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Damaris (Band 1): Der Greifenorden von Chakas von Spoerri, C. M. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.07.2020
  • Verlag: Sternensand Verlag
eBook (ePUB)
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Damaris (Band 1): Der Greifenorden von Chakas

Hätte Greifenreiterin Damaris ihrer Schwester nicht versprochen, drei Jahre lang im Magierzirkel von Chakas ihre Wassermagie beherrschen zu lernen, wäre sie wohl bereits am ersten Tag zurück ins Talmerengebirge geflogen. So aber versucht sie, sich der neuen Situation anzupassen. Dass Cilian, der Leiter des Greifenordens, eine starke Anziehungskraft auf sie ausübt, ist dabei ebenso wenig hilfreich wie die Hänseleien der Mitschüler. Und da wäre noch der mürrische Greifenreiter Adrién, der mehr über Magier und deren Intrigen zu wissen scheint, als er preisgibt. Doch Damaris wäre nicht Damaris, wenn sie nicht ihre ganz eigene Art fände, mit den Widerständen zurechtzukommen. Nicht ahnend, dass sie sich dabei auf ein gefährliches Terrain begibt ...

C. M. Spoerri wurde 1983 geboren und lebt in der Schweiz. Sie studierte Psychologie und promovierte im Frühling 2013 in Klinischer Psychologie und Psychotherapie. Seit Ende 2014 hat sie sich jedoch voll und ganz dem Schreiben gewidmet. Ihre Fantasy-Jugendromane (?Alia-Saga?, ?Greifen-Saga?) wurden bereits tausendfach verkauft, zudem schreibt sie erfolgreich Liebesromane. Im Herbst 2015 gründete sie mit ihrem Mann den Sternensand Verlag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 452
    Erscheinungsdatum: 03.07.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783038961499
    Verlag: Sternensand Verlag
    Serie: Damaris 1
    Größe: 3108 kBytes
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Damaris (Band 1): Der Greifenorden von Chakas

Kapitel 1 - Cilian

 

Die Macht, die durch meine Adern fließt, zerreißt mich beinahe. Ich presse die Augen zusammen, mahle mit den Kiefern und balle die Hände zu Fäusten, während ich versuche, möglichst gleichmäßig zu atmen.

Mein Körper verändert sich, es fühlt sich an, als würde jede Muskelfaser bersten und sich neu formen. Was ungefähr dem entspricht, was mit mir gerade geschieht - ich bin dabei, mich zu verjüngen. Nicht viel, nur ein paar Jahre, die mein Äußeres wieder aussehen lassen, als wäre ich erst dreiundzwanzig. Dabei ist meine Seele schon so lange auf dieser Welt ... viel zu lange.

Ich habe eine Weile gebraucht, um mich zu diesem Schritt durchzuringen, da ich im Grunde einfach gerne in Würde sterben möchte. Aber die Verjüngung war notwendig, denn je älter ich äußerlich werde, desto weniger hält mich in diesem Leben. Desto weniger Sinn sehe ich darin, weiterhin meinen Posten als einer der fünf Räte des Zirkels von Chakas zu bekleiden. Eine Aufgabe, die ich gleichermaßen liebe, wie ich sie hasse. Ich liebe sie, da sie mir einen Sinn im Leben gibt. Und hasse sie, weil sie alles von mir abverlangt, mich regelrecht aufsaugt.

Die Magie zerrt an meinem Innersten und ich spüre, dass es Zeit ist, loszulassen. Langsam bringe ich meine Kräfte zum Versiegen, schicke sie zurück in die Nähe meines Herzens, wo ich jederzeit wieder darauf zugreifen kann.

Ein leises Krächzen erklingt neben mir und ich muss meine Augen nicht öffnen, um zu wissen, dass es mein Königsgreif Mondsichel ist, denn sein Geist stößt meinen an, wärmt ihn, hält ihn in einer liebevollen Umarmung umschlungen.

Doch. Es gibt noch etwas, das mich in diesem Leben hält: der Greifenorden von Chakas, dessen Oberhaupt ich seit vielen Jahren bin. Ich habe ihn zu dem gemacht, was er nun ist, habe jeden einzelnen Greifenreiter, der sich hier im magischen Zirkel aufhält, ausgesucht und ausgebildet. Inzwischen zählt der Orden fast vier Dutzend Mitglieder, worauf ich stolz bin. Aber es sollen noch viel mehr werden und irgendwann werde ich es schaffen, die Greifenreiter in alle Regionen von Altra zu entsenden, damit sie über die Menschen wachen und sie beschützen. Das ist mein Ziel und auch der Grund, wieso ich nun vor dem Spiegel in meinen Gemächern stehe und langsam den Kopf hebe.

Es benötigt einiges an Überwindung, die Augen zu öffnen und meinem jüngeren Ich ins Gesicht zu blicken. Ich blinzle, sehe den Spiegel im Schein der Kerzen, die ich um mich herum entzündet habe, und ... meine Reflexion darauf. Die braunblonden Locken, die stets unbändig in mein Gesicht fallen, den Dreitagebart, den ich mir seit Kurzem wachsen lasse, die azurblauen Augen, die mich jeden verdammten Tag meines Lebens an meinen toten Vater erinnern.

Rasch wende ich den Blick von meinem Gesicht ab und lasse ihn stattdessen über den Körper wandern. Da ich allen gesagt habe, dass ich heute Abend nicht gestört werden will, habe ich mich bis auf den Lendenschurz ausgezogen und kann nun problemlos die Veränderungen an mir sehen, welche ich dem Verjüngungsritual zu verdanken habe. Meine Muskeln sind definiert und so straff, dass sie sich zusammenziehen, als ich mich ein wenig bewege. Ich bin nicht allzu breitschultrig oder muskelbepackt, war immer schon schlank und groß gewachsen. Im Grunde bin ich zufrieden mit meinem Körper. Und mich in der alten Form zu sehen, ringt mir nun doch noch ein Lächeln ab. Es fühlt sich fast an, als wäre eine schwere Last von meinen Schultern genommen worden.

Im Selbstbetrug war ich schon immer gut ...

»Willkommen zurück, Cilian«, murmle ich mir zu und greife dann zu einem leichten Burnus aus hellem Leinen und meinen Stiefeln, die ich anziehe.

Ein Blick zum Balkon, der an mein Schlafzimmer angrenzt, zeigt mir, dass sich mein Greif inzwischen hingelegt hat. Er ist ein beeindruckendes Geschöpf und sein Löwenkörper pechschwarz. Die Feder

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