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Olympischer Frühling Mythologisches Epos: Band 1 bis 5 von Spitteler, Carl (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.08.2016
  • Verlag: e-artnow
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Olympischer Frühling

Dieses eBook: 'Olympischer Frühling' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Carl Spitteler (1845-1924) war ein Schweizer Dichter und Schriftsteller, Kritiker und Essayist. 1919 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Sein grosses Versepos Olympischer Frühling (1900-1905), in dem Spitteler in rund 20.000 Versen Figuren und Handlungsstränge der griechischen Mythologie in seine eigene, moderne Erlebniswelt transportierte, erfuhr positive Resonanz. Eingebettet in ein mythologisches Märchen, zeichnete Spitteler ein düsteres Bild vom Universum, das seiner pessimistischen Weltsicht entsprach. Inhalt: Die Auffahrt Aufbruch vom Krebos Den Morgenberg hinan Hebe Bei Uranos Die sieben schönen Amaschpand Ankunft Hera die Braut Heimweh und Heilung Die Freier werden der Königin vorgestellt Der erste Wettkampf: Gesang und Sage Der zweite Wettkampf: Der Lauf Der dritte Wettkampf: Wagenrennen Der vierte Wettkampf: Traumdeutung und Prophezeiung Verrat Krieg und Versöhnung Die hohe Zeit Moiras Gnade Boreas mit der Geißel Ajax und die Giganten Aktaion der wilde Jäger Apoll der Entdecker Poseidon mit dem Donner Dionysos der Seher Hyphaist der Zwerg Hylas und Kaleidusa über Berg und Tal Hermes der Erlöser Pallas und der Pelarg Apoll der Held Der hohen Zeit Ende Aphrodite Anankes 'Halt!' Zeus Die Fahne Olbia fällt Zeus ruft die Götter heim Die Menschen Hera und der Tod Herakles' Erdenfahrt

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 465
    Erscheinungsdatum: 04.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026865636
    Verlag: e-artnow
    Größe: 871 kBytes
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Olympischer Frühling

Den Morgenberg hinan
Inhaltsverzeichnis
Mühselig kroch die Reise durch den finstern Schlauch.
Heißer und heißer ward des Berges giftiger Hauch,
Den des beengten Busens hastige Atemwogen,
Betört vom Lebenshunger, allzugierig sogen.
Vergebens kämpfte mit dem unheilschwangern Dampf
Die tapfre Seele wacker den verlornen Kampf.
Schon unterwarf sich das Bewußtsein. Machtlos kochte
Das Herzblut den gefälschten Sprudel. Kaum vermochte
Im Scheiden noch von fern ein schwaches, dünnes Denken
Stammelnd des schwanken Fußes Taumelschritt zu lenken -
Da stach ein scharfer Strahl, umzuckt von wildem Schimmer,
Züngelnd die schwüle Nacht. Ein nüchtern Blitzgeflimmer
Beleidigte das Auge. Durch die dumpfe Gruft
Fegte mit kalter Faust die kecke Tagesluft.
Die Mauer wich. Der Berg entsprang. Mit einemmal
Umglänzte sie ein hochauflachend Frühlingstal,
Gedämpft von einer trocknen Sonnennebelschicht,
Durch die des Himmels Krone dämmernd kam in Sicht.

Jetzt ließen sie den Blick mit andachtvollem Schweigen
Aufwärts in schwindelhohe Himmelsfernen steigen,
Der immerfort nach einem höheren Zenit
Durch heitern Dunst in neue Weltenräume glitt.
Kein Lüftchen blies von dieser oder jener Seite,
Und immer größer wuchs des Himmels Kuppelweite.
Mitunter prüfte der und jener unverwandt
Den lauen Lenzeshauch mit ausgestreckter Hand.
Und wie nun eine lange Zeit unausgesetzt
Der Finger ward von keinem feuchten Dampf benetzt
Und, ob auch gänzlich frei und bloß und unverteidigt,
Von keinem Nord, von keinem Windstoß ward beleidigt,
Da gab mit stillem Lächeln mancher blasse Mund
Dem Nebenmann die Wunderzeitung selig kund.
Und jeden sah im Kreis ein jeder forschend spähen,
Ob sies auch sämtlich merkten, alle wirklich sähen.

Und wie sie so mit unbeholfnen Wonnelauten
Einander hin und her ins bleiche Antlitz schauten,
Da wars, als ob sich eine fremde Kruste sachte
Von ihrem Urteil löste, das erstaunt erwachte.
Zum erstenmal vernahm ein jeder nicht allein
Sich selber, sondern merkt ein traut Zusammensein,
Spürte verwandtes Fühlen schüchtern ihn umwinden
Und ahnte seinen Bruder gleichgestimmt empfinden.
Und wie der Blick, wenn nur das Herz die Fühler streckt,
Die Tugend eines andern leicht und gern entdeckt,
So fingen sie, von alter Blindheit nun genesen,
Wohlwollend an, das Bild des Nächsten abzulesen:
Und siehe da, es war ein ausgesuchter Adel
Von Göttinnen und Göttern ohne Fehl und Tadel.

Wer wars gewesen, der den ersten Anstoß gab?
Kein Zeichen winkte, keines Führers Hand und Stab,
Nicht Wille, weder Überlegung war dabei:
Plötzlich mit einem hundertstimmigen Freudenschrei
Fand jeder schluchzend sich an eines andern Brust.
Das war der Freiheit Morgengruß und Erstlingslust.
"Aufwärts! gen Himmel!" Wie Fanfarenschmettern klang
Das kühne Feldgeschrei. Dem nächsten Bergeshang
Entgegen schwärmten jetzt in regellosem Lauf
Mit ungeduldigem Eifer alle stürmisch auf.
Kaum waren von den vordersten die ersten Stufen
Gewonnen, als auch schon von mannigfachen Rufen,
Von Freudenschreien, Jauchzern und erstickten Worten
Ein Jubeltaumel sieh erhob, weil allerorten
Zu gleicher Zeit sie winzige Wunder viel entdeckten,
Die ihrem Staunen riefen und Bewundrung weckten.
Seis nun ein würzig Kräutlein, das der eine fand,
Seis ein bemooster Stamm, ein Busch am Wegesrand,
Vielleicht ein Käfer oder auch ein bunter Stein,
Das Auge reizend mit metallischem Glimmerschein:
Was nur der Blick erreichte, ward dem Herzen teuer,
Und jedem Schritt und Tritt gedieh ein Abenteuer.

Und da des Weges Laune bald den dichtgescharten
Heerhaufen lockerte, so daß sich Trüpplein paarten
Und Gruppen sonderten, die dann als Weggenossen
Hinfort der Wallfahrt Lust und Leid vere

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