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quellen Gedichte von Schmatz, Ferdinand (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.11.2013
  • Verlag: Haymon
eBook (ePUB)
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quellen

Alles fließt, alles rauscht, alles klingt: In einem lyrischen Triptychon betritt Ferdinand Schmatz ein Boot aus Worten, das die Donau von den Quellen bis zur Mündung hinabgleitet, den Blick gerichtet auf die Ufer, an denen sich Natur und Zivilisation, Garten und Stadt gegenüberstehen. Im Rauschen des Flusses, im Palast der Sprache klingt das Echo der Welt, der Musik, der Kunst und der Literatur, jener Quellen, die Ferdinand Schmatz aufgreift und in seiner Lyrik aufblühen lässt. Ferdinand Schmatz' Gedichte sind pure Lust an der Sprache: 'sensibel und nicht gefühlsduselig, witzig und nicht spaßig, genau und nicht spröde, rätselhaft und nicht unklar, subjektiv und nicht diffus, formbewusst und nicht formalistisch.' (Wendelin Schmidt-Dengler)

Ferdinand Schmatz, geboren 1953, lebt als freier Schriftsteller in Wien. Studium der Germanistik und Philosophie in Wien, Lehrbeauftragter an der Hochschule für angewandte Kunst ebendort. Herausgeber des Nachlasses von Reinhard Priessnitz. Mehrere Auszeichnungen, u.a. Christine-Lavant-Lyrik-Preis der Stadt Wolfsberg 1999; Österreichischer Staatspreis für Literatur 2001/Förderungspreis; Buch.Preis 2002, gestiftet vom Brucknerhaus Linz und der AK-OÖ; Anton-Wildgans-Preis 2002; Heimrad-Bäcker-Preis 2006; H.C.-Artmann-Preis 2006. Bücher (Auswahl): 'Der gesamte Lauf' (1977), 'der (ge)dichte lauf' (1981), 'die wolke und die uhr' (1986), 'Sinn & Sinne'. Wiener Gruppe, Wiener Aktionismus und andere Wegbereiter (1992), 'speise gedichte' (1992), 'SPRACHE MACHT GEWALT'. Stich-Wörter zu einem Fragment des Gemeinen (1994), 'Farbenlehre' (gem. mit Heimo Zobernig, 1995). 'Lieber Herr Fuchs, Lieber Herr Schmatz!' Eine Korrespondenz zwischen Dichtung und Systemtheorie (1997). Bei Haymon: 'dschungel allfach'. prosa gedicht (1996), 'maler als stifter'. Poetische Texte zur bildenden Kunst (1997), 'das grosse babel,n' (2000), 'Portierisch'. Roman (2001), 'Tokyo, Echo oder wir bauen den Schacht zu Babel, weiter'. Gedichte (2004), 'Durchleuchtung'. Ein wilder Roman aus Danja und Franz (2007), 'quellen'. Gedichte (2010).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 172
    Erscheinungsdatum: 05.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783709974957
    Verlag: Haymon
    Größe: 783 kBytes
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quellen

der garten

garten

er ist, stetig, ein warten

ab so wie nie und zu vor, aber spät

wird er uns, flutend, sich geben, artig,

nieder das hoch seiner gräser im nu

zu wiegen, dich, kriegst ab licht

streuend im land wie boden wie erde

zu samen sich stäubt ein den fliegen -

sie scheinen im flügel ein saum

sein:

zuckernd was blütig

steigend vom kübel zu blühen,

es sich tut, ja, dort ruht es

- ein ziehen, knospend tief

im rohen zu brechen

die kruste auf vom

innen heraus zu sausen

still wispelndes, frohes

dort stammt es, nichts, von wo her

rammte es oder bockt es, zu schmecken,

was saft ist den flügeln

schon wieder geruch:

glock, glock, glock -

schwebt ein,

im summen zu kleben

dich honig,

du mund, und es riecht

und es gibt feuchtes dar

auf zu heben in schatten geknistert

kommt alles was war sein wird bar

die wiese

unter halm tiefe

wittert das ohr

nur noch trocken es

könnten auch socken,

staub glocken sein,

kein auge offen

hier,

leise schaufelscharre,

darüber der wind wind geht,

es weht so mittig das stärkste grün,

denn das ist die farbe

- die weise -

erwartet es,

wer: du, er, das,

was wurmt rund um

scheu ist,

nie keucht,

nur unterblühe kennt,

nichts an gänschen rennend macht,

nein, da lacht nur hoch drüber was

- unlind, aber im herzen:

kind spürt es, was mault und schert,

hört es nicht, zittert nur

- pur ist darin die blume weiss,

gelb bleibt es kurz

im vergilbten ganz unten

steigt auch hoch was

- tiert und dir nie gehört,

es ist immer hintan,

als häufliches,

gebräuchlich sitzen wir drauf

stachelt uns ein wenig gesonnt

was hält es sich:

strauchelt stamm stumpf

in wonne auch

baum

rinde ist kein ring noch doch

schutzmantel rundum von

unten aus wurzelt es hält,

wirbt im ast stille, zart ist sie warten auf

das treibende zu erwachen im

spriessen krumm auch sitzt wispelndes auf,

und wir drauf, freuen uns unten

am feuer oder am frost auch das

knirscht, was sich verbrennt, unter dem rost

ist es glut, genug, um zu gehen

unter - die haut, das schon, durch und lässig

streicht dann ein wind über das gezweigte,

es wiegt uns, auch wenn es wankt,

und was saft scheint, ist noch nicht

auf getaut wird noch alles, nach gestängelt,

dann, auf zum bau aus luft und blau

mir darunter das zu kraulen, was fleckt

im ästeln - das blatt,

meiner schulter nur kronen

zu rücken ins füllige, schauen:

hoch, und, noch nicht,

dazu reicht es, aber im schein,

bar, döst es im saft, wohl ist es

glanz hoch den hütten, hohl wars -

durch, und der lurch ging schnell ab

im gelüfte, oben zu halten,

was landet am singenden - sank es und spreizt

sich in den blättern wird es sich senken

zu rauschen: gezank, lust und leid

ist es sprechen

das, was es wiegt auf

der schulter, unsichtbar thronend zu halten

das kriechende, sich ziehende,

falten am flügel und schlag kahles wie blau

rose

scheu gibt

sich mir

der blütenden

stolz

im dornen licht

bricht auf sie,

tränkend,

der fluss ruhe

rot

wangst

du mir,

augen lächelnd

sind wir trieb, blatt

- wie lippen süsse stechen:

verbot

rosen, mund

es endet

darin nichts

- wendet, was fängt

an im biss,

auf händen

getragen zu spüren,

der leere zu wehren

mit vollem ab grund

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