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Das Nibelungenlied

  • Erscheinungsdatum: 16.07.2012
  • Verlag: Insel Verlag
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Das Nibelungenlied

Das um 1200 entstandene "Nibelungenlied" ist das bekannteste deutsche Heldenepos: Jeder kennt Siegfrieds Tarnkappe und seine Haut aus Drachenblut, das Schwert Balmung, den Schatz der Nibelungen und die fürchterliche Rache der Kriemhild. Wie kaum ein anderes Werk diente das "Nibelungenlied" als Vorlage für Literatur, Kunst und Film: Spätestens seit dem Welterfolg von "Der Herr der Ringe" sind die sagenhaften Bilderwelten fester Bestandteil moderner Populärkultur.

Uwe Johnson wurde am 20. Juli 1934 in Kammin (Pommern), dem heutigen Kamien Pomorski, geboren und starb am 22. oder 23. Februar 1984 in Sheerness-on-Sea. 1945 floh er mit seiner Mutter und seiner Schwester zunächst nach Recknitz, dann nach Güstrow in Mecklenburg. Sein Vater wurde von der Roten Armee interniert und 1948 für tot erklärt. 1953 schrieb er sich an der Universität Leipzig als Germanistikstudent ein und legte sein Diplom über Ernst Barlachs Der gestohlene Mond ab. Bereits während des Studiums begann er mit der Niederschrift des Romans Ingrid Babendererde . Reifeprüfung 1953 . Er bot ihn 1956 verschiedenen Verlagen der DDR an, die eine Publikation ablehnten. 1957 lehnte auch Peter Suhrkamp die Veröffentlichung ab. Der Roman wurde erst nach dem Tode von Uwe Johnson veröffentlicht. Der erste veröffentlichte Roman von Uwe Johnson ist Mutmassungen über Jakob . Von 1966 - 1968 lebte Uwe Johnson in New York. Das erste Jahr dort arbeitete er als Schulbuch-Lektor, das zweite wurde durch ein Stipendium finanziert. Am 29. Januar 1968 schrieb er in New York die ersten Zeilen der Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl nieder. Deren erste ?Lieferung? erschien 1970. Die Teile zwei und drei schlossen sich 1971 und 1973 an. 1974 zog Uwe Johnson nach Sheerness-on Sea in der englischen Grafschaft Kent an der Themsemündung. Dort begann er unter einer Schreibblockade zu leiden, weshalb der letzte Teil der Jahrestage erst 1983 erscheinen konnte. 1979 war Uwe Johnson Gastdozent für Poetik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. Ein Jahr später erschienen seine Vorlesungen unter dem Titel Begleitumstände . Sein Nachlass befindet sich im Uwe Johnson-Archiv an der Universität Rostock.

Manfred Bierwisch, geboren 1930 in Halle/Saale, studierte Germanistik in Leipzig. Er war Mitarbeiter des Zentralinstituts für Sprachwissenschaft und Leiter der Forschungsgruppe Kognitive Linguistik. Ab 1993 war Manfred Bierwisch Professor für Linguistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er gilt heute als einer der wichtigsten deutschen Sprachwissenschaftler. Manfred Bierwisch lebt in Berlin.

Uwe Johnson wurde am 20. Juli 1934 in Kammin (Pommern), dem heutigen Kamien Pomorski, geboren und starb am 22. oder 23. Februar 1984 in Sheerness-on-Sea. 1945 floh er mit seiner Mutter und seiner Schwester zunächst nach Recknitz, dann nach Güstrow in Mecklenburg. Sein Vater wurde von der Roten Armee interniert und 1948 für tot erklärt. 1953 schrieb er sich an der Universität Leipzig als Germanistikstudent ein und legte sein Diplom über Ernst Barlachs Der gestohlene Mond ab. Bereits während des Studiums begann er mit der Niederschrift des Romans Ingrid Babendererde . Reifeprüfung 1953 . Er bot ihn 1956 verschiedenen Verlagen der DDR an, die eine Publikation ablehnten. 1957 lehnte auch Peter Suhrkamp die Veröffentlichung ab. Der Roman wurde erst nach dem Tode von Uwe Johnson veröffentlicht. Der erste veröffentlichte Roman von Uwe Johnson ist Mutmassungen über Jakob . Von 1966 - 1968 lebte Uwe Johnson in New York. Das erste Jahr dort arbeitete er als Schulbuch-Lektor, das zweite wurde durch ein Stipendium finanziert. Am 29. Januar 1968 schrieb er in New York die ersten Zeilen der Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl nieder. Deren erste ?Lieferung? erschien 1970. Die Teile zwei und drei schlossen sich 1971 und 1973 an. 1974 zog Uwe Johnson nach Sheerness-on Sea in der englischen Grafschaft Kent an der Themsemündung. Dort begann er unter

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 265
    Erscheinungsdatum: 16.07.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783458776208
    Verlag: Insel Verlag
    Größe: 1338 kBytes
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Das Nibelungenlied

3. WIE SÎFRIT NACH WORMS KAM

Nichts betrübte Sîfrits Herz. Er hörte oft erzählen von einer schönen Jungfrau in Burgund, wie er sie sich vollkommener nicht wünschen konnte; mit ihr wurde er später glücklich. Aber er kam auch in Not um ihretwillen.

