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Kunst Schauspiel von Reza, Yasmina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.03.2018
  • Verlag: Carl Hanser Verlag München
eBook (ePUB)
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Kunst

Yasmina Reza ist die meistgespielte zeitgenössische Theaterautorin, 'die so leichte Komödien schreibt, dass man gar nicht merkt, wie schwer sie sind' (Gerhard Stadelmaier). Mit Kunst, 1994 in Paris uraufgeführt, ausgezeichnet u.a. mit dem Prix Molière und dem Tony Award, wurde sie international berühmt. Eine langjährige Männerfreundschaft schlägt plötzlich in Hass um. Was ist passiert? Serge hat für 200.000 Franc ein weißes Bild mit weißen Streifen gekauft, moderne Kunst - was Marc nicht versteht. Yvan versucht zu vermitteln. Ein Drama unter Männern, bitterböse und abgrundtief komisch, gesehen aus der Perspektive einer klugen Frau. Yasmina Reza, 1957 geboren, ist Schriftstellerin, Regisseurin und Schauspielerin und die meistgespielte zeitgenössische Theaterautorin. Bei Hanser erschienen Eine Verzweiflung (Roman, 2001), Adam Haberberg (Roman, 2005), Im Schlitten Arthur Schopenhauers (Ein Theaterstück, 2006), Frühmorgens, abends oder nachts (2008) über Nicolas Sarkozy, Nirgendwo (2012), Glücklich die Glücklichen (Roman, 2014) und der Roman Babylon (2017), für den sie mit dem Prix Renaudot 2016 ausgezeichnet wurde; außerdem Kunst (Schauspiel, 2018) und Der Gott des Gemetzels (Schauspiel, 2018). DasTheaterstück Der Gott des Gemetzels wurde 2011 sehr erfolgreich von Roman Polanski verfilmt, hochkarätig besetzt mit Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 80
    Erscheinungsdatum: 12.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783446259751
    Verlag: Carl Hanser Verlag München
    Originaltitel: Art
    Größe: 1516 kBytes
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Kunst

Kunst

Personen:

MARC

SERGE

YVAN

Das Wohnzimmer einer Wohnung. Ein einziges Bühnenbild. So schlicht und neutral wie möglich. Die einzelnen Szenen spielen nacheinander bei Serge, Yvan und Marc. Der Dekor bleibt unverändert, außer dem ausgestellten Bild.

Marc, allein.

MARC: Mein Freund Serge hat sich ein Bild gekauft. Ein Ölgemälde von etwa ein Meter sechzig auf ein Meter zwanzig, ganz in Weiß. Der Untergrund ist weiß, und wenn man die Augen zusammenkneift, kann man feine weiße Querstreifen erkennen.
Mein Freund Serge ist ein langjähriger Freund. Er ist jemand, der Erfolg gehabt hat, er ist Dermatologe, und er liebt die Kunst. Am Montag bin ich bei ihm gewesen, um mir das Bild anzuschauen, das Serge am Samstag gekauft hat, mit dem er aber schon seit Monaten liebäugelte.
Ein weißes Bild, mit weißen Streifen.

Bei Serge.

Auf dem Boden steht ein weißes Ölgemälde mit feinen weißen Querstreifen. Serge betrachtet vergnügt sein Bild. Marc betrachtet das Bild. Serge betrachtet Marc, der das Bild betrachtet. Eine lange Zeit, in der alle Gefühle wortlos zum Ausdruck kommen.

MARC: Teuer?

SERGE: Zweihunderttausend.

MARC: Zweihunderttausend? ...

SERGE: Handtington nimmt es für zweihundertzwanzig zurück.

MARC: Wer ist das?

SERGE: Handtington?!

MARC: Kenn ich nicht.

SERGE: Handtington! Die Galerie Handtington!

MARC: Die Galerie Handtington nimmt es für zweihundertzwanzig zurück?

SERGE: Nein, nicht die Galerie. Er. Handtington selbst. Für sich.

MARC: Und warum hat Handtington es nicht gleich gekauft?

SERGE: Weil die Kunsthändler daran interessiert sind, an Privatleute zu verkaufen. Der Markt muss in Bewegung bleiben.

MARC: Jaaa ...

SERGE: Na?

MARC: ...

SERGE: Du stehst dort nicht richtig. Betrachte es von hier aus. Siehst du die Linien?

MARC: Wie heißt der ...?

SERGE: Maler? Antrios.

MARC: Bekannt?

SERGE: Sehr. Sehr!

Pause.

MARC: Serge, du hast doch für dieses Bild keine zweihunderttausend Franc bezahlt?

SERGE: Aber Junge, das ist der Preis. Es ist ein ANTRIOS!

MARC: Du hast keine zweihunderttausend Franc für dieses Bild bezahlt!

SERGE: Ich war sicher, dass du nicht begreifen würdest.

MARC: Hast du für diese Scheiße wirklich zweihunderttausend Franc bezahlt?!

Serge, allein.

SERGE: Mein Freund Marc, ein intelligenter Junge, den ich seit langem schätze, gute Position, Ingenieur in der Aeronautik, gehört zu diesen neuen Intellektuellen, die sich nicht allein damit begnügen, Feinde der Moderne zu sein, sondern die sich unbegreiflicherweise auch noch etwas darauf einbilden. Man findet bei den Anhängern der guten alten Zeit seit kurzem eine wirklich verblüffende Arroganz.

Dieselben. Selber Ort. Selbes Bild.

SERGE: (nach einiger Zeit) Wie kannst du sagen "diese Scheiße"?

MARC: Serge, ein wenig Humor! Lach! ... Lach schon, alter Junge, ich finde es einfach großartig, dass du dieses Bild gekauft hast!

Marc lacht. Serge steht da wie versteinert.

SERGE: Dass du diesen Kauf großartig findest, wunderbar, dass du darüber lachen musst, schön, aber ich möchte wissen, was du mit "diese Scheiße" meinst.

MARC: Du machst dich wohl über mich lustig!

SERGE: Ke

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