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Der Raub der Erinnerungen Krimi-Märchen. von Becker-Fernsler, Uta (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.12.2014
  • Verlag: Engelsdorfer Verlag
eBook (ePUB)
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Der Raub der Erinnerungen

Die Entdeckungen, die Lena Peters an ihrem elften Geburtstag in dem geheimnisvollen Berg, auf dem sie und ihre Eltern jetzt wohnen, gemacht hat, haben sie und ihren Vater in das "Archiv der Erinnerungen" geführt. Schon die ersten wiedergefundenen Erinnerungen an sein altes, richtiges Leben haben bewiesen, dass ihm vor 22 Jahren seine Erinnerungen nicht einfach nur abhandengekommen sind - sie wurden ihm geraubt! Und nicht nur ihm, sondern auch der neuen Nachbarin der Familie Peters. In ihr hat Lenas Vater seine Mutter erkannt und sie hat ihren Sohn Stefan wiedergefunden. Doch wo ist sein Vater? Bei der Suche nach ihm müssen sie vorsichtig sein, denn die Erinnerungsräuber sind ganz in der Nähe. Im Laufe ihrer Ermittlungen stoßen die Wiedervereinten auf weitere Personen mit Gedächtnisstörungen und gewinnen Freunde. Wird es ihnen gelingen, die Erinnerungsräuber zu entlarven und ihrer gerechten Strafe zuzuführen?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 293
    Erscheinungsdatum: 04.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957446039
    Verlag: Engelsdorfer Verlag
    Größe: 616kBytes
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Der Raub der Erinnerungen

Brummkreisel

Lena hebt den Kopf und blinzelt in die Sonne, die ihre warmen Strahlen zu den vier Menschen auf die Lichtung hinabsendet, als wäre nichts geschehen. Oma Marianne drückt den Moosdeckel ganz fest auf den Rand des großen Kegels und richtet sich auf. Reglos bleibt sie stehen und schüttelt ein wenig den Kopf.

Auf der Lichtung herrscht Schweigen.

Lena kann sich so ungefähr vorstellen, was ihre neue Oma jetzt empfindet, kommt ihr doch selbst alles, was sie heute erlebt hat, wie ein Traum vor! Ein Traum, aus dem man nicht erwachen möchte, denn wie furchtbar wäre es, wenn man sich dann eingestehen müsste, dass man all das Wunderbare nur geträumt hat!

Doch sie müssen aufwachen - der Vater hat gesagt, dass es zu tun gibt! Und die Oma hat gesagt ...

"Das Archiv hat euch gehört?", durchbricht Lena das Schweigen. "Aber wer hat es euch weggenommen? Etwa dieser Mistkerl?"

Sie läuft zum Moospolster, bückt sich und sucht hastig im Gras nach der Stelle, von der aus man den Riesendeckel öffnen kann.

"Warum machst du denn das Archiv schon wieder zu?", fragt sie aufgeregt.

"Ihr müsst doch bestimmt noch ganz viele Erinnerungen sammeln, oder?" Oma Marianne hat sich zu Lena hinabgebeugt, hält ihre tastenden Hände fest und zieht sie sacht nach oben.

"Natürlich brauchen wir noch viele Erinnerungen", sagt sie, "aber für heute muss es genug sein. Wir sollten erst einmal sortieren, was wir schon haben." Sortieren - das hört sich gut an, findet Lena.

"Legen wir daraus ein Puzzle?", fragt sie gespannt.

"Ja, ein Puzzle aus unseren Erinnerungen", hört sie den Vater sagen, "das ist ein guter Vergleich!"

Ganz unerwartet lacht er auf - es ist ein bitteres Lachen - und fügt hinzu:

"Ein Puzzle aus verlorenen Jahren!"

"Kommt, gehen wir zu uns auf die Terrasse", schlägt die Mutter behutsam vor,

"wir sollten erst mal wieder in die Wirklichkeit zurückfinden, meint ihr nicht auch?"

Der Vorschlag wird von allen erleichtert aufgegriffen - zu viel ist auf sie eingestürmt, also wird es gut sein, ein bisschen "Normalität" zu spielen.

Und so beginnen sie mit dem Abstieg zum Haus.

Oma Marianne schiebt die Büsche auseinander und geht voran. Die anderen folgen ihr im Gänsemarsch, der Vater trägt das "Diabolo".

"Wir sollten auch etwas essen", meint Oma Marianne, während sie sich zu ihnen umdreht, und ihr ist anzumerken, dass es ihr selbst recht seltsam vorkommt, solch einen alltäglichen Vorschlag zu machen. Dennoch versucht sie, ganz normal weiterzusprechen: "Wir können auch bei mir essen, bei euch geht doch sicher noch alles durcheinander."

"Du wirst dich doch jetzt nicht an den Herd stellen", wehrt der Vater ab,

"komm mit zu uns. Wir bestellen eine Pizza und zeigen dir das Haus ..." Urplötzlich bricht er ab und bleibt lauschend stehen.

Oma Marianne blickt fragend zu ihm hinauf.

Der Vater ringt nach Worten - das "Normalitätsspiel" ist so schnell beendet wie es begonnen hat.

"Es wird immer undurchsichtiger", sagt er schließlich leise, "du müsstest das Haus nämlich kennen - es gehört dir!"

Oma Marianne schüttelt den Kopf.

"Das kann nicht sein - dieses Haus gehört mir!" Und sie zeigt auf das Haus Nummer 11a, bei dem sie eben angekommen sind. Langsam gehen sie zur Terrasse.

"Was weiß ich, vielleicht gehören dir sogar beide Häuser", überlegt der Vater laut, "aber die Nummer 11, die hast du von deinem Vater geerbt. - Als ich damals so wütend war, weil wir so plötzlich umziehen mussten, da hast du mir erklärt ..."

"Papa", ruft Lena empört dazwischen, "davon hast du aber unten im Kegel gar nichts erzählt! Wir wollten doch nichts verschweigen!!" Erschrocken steht er da und lauscht in sich hinein.

"Ich habe dir nichts verschwiegen", sagt er dann und atmet hörbar auf, "wirklich nicht. Ic

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