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Der blaue Mühlstein von Bauer, Hans-Peter (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
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Der blaue Mühlstein

Der blaue Mühlstein ist in einem Mahlwerk eingebaut, das Mühlengeister, wie fälschlicherweise die Elfen und Mühlengeister genannt werden, geschaffen haben. Solche und ähnliche Wunder sind ein fester Bestandteil der Legenden und Sagen um die Mühlen in der Oberlausitz und dieses Buches. Hans-Peter Bauer beschäftigt sich mit der Geschichte der Oberlausitz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 424
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783744850346
    Verlag: Books on Demand
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Der blaue Mühlstein

Die Flucht aus der Obermühle

Es war in Görlitz im Herbst 1530

D icker Nebel hüllte das Boot ein. Das gedämpfte Knarren der Ruder in den Bootsdollen und ab und zu das dumpfe Klatschen der Wellen, die an den Rumpf des Bootes schlugen, das waren die einzigen Laute, die zu hören waren. Eine trügerisch anmutende Stille, die nur von diesem eintönigen, knarrenden Geräusch unterbrochen wurde. Und es war kalt in den Nebelschwaden des schwarzen Nichts. Fröstelnd hüllten sich die Bootsinsassen in ihre Umhänge ein. Aber es half ihnen nicht, die Kälte blieb, der feuchte Nebel trug sein Übriges dazu bei.

Ghost, der Herr des Wassers, wie sie ihn nannten, saß an der Pinne des Steuerruders.

Kilian kniete am Bug und versuchte durch den dichten Nebel etwas zu erkennen. Es war aussichtslos, die dichten Nebelschwaden mit den Augen zu durchdringen war einfach unmöglich. Der Nebel ließ auch außerhalb des Bootes nichts erkennen. Eine Armlänge Sicht vor dem Bug ließ das schwarze Wasser nur erahnen, aber es war nicht zu erkennen.

Im Prinzip ruderten sie blind, nur auf Kilians Amulett vertrauend, immer einem erträumten Ziel entgegen. Ghost beugte sich über die Bordwand. Ein blassblauer Lichtschein näherte sich unter der schwarzen Wasseroberfläche dem Boot. Das Licht erlosch plötzlich ohne die kleinste Spur im Wasser zu hinterlassen.

Ghost schüttelte den Kopf.

"Was zum Teufel war das?"

Der nächste bläulich schimmernde Schatten huschte im wieder aufflackernden Licht unter dem Boot hinweg.

Ghost erkannte nur etwas Verschwommenes, dunkles Blau in dem Schatten, der unter dem Boot hinweg glitt. Die anderen Bootsinsassen hatten davon nichts bemerkt.

Ghost schaute in die Runde, soweit der dichte Nebel das zuließ.

Nein, der Anderen hatten davon nichts bemerkt.

Auf den Umhängen der Kobolde schlug sich der Nebel nieder und machte sie feucht und kalt. Dieser Zustand trug nicht gerade dazu bei, ihre Stimmung zu heben, er bewirkte eher das Gegenteil - ihre Stimmung war auf einem Tiefpunkt angelangt.

Sein Blick fiel auf die Ruderer.

Rullebum und der Ülmentülp bedienten schweigend die knarrenden Ruder, die übrigen Kobolde hockten irgendwie ängstlich auf dem Boden des Bootes. Auch sie beobachteten angestrengt Kilian, den sie durch die schwebenden Nebelfetzen, die das Boot überzogen, nur schemenhaft wahrnahmen. Als käme von ihm eine erlösende Antwort auf ihre stummen Fragen.

Aber Kilian schwieg.

Selbst der Ghost am Steuer hatte alle Mühe, Kilian, der vorn im Bug stand, deutlich zu sehen. Für die magiegewohnten Kobolde war diese Bootsfahrt eher eine gruselige Angelegenheit.

"Ein Glück, dass die Anderen die blaue Erscheinung unter dem Boot nicht bemerkt haben!", dachte Ghost und wandte sich wieder dem Steuerruder zu.

Dieses eigenartige, schummrige Dunkel um sie herum, ließ sie immer wieder erschauern. Trotzdem - wenigstens konnten sie einander schemenhaft erkennen. Das beruhigte einigermaßen.

Wie mit Spinnenfingern griffen immer dicker werdende Nebelfetzen nach den Kobolden.

Obendrein schwappten plötzlich unerklärlichen Geräusche über den Bootsrand. Etwas gedämpft durch den Nebel, durchschwirrten überirdisch klingende Töne und Stimmen das Nichts. Das trug ein Übriges zu der gedrückten Stimmung im Boot bei.

Es war einfach nur gruselig.

Aber das Boot blieb, glücklicherweise auch nach dem Ablegen, von einem magischen Schutzgewirk umschlossen, der auch unterhalb des Bootskörpers sichtbar war. Das Netz wanderte mit dem Boot. Sie waren in einem magischen Schutzkokon eingeschlossen. Daran konnte sich, zum Glück für die Bootsinsassen, nichts ändern.

Ghost erinnerte sich.

Nachdem die Kobolde die Obermühle durch den letzten Asenstern in der Menschenwelt verlassen hatten, wich der Halbelf, einer inneren Stimme folgend, von dem vorbestimmten, goldenen Pfad ab und hatte ein Boot bestiegen, das am R

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