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Mother Brother Lover Lyrics von Cocker, Jarvis (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.08.2013
  • Verlag: Berlin Verlag
eBook (ePUB)
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Mother Brother Lover

Pulp waren die Helden des Britpops, und niemand stolperte 1995 so schlaksig durch seine unverhoffte Berühmtheit wie ihr Sänger Jarvis Cocker. In Großbritannien gilt er heute als 'national treasure': cool, stylish, charming. Doch es war ein langer Weg dorthin. Geboren im trostlosen Sheffield, gerademal untere Mittelschicht, hatte die Gründung von Pulp 1979 fast schon etwas Trotziges. Entsprechend düster waren die ersten Alben, bis sich schließlich mit der Single 'Common People' alles änderte. Nie zuvor hatte jemand die Welt zwischen Kunsthochschule, rich kids, Klassenkampf und sexueller Freizügigkeit so auf den Punkt gebracht und damit die Charts gestürmt. In 'Mother Brother Lover' hat Jarvis Cocker seine Songtexte aus 25 Jahren zusammengestellt, sie erzählen seine Geschichte, eine Geschichte von Aufstieg und Fall, von Sex und unmöglicher Liebe, von Widersprüchen und Verhältnissen, die bis zu diesem Zeitpunkt jenseits der Glitzerwelt des Pop lagen. Jarvies Cocker (geboren am 19. September 1963 in Sheffield), Stilikone, Sexsymbol, Frontmann der Band Pulp. 1978 gründete Cocker mit einigen Freunden die Band Pulp. Anfangs wechselte die Besetzung häufig, selten spielte die Band zweimal hintereinander in exakt gleicher Formation. Nach einigen Auftritten, unter anderem 1981 in der Sendung des britischen Radiomoderators John Peel, veröffentlichten Pulp 1983 ihr erstes Album 'It', allerdings ohne kommerziellen Erfolg. In der Folgezeit schlug sich Jarvis Cocker mit Nebenjobs durch und die Band spielte in unregelmäßigen Abständen und Besetzungen einige Konzerte. Auf dem zweiten Album 'Freaks' von 1986 war Jarvis das einzig verbliebene Gründungsmitglied der Band. Während der Verleihung der Brit Awards 1996 protestierte Cocker auf der Bühne gegen den Auftritt von Michael Jackson. Während Jackson das Lied Earth Song sang, betrat Cocker die Bühne, ging in die Mitte und sah ins Publikum. Der gesamte Vorfall dauerte nur eine Minute. Mehrere Mitglieder des Sicherheitspersonals versuchten, ihn von der Bühne zu holen, was aber nicht gelang. Nach der Show wurde Jarvis Cocker unter dem Vorwurf der Körperverletzung festgenommen, obwohl er während der gesamten Aktion niemanden berührt hatte. Michael Jacksons Plattenfirma Epic griff Cocker am nächsten Tag öffentlich an. Seit dem 2002 veröffentlichten Greatest-Hits-Album befinden sich Pulp in einer kreativen Schaffenspause. Cocker zog mit seiner Frau Camille Bidault-Waddington (seit 19. Juli 2002) und dem gemeinsamen Sohn nach Paris. 2003 veröffentlichte Cocker unter dem Pseudonym Darren Spooner ein Album mit seiner neuen Band Relaxed Muscle. 2006 veröffentlichte Jarvis Cocker sein erstes Soloalbum, welches schlicht 'Jarvis' heißt. Cockers zweites Album mit dem Titel 'Further Complications' erschien am 15. Mai 2009, es wurde von Steve Albini produziert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 27.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827076557
    Verlag: Berlin Verlag
    Originaltitel: Mother Brother Lover
    Größe: 359kBytes
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Mother Brother Lover

