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Michael Kleeberg - eine Werksbegehung

  • Erscheinungsdatum: 18.08.2014
  • Verlag: DVA
eBook (ePUB)
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Michael Kleeberg - eine Werksbegehung

Eine Entdeckungsreise durch das literarische Universum von Michael Kleeberg
Michael Kleeberg gehört zu den beeindruckendsten deutschsprachigen Schriftstellern unserer Zeit: Sein Werk verbindet radikal grandiose Erzähllust mit größtem Formbewusstsein, präzises Beschreiben mit größter Sensibilität, historische Tiefe mit sprachlichem Innovationswillen. Kleeberg geht immer ins Risiko: Seine Romane Ein Garten im Norden, Das amerikanische Hospital und der Karlmann-Zyklus spiegeln unsere Gegenwart und Vergangenheit, sezieren sie - erzählerisch virtuos und mutig.
Dieses Buch will dem Leser das literarische Universum des Michael Kleeberg eröffnen und behandelt Themen wie Erinnerungsorte, die Wissenschaftsrezeption in seinem Werk, Kleeberg und Proust, Generationen- und Geschlechterkonflikte, Raumerfahrungen und Krieg in Kleebergs Texten, den "Roman total". Mit Beiträgen von Hugo Aust, Johannes Birgfeld, Michael Braun, Stephen Brockmann, Marion Dufresne, Caroline Frank, Wolfgang Frühwald, Lidwine Portes, Erhard Schütz und Harald Tausch. Ein spannender Vielklang zur Poetik des Autors - und zugleich eine grundlegende Reflexion über die literarische Gegenwart zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 18.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641146016
    Verlag: DVA
    Größe: 669kBytes
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Michael Kleeberg - eine Werksbegehung

Zur Einführung

Ein paar nüchterne Daten vorab: Michael Kleeberg, geboren am 24. August 1959 in Stuttgart, lebt nach längeren Auslandsaufenthalten, darunter von 1986 bis 1996 in Frankreich, in Berlin. Er ist Romancier, Erzähler, Essayist und Übersetzer aus dem Französischen und Englischen. Er ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, darunter der Anna-Seghers-Preis 1996, der Lion-Feuchtwanger-Preis 2000, Mainzer Stadtschreiber 2008, der Evangelische Buchpreis 2011 und der Saarländische Kinder- und Jugendbuchpreis 2012.

1984 debütierte er mit Erzählungen, die erkennbar von Hemingway beeinflusst waren, Böblinger Brezeln. Dem folgte der zunächst als Roman, in der späteren Taschenbuchausgabe dann richtigerweise als Erzählung bezeichnete Text Der saubere Tod (1987), der von spätadoleszenten Selbstkonzepten im damaligen Milieu von Berlin-Kreuzberg handelt. 1993 erschien der von der Kritik stark beachtete Roman Proteus der Pilger . Wie seine historische Vorlage, Christoph Martin Wielands Peregrinus Proteus , den er souverän aktualisiert, ist er ein virtuoses Spiel mit dem deutschen Entwicklungsroman, zugleich auch eine von ebenso geschmeidiger wie kräftiger Sprache geprägte ironische Milieu- und Mentalitätsstudie der 1970er/1980er Jahre.

Nach der Novelle Barfuß (1995), einer streng gebauten Studie zum taedium vitae und zur "Identitätsmüdigkeit" (Kleeberg) des westlichen Menschen – der verheiratete Mitinhaber einer Werbeagentur gerät aus gelangweilter Neugier unversehens in eine sadomasochistische, homosexuelle Hörigkeit –, erschien ein Band mit weltläufigen Erzählungen, Der Kommunist vom Montmartre (1997). Die wiederholt in Paris, aber auch in Berlin, Amsterdam oder Hamburg angesiedelten Geschichten führen von den 1930er Jahren bis in die Gegenwart. Sie erzählen ebenso vom Varietékünstler Luciano di Lammermoor, der seine Reise als Abgesandter der Pariser KP zum Friedensfest in Moskau als herausfordernde Schauspielrolle interpretiert, wie von den Menschenexperimenten der Nationalsozialisten und dem Überleben des Holocausts, porträtieren Stricher und Dealer, Werbemänner oder einen Jazzmusiker aus der DDR in den Mühlen der Wende von 1989 ebenso wie Absurditäten des deutschen Literaturbetriebs am Beispiel des Klagenfurter Ingeborg Bachmann-Wettbewerbs.

Ein entschiedener Durchbruch war dann 1998 der Roman Ein Garten im Norden . Die Kritik nahm ihn geradezu hymnisch auf, pries ihn als den "Roman der Berliner Republik" (Tilman Krause) und als "schönste[n] deutsche[n] Roman der letzten Jahre" (Mathias Greffrath). Inzwischen ist der Roman kanonisch zum einen für die Literaturgeschichte der jüngsten Gegenwart, zum anderen für das Genre des para- oder allohistorischen Romans. Er vereint die bis dahin wesentlichen Stränge von Michael Kleebergs Schreiben, nämlich intensive zeitgenössische Mentalitätsbeobachtung und die Rolle sexueller Leidenschaft und Obsession, mit einer historischen Tiefendimension, die ihn zu einem substanziellen Werk literarischer Reflexion deutscher Geschichte nicht nur des 20. Jahrhunderts werden ließen. Thematisch ist es nichts weniger als der "Versuch eines Gegenbuchs zu Thomas Manns Dr. Faustus", nichts weniger als der Versuch, "dieses Werk "zurückzunehmen", [...] künstlerisch auf Augenhöhe, aber mit anderen Prämissen und einer anderen politisch-historisch-philosophischen Überzeugung, das "Verhängnis" der deutschen Geschich

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