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Was von mir bleibt Gedichte von 2009 - 2019 von Kling, Sylvia (eBook)

  • Verlag: Bookspot Verlag
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Was von mir bleibt

Worte, Sehnsüchte, Träume, Gedanken oder unsere ganz persönlich gelebte und geliebte Zeit - wünschen wir uns nicht alle, dass etwas von uns bleibt? Sylvia Klings schönste Gedichte aus 10 Jahren ihrer Arbeit als Poetin Die Dichterin reibt sich eindringlich an den Schwächen des Menschen und der Gesellschaft. Ihre Lyrik spricht vom fragilen Grat unseres Daseins zwischen Glück, Liebe, Melancholie, Niedergeschlagenheit und der Liebe zur Natur, immer wieder mit dem Blick auf die Zeit, die Vergänglichkeit - und unser Herz. Sylvia Kling, geboren 1967 bei Dresden, drei Kinder, lebte 40 Jahre in Dresden und zog 2019 nach Meißen. Sie schreibt seit 1979 Gedichte, seit 2008 auch Erzählungen, Kurzgeschichten, Aphorismen sowie Liedtexte. In ihren poetisch-musikalischen Lesungen kann man Sylvia Kling nicht nur als Autorin und Lyrikerin, sondern auch als Sängerin und Entertainerin erle-ben. Als bekennende Humanistin verfasst sie auch gesellschaftskritische Texte und zeigt tabulos auf soziale Missstände. Phasen des Lebens, der Armut und der Krankheit werden feinfühlig thematisiert. Sie sucht das Detail und die Grenzen: in der Liebe, dem Mensch-Sein, der Natur, der Gesellschaft und dem Leben im Allgemeinen sowie Besonderen. Engagiert ist die Autorin im gesamtdeutschen Projekt 'Gegen das Vergessen', welches an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern soll.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956691317
    Verlag: Bookspot Verlag
    Größe: 1850 kBytes
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Was von mir bleibt

Gedichte

Mein Mund ist schmal geworden

vom wasserlosen Weinen.

Meine Augen sind ertrunken

im Meer des Gesehenen.

Meine Füße sind wund

vom ewigen Flüchten.

Meine Schultern hängen herab

wie die eines Mütterchens.

Doch unversiegelt

bleibt mein Herz.
Lyrisches Sprachrohr

In manchen meiner Verse schlummert Melancholie,

vielleicht glaubt mancher, dunkle Töne aus dem Trübsale zu hören.

Manche meiner Worte fliegen leicht, manche wieder schwer

in eure Augen, trüben die Seele, das Beschwingte zu stören.

Manche meiner Gedichte sind wie sanfte Geigentöne,

doch in manchen steckt manch derb gefärbter Ton.

Manchmal will ich euch wie Rosenblätter auf der grünen Wiese betten,

und das Eisenschlagen ist nie - Resignation.
Blick

Uns're Augen

haben viel gesehen,

viel Gutes und nicht wenig

von dem Schlechten.

Wir können,

ist das Fenster unsrer Seele

nicht erblindet,

durch das Glas

der Menschenliebe gehen.
Als du schliefst

Als du schliefst,

zählte ich die Sterne,

malte Herzen an die Wand,

das Licht der Straßenlaterne

deine zarten Lippen fand.

Als du schliefst,

war dein weichsüßer Mund

wie meine Gedanken verdichtet,

tat dein Schweigen mir das Glücke kund

und aller Kummer gelichtet.

Als du schliefst,

ich ein lieblich Lispeln hörte

von des Tages müd geword'nem Wind

Meine letzte Träne schwörte

dir ein Immer nachtgeschwind.
Vorhaben

Reisen wollte ich,

betrat den Bahnhof,

wo als Kind ich oft weilte,

dem Geräusch

des Fortwollens lauschend,

und ich eilte,

vorbei an Geschäftigen,

die ihre Koffer zogen,

an Schlürfenden,

verworrenen Dialogen,

an erhitzten Gemütern,

strebenden Koffeinsüchtigen,

beschwerten Gütern.

Reisen wollte ich,

im Hirn ein Flattern.

Irgendwohin, wo nur noch

Züge rattern.

Doch kehrte ich zurück -

ich hatte meine Katze vergessen.

Die mit dem Menschenblick.
Depression

Meine Gedanken schweiften

in die langen Gänge

meiner Folterkammer ab.

Von Anfang bis Ende.

Verloren sich in den blutigen

Rissen der Wände.

Die Zeit war flüchtig

und salzig wie der Regen.

Ich atmete - ihnen vergeben

den Geruch der Vergänglichkeit.

Und Worte wuchsen

aus meinen Händen.

Aus meinen Schwerezeiten (2007-2012)
Das törichte Weib

Ach, welch töricht Weib ich doch bin,

die mit dem vollen Haar und spitzen Kinn.

Glaub ich noch an Kunst und deren Mühe,

rühre worteseifrig in manch ölig dunkler Brühe,

höre Narren zu und auch den Weisen,

Jungen ebenso wie Greisen.

Meid den Abgrund, ich mag Eb'nes eher,

fühl mich nicht dem Mond, nur der Sonne näher,

nähre inniglich mich von Wiesen, Bächen und Gesang,

hab zu schwachen Wesen einen Seelenhang.

Will alte Lehren nicht verlieren,

stoß mich an manch unverständlich Gieren.

Will im Puls der Worte jauchzen, klagen,

stelle immer wieder bohrend Fragen,

lege meine Augen in Geschrieb'nes von Gelehrten,

hänge auch an alten, längst vergess'nen Werten,

will der Erdenfäulnis elenden Geruch

wickeln in ein wohlriechend Seidentuch.

Ich rief keinen Gott an,

weil ich an den Mens

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