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Die Dreizehnte Fee Entschlafen von Adrian, Julia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.08.2016
  • Verlag: Drachenmond Verlag
eBook (ePUB)
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Die Dreizehnte Fee

'Keine Geschichte sollte endlos währen. Es muss ein Ende geben. Es gibt immer eines.' Die Königin der Feen steht einem neuen Feind gegenüber, der noch mächtiger scheint als alle Schwestern zusammen. Es gibt nur einen Weg ihn aufzuhalten: Lillith muss ihre Kräfte zurückerlangen und zu dem werden, was sie am meisten fürchtet. Doch wer ist wirklich Freund und wer ist Feind? 'Wohin gehst du?', rufe ich und will ihn am liebsten aufhalten. 'Jagen', antwortet er kurz angebunden, dann verschwindet er und lässt mich zurück. Er gibt mich frei. Meine Zeit ist noch nicht gekommen. Aber unsere scheint vorbei.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 20.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959912334
    Verlag: Drachenmond Verlag
    Serie: Die Dreizehnte Fee Tl.3
    Größe: 996 kBytes
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Die Dreizehnte Fee

P rolog

I m Tümpel hinter dem Dorf lauert der Tod. Doch die Kinder, die sich ihm spielend nähern, wissen es nicht. Niemand weiß es, denn das Wesen, das in ihm haust, lebt erst seit Kurzem dort und doch lange genug, dass die Einsamkeit schrecklich groß geworden ist. Es sehnt sich danach, ein altes Spiel zu spielen, eines, das zu seinem Leben gehört wie die Sterne zu der Nacht. Und als es die fröhlichen Schritte hört und das Lachen der Kinderstimmen, da taucht es auf. In seinen Augen glimmt das Mondlicht, die Haare lang wie Seetang. Vorfreude lässt die Lippen über die gebleckten Zähne weichen zu einem grotesken Lächeln - und es beginnt zu singen.
D as Grab im Schnee

D er Schnee fällt in dicken Flocken vom Himmel. Sie scheinen friedlich und doch bringen sie den Tod - und sie verhüllen ihn. Die rote Spur im Schnee verblasst nach und nach, der steife und verrenkte Körper schwindet unter einer flauschigen, weißen Schicht. Als würde die Eishexe ein Leichentuch um ihn spinnen, um mir den grausamen Anblick zu ersparen.

Erneut ist die Welt von einer Fee befreit, einer Hexe , wie sie uns nennen. Die Liste der Verstorbenen wächst und wächst: Kinderfresserin, Giftmischerin, Meerhexe, Brunnenhexe und Rattenbiest, jetzt auch das Orakel. Die Menschen kennen ihre wahren Namen nicht, sie wissen nicht, wie sie wirklich waren, und eines Tages, wenn auch die letzten sieben von uns Feen vergangen sind, dann wird es niemanden mehr geben, der sich an uns erinnert - außer den Märchen, die von uns erzählen, von den Monstern, zu denen wir geworden sind. Dabei waren wir einst nichts weiter als Kinder, zufällig geboren mit den Merkmalen der Feen: Haut so weiß wie Schnee, Haare so schwarz wie Ebenholz und Lippen so rot wie Blut. Schneewittchenschönheit - oder besser: Schneewittchenfluch, denn Kinder wie wir wurden gejagt und getötet, weil die Magie in unseren Adern den Menschen Angst einflößte. Und so machten sie sich uns zu ihrem ärgsten Feind. Wir wurden zu ihren Königinnen, Tyrannen und Mördern, und lange Zeit wähnten wir uns unsterblich. Wir sind es nicht.

Kassandra ist tot. Sie starb meinetwegen.

Die Bäume, welche die Lichtung des Turms umschließen, verstummen, als ich mich ihnen nähere. Sie erkennen die einsame Gestalt, die sich mühsam durch den kniehohen Schnee kämpft, die grausige Fracht hinter sich herschleifend. Sie erkennen die Königin. Sie erkennen mich.

Die Tränen auf meinen Wangen sind längst gefroren. Ich kann nicht mehr weinen.

Kassandras Haut fühlt sich warm an, doch ich weiß, dass es nur ein Abbild meiner eigenen schwindenden Wärme ist. Denn wenn ich mit den Fingern an ihrem Knöchel ein Stück tiefer gleite, ist sie eiskalt. Ich habe sie verloren. Nicht heute, als sie aus dem Fenster des Turmes in den Tod stürzte, sondern vor vielen, vielen Jahren, an einem Tag im Frühling, als wir zusammen im Wald saßen und sie mir die Karten legte. Dorthin bin ich unterwegs, um meine Schwester, mein Kind zur letzten Ruhe zu betten.

"Wir sind gleich da", murmele ich in die fallenden Flocken, als könnte Kassandra es noch hören. In Wahrheit ertrage ich schlicht die Stille des Waldes nicht. Als würden die Bäume mich mit ihrem Schweigen strafen - und verurteilen.

Ich könnte den magischen Ring drehen, den sie mir kurz vor ihrem Tod schenkte, und wäre sofort auf der Lichtung, tue es aber nicht. Vielleicht muss ich die beißende Kälte an den Beinen spüren, den mit jedem Schritt schlimmer werdenden Schmerz in all meinen Gliedern, damit ich den im Herzen ertragen kann. Vielleicht ist das meine verkorkste Art, mich selbst zu strafen.

Die Äste biegen sich uns unter der Last des Schnees entgegen, als würden sie sich verneigen. Vielleicht tun sie es auch. Sie weisen den Weg über die einst vom Mohn rot gefärbte Wiese. Jetzt färbt sie nur die blutige Spur des Orakels.

Schluchzend beschleunige ich

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