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Man liebt nur, was einen in Freiheit setzt! von Schiller, Friedrich von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.08.2013
  • Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
eBook (ePUB)
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Man liebt nur, was einen in Freiheit setzt!

'Daran erkenn ich meine Pappenheimer', 'Der kluge Mann baut vor' oder 'Drum prüfe, wer sich ewig bindet' - ein rhetorisches Genie wie Schiller erkennt man vor allem daran, dass Verse und Passagen seiner Werke zu geflügelten Worten und zum festen Bestandteil unseres Sprachschatzes geworden sind. Der jungverstorbene Dichter betrachtet Literatur als Sprachrohr: In Form von Essays, Balladen, Dramen und Theaterstücken versucht Schiller scheinbar Gegensätzliches wie Verstand und Gefühl, Humanität und Aufklärung und das Ideal politischer Freiheit mit der Möglichkeit ihrer konkreten Realisierung zu verbinden. JOHANN CHRISTOPH FRIEDRICH SCHILLER wurde 1759 in Marbach am Neckar geboren und studierte zunächst Jura, dann Medizin und lehrte in Jena, Bereits mit 13 Jahren tätigte er seine ersten literarischen Versuche. Zeitlebens plagten ihn immer wieder gesundheitliche und finanzielle Sorgen. Er beschäftigte sich intensiv mit der Literatur Shakespeares, Voltaires, Rousseaus, machte Bekanntschaft mit Fichte, Hölderlin, Humboldt und pflegte eine intensive Freundschaft mit Goethe. Als hervorragender Kenner der griechischen Mythologie und der europäischen Geschichte bestimmt er zusammen mit Goethe, Wieland und Herder den Stil der Weimarer Klassik. Er starb 1805 in Weimar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 20.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843804141
    Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
    Größe: 930 kBytes
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Man liebt nur, was einen in Freiheit setzt!

IRREND SUCHTE MEIN
BLICK UMHER

An die Parzen

Nicht ins Gewühl der rauschenden Redouten

Wo Stutzerwitz sich wunderherrlich spreißt

Und leichter als das Netz der fliegenden Bajouten

Die Tugend junger Schönen reißt; –

Nicht vor die schmeichlerische Toilette,

Wovor die Eitelkeit, als ihrem Götzen, kniet,

Und oft in wärmere Gebete

Als zu dem Himmel selbst entglüht;

Nicht hinter der Gardinen listgen Schleier,

Wo heuchlerische Nacht das Aug der Welt betrügt

Und Herzen, kalt im Sonnenfeuer,

In glühende Begierden wiegt,

Wo wir die Weisheit schamrot überraschen,

Die kühnlich Phöbus' Strahlen trinkt,

Wo Männer gleich den Knaben diebisch naschen,

Und Plato von den Sphären sinkt –

Zu dir – zu dir, du einsames Geschwister,

Euch Töchtern des Geschickes, flieht

Bei meiner Laute leiserem Geflister

Schwermütig süß mein Minnelied.

Ihr einzigen, für die noch kein Sonett gegirret,

Um deren Geld kein Wucherer noch warb,

Kein Stutzer noch Klag-Arien geschwirret,

Kein Schäfer noch arkadisch starb.

Die ihr den Nervenfaden unsers Lebens

Durch weiche Finger sorgsam treibt,

Bis unterm Klang der Schere sich vergebens

Die zarte Spinnewebe sträubt.

Daß du auch mir den Lebensfaden spinntest,

Küß ich, o Klotho, deine Hand; –

Daß du noch nicht den jungen Faden trenntest,

Nimm, Lachesis, dies Blumenband.

Oft hast du Dornen an den Faden,

Noch öfter Rosen drangereiht,

Für Dorn' und Rosen an dem Faden

Sei, Klotho, dir dies Lied geweiht.

Oft haben stürmende Affekte

Den weichen Zwirn herumgezerrt,

Oft riesenmäßige Projekte

Des Fadens freien Schwung gesperrt;

Oft in wollüstig süßer Stunde

War mir der Faden fast zu fein,

Noch öfter an der Schwermut Schauerschlunde

Mußt er zu fest gesponnen sein:

Dies, Klotho, und noch andre Lügen

Bitt ich dir itzt mit Tränen ab,

Nun soll mir auch fortan genügen,

Was mir die weise Klotho gab.

Nur laß an Rosen nie die Schere klirren,

An Dornen nur – doch wie du willst.

Laß, wenn du willst, die Totenschere klirren,

Wenn du dies eine nur erfüllst:

Wenn, Göttin, itzt an Laurens Mund beschworen

Mein Geist aus seiner Hülse springt,

Verraten, ob des Totenreiches Toren

Mein junges Leben schwindelnd hängt,

Laß ins Unendliche den Faden wallen,

Er wallet durch ein Paradies,

Dann, Göttin, laß die böse Schere fallen!

O laß sie fallen, Lachesis!

An den Frühling

Willkommen, schöner Jüngling!

Du Wonne der Natur!/sp

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