Vorwort Es war nie mein erklärtes Ziel, Songtexter zu werden, seit etwa meinem achten Lebensjahr wollte ich immer nur eins sein: Popstar (das muss etwa zu jener Zeit gewesen sein, als ich zum ersten Mal den Beatles-Film Help gesehen habe). 1978 konnte ich endlich drei Schulfreunde überreden, mit mir in einer Band zu spielen, beim Nachspielen fremder Stücke stellten wir uns ziemlich ungeschickt an. Also musste eigenes Material her. Es war meine Gruppe, ich war der Sänger, also lag es auch an mir, die Texte zu schreiben. So dürfte es den meisten Songtextern ergangen sein, und auch ich befand mich in dieser prekären Lage: Man hat eigentlich keine Lust auf den Job, aber weil ein Song ohne Lyrics eben kein Song ist, bleibt einem nun mal nichts anderes übrig, als einen Text zu schreiben. Und diese "Och Mama, muss ich wirklich meine Hausaufgaben machen?"-Haltung bringt dich auch nicht weiter. Wer sich jemals in ein Aufnahmestudio verirrt, in dem nichts mehr geht, dann liegt das nicht etwa daran, dass der Drummer unter einer Drummer-Blockade leidet oder der Gitarrist unter einer Gitarristen-Blockade, nein, es ist immer der Texter, der blockiert ist. Viele der Texte in diesem Buch wurden hastig am Abend vor einer Aufnahmesession geschrieben, weil ich nicht anders konnte, als es bis zur allerletzten Minute aufzuschieben. Es ist schon bemerkenswert, dass der verständlichste Teil eines Songs, die Wörter, diese Dinger, die man täglich zur Kommunikation benutzt, von Musikern als lästige Routine und das Langweiligste schlechthin angesehen werden. Was vermutlich an der simplen Tatsache liegt, dass es bei einem Song eben nicht so sehr auf den Text ankommt. Nicht so sehr, denn man braucht ihn ja trotzdem, wie eine Art vertraglicher Verpflichtung, ein unverzichtbares Übel oder einen notwendigen Zusatz. Man nehme einen unbestrittenen Klassiker der Rockmusik wie "Louie, Louie" von den Kingsmen. Die Lyrics dieses Songs sind dermaßen unentzifferbar, dass in den frühen 60ern sogar das FBI auf den angeblich obszönen Inhalt des Textes aufmerksam wurde und eine Untersuchung einleitete (Experten hatten solch unsterbliche Zeilen wie "Ich spürte meinen Ständer in ihrem Haar" herausgehört). Nach einer 31 Monate dauernden Untersuchung wurde der Fall mit den Worten ad acta gelegt, dass man "nicht in der Lage gewesen ist, irgendetwas von den Wörtern auf der Platte zu interpretieren". Kurz gesagt: Von dem, was der Sänger da von sich gibt, versteht man rein gar nichts, und das ist vollkommen egal. Und wenn man einmal verstanden hat, dass der Text eines Songs nicht so wichtig ist, beginnt der eigentliche Spaß beim Schreiben. Wenn eh niemand drauf achtet, kannst du ja sagen, was du willst. Meine ersten Schreibversuche überschnitten sich in etwa mit meinem ersten romantischen Umgang mit dem anderen Geschlecht. Die massive Diskrepanz, wie Songs, die ich aus dem Radio kannte, von Liebesdingen berichteten, und der von mir erlebten Realität hat mich damals ziemlich irritiert (das könnte aber auch daran gelegen haben, wie ich mich dabei anstellte). Um die Dinge richtigzustellen, beschloss ich, es in meinen Texten anders zu machen und all die unangenehmen und peinlichen Situationen miteinzubeziehen. Lyrics sind für den Erfolg eines Songs vielleicht nicht so wichtig, aber sie waren mir inzwischen wichtig geworden. Immer suchte ich etwas in ihnen, was auf den ersten Blick nicht in ihnen steckte. Seit frühester Jugend liebte ich Popmusik, und nun sollte sie mit mir auch die Pubertät durchstehen - also beschloss ich, meine Pubertät eben mittels Popmusik zu dokumentieren. Daran hat sich bis heute wenig geändert: Ich suche mir ein "ungeeignetes " Thema und verbinde es mit einigermaßen konventionellen Popsong-Strukturen - stets in dem Versuch, eine Popmusik zu kreieren, wie ich sie mir in Zeiten der Not immer gewünscht hatte. Diese besondere Spannung zwischen den Worten und der Musik wurde für mich erst wieder

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