und der Frieden ist nur da, wo Gleichklang ist, Gelassenheit, Zuversicht."

"In meiner Einsamkeit nur unserem Herrn und Schöpfer verpflichtet, erfahre ich Widerspruch und Gleichgültigkeit. Was den Gläubigen Freiheit dünkt, sind Abhängigkeit und Amputation fortschrittlicher Ideen."

"Ihr seid, ich wiederhole mich, auch zu beneiden angesichts Eurer Klugheit."

"Beneidet mich nicht, guter Mann.

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