Ihre außerordentliche Schönheit war weithin ebenso bekannt wie ihre stolze Gesinnung; viele Gäste wurden davon nach Burgund gezogen. Aber so viele sich auch um ihre Gunst bewarben, nie sagte Kriemhilt sich, daß sie irgendeinen von ihnen zum Geliebten wünschte. Sie hatte den noch nicht gesehen, dem sie dann doch angehörte.

Sîfrit richtete nun seinen Sinn auf ritterliche Frauenverehrung. Ihm gegenüber war alles Werben der anderen ein Nichts, er aber gewann leicht die Liebe edler Frauen, und so wurde Kriemhilt später seine Gemahlin. Seine Verwandten und Freunde sagten stets: Die er unverbrüchlich lieben wolle, müsse ihm in allem ebenbürtig sein. Da sagte Sîfrit: "Dann will ich Kriemhilt wählen, die schöne Jungfrau im Burgundenreich, denn sie ist sehr schön. Ich glaube, so mächtig war ein Kaiser nie, daß ihm die Liebe zu ihr nicht wohl angestanden hätte."

Durch Gespräche unter den Hofleuten erfuhr auch Sigemunt von dem Vorsatz seines Sohnes. Daß er um das vornehme Mädchen werben wollte, stimmte ihn sehr bedenklich. Auch Sigelint hörte davon und hatte große Sorge um ihren Sohn, denn sie kannte Gunther und seine Gefolgsleute. Sie begannen Sîfrit die Werbung zu verleiden. Endlich sagte Sîfrit: "Lieber Vater, ich möchte niemals eine Frau lieben, wenn nicht die, nach der mein Herz Verlangen hat. Was man auch immer hierüber sagen könnte, wird doch nichts daran ändern." Der König sagte: "Wenn du ernstlich nicht davon lassen willst, so bin ich einverstanden. Ich will dir auch behilflich sein, so gut ich kann. Aber die Leute König Gunthers sind sehr stolz. Und wenn es niemand sonst wäre als Hagen von Tronege: er kann so hartnäckig in seinem Hochmut sein, daß ich fürchte, es kann uns leid werden."

"Was soll uns das stören?" sagte Sîfrit. "Was ich nicht im guten von ihnen haben kann, das soll mir ohne langes Bitten zufallen. Ich traue mir zu, ihnen Land und Leute abzuzwingen!"

"Deine Worte machen mir Sorge", antwortete König Sigemunt. "Wenn das in Worms bekannt wird, darfst du niemals nach Burgund reiten. Ich kenne Gunther und Gêrnôt seit langer Zeit. Mit Gewalt wird niemand das Mädchen bekommen", sagte er. "Wenn du aber bewaffnet dorthin ziehen willst, so werden wir alles aufbieten, was wir irgend an Freunden haben."

Aber Sîfrit sagte: "Ich habe nicht vor, eine Heerfahrt an den Rhein zu machen und sie so zu erkämpfen; das wäre mir nicht recht. Allein will ich sie erringen, nur mit elf anderen will ich in Gunthers Land. Dazu sollt Ihr mir helfen, mein Vater." Da gab man seinen Leuten graues und zweifarbiges Pelzwerk.

Als dies seine Mutter Sigelint vernahm, begann sie zu trauern um ihren lieben Sohn, den sie im Kampf mit Gunthers Kriegern zu verlieren fürchtete, und sie weinte viel. Sîfrit ging zu ihr und suchte sie zu beruhigen. "Mutter", sagte er, "Ihr sollt nicht weinen meinetwillen. Wegen meiner Feinde bin ich ohne jede Sorge. Und wollt Ihr mir die Reise nach Burgund richten, indem Ihr uns solches Gewand beschafft, wie wir es in allen Ehren tragen können, so will ich Euch von Herzen dankbar sein."

"Mein einziger Sohn", sagte Sigelint, "wenn du dich nicht umstimmen läßt, so will ich dir helfen mit den ansehnlichsten Kleidern, die ein Ritter je getragen hat; du und de

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