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Die Edda Aus der Prosa-Edda des Snorri Sturluson und der Lieder-Edda

  • Verlag: Verlag C.H.Beck
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Die Edda

Siegfrieds Kampf mit dem Drachen oder der Ursprung des Nibelungenschatzes: Für die meisten der nordischen Mythen und Sagen ist die Edda unsere wichtigste Quelle. Aber nicht nur das: Snorri Sturlusons (1178/9 –1241) Geschichten um die Götter Walhalls in der Prosa-Edda zählen zum Besten der mittelalterlichen nordischen Literatur, und die Götter- und Heldenlieder der Lieder-Edda zum größten Liedgut der Menschheit. Mit "Edda" werden zwei ganz unterschiedliche Sammlungen des 13. Jahrhunderts bezeichnet: die Lieder-Edda, eine Sammlung von Götter und Heldenliedern, deren Stoffe bis in die Völkerwanderungszeit zurückreichen können, sowie die sogenannte Prosa-Eddades isländischen Gelehrten, Dichters und Politikers Snorri Sturluson. Rudolf Simek ist Professor für mittelalterliche deutsche und skandinavische Literatur an der Universität Bonn. Zahlreiche Publikationen zur nordischen Sagenwelt liegen von ihm vor.

Produktinformationen

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Die Edda

AUS DER PROSA-EDDA DES SNORRI STURLUSON

Dieses Buch heißt Edda. Snorri Sturluson hat es auf die Art zusammengestellt, die hier eingerichtet ist. Zuerst von den Asen und Ymir, danach die Sprache der Dichtkunst und die Benennungen vieler Dinge, schließlich das Verzeichnis der Versarten, das Snorri für König Hakon und Herzog Skuli gedichtet hat.
PROLOG

In diesem kurzen Prolog versucht Snorri Sturluson eine Brücke zu schlagen vom hochmittelalterlichen christlichen Weltbild, das auch in geografischer Hinsicht beschrieben wird, zu frühgeschichtlichen und mythischen einheimischen Traditionen. Am elegantesten ist ihm dies bei der Erzählung von Odins Einwanderung gelungen, wo er die im Mittelalter für Römer, Briten und Franken angenommene Herkunft von den Trojanern auch auf die Skandinavier ausdehnt, aber gleichzeitig mit den sagenhaften Traditionen germanischer Königsgeschlechter über eine Abstammung von mythischen Gestalten bis hin zu Odin zu einer stimmigen Frühgeschichte Skandinaviens verbindet. Wenn man mitunter den Prolog der "Snorra Edda" als "unecht" hat abtun wollen, dann wurden dabei die Parallelen zum Prolog seines Geschichtswerks "Heimskringla" und seine selbstverständlich christlich-mittelalterliche Geisteswelt vernachlässigt .

1 Der allmächtige Gott schuf am Anfang Himmel und Erde und alles, was zu ihnen gehört, und zuletzt die beiden Menschen Adam und Eva, von denen die Geschlechter abstammen. Ihre Nachkommen vermehrten sich und breiteten sich über die ganze Welt aus. Aber im Laufe der Zeit unterschieden sich die Menschen voneinander; die einen waren gut und rechtgläubig, aber viel mehr wandten sich den Begierden der Welt zu und vernachlässigten Gottes Gebote. Deshalb vernichtete Gott die Welt mit der Sintflut und alle irdischen Geschöpfe, außer denen, die mit Noah in der Arche waren. Nach der Sintflut lebten noch acht Menschen, die die Welt bewohnten, und von ihnen stammen die Geschlechter. Und es kam wieder wie früher: Sie vermehrten sich und besiedelten die Welt. Nun war es die ganze Menschheit, die die Gier nach Reichtum und Hochmut liebte, aber den Gehorsam gegenüber Gott verschmähte. Und es kam so weit, dass sie Gott nicht beim Namen nennen wollten. Aber wer sollte damals seinen Söhnen von Gottes Wundern erzählen? So kam es, dass sie den Namen Gottes vergaßen, und in der ganzen Welt fand sich kein einziger Mensch, der von seinem Schöpfer wusste. Aber dennoch gab ihnen Gott irdische Güter, Besitz und Glück; weil sie in der Welt bestehen sollten, verteilte er auch die Klugheit, sodass sie alle irdischen Phänomene und Verstandesdinge begriffen, die man in der Luft und auf der Erde sehen konnte. So überlegten sie und wunderten sich, wie dies zusammenhängen könnte, dass die Erde, die Tiere und die Vögel in manchen Punkten dieselbe Beschaffenheit hatten und doch ungleich in der Art waren. Eine Beschaffenheit war die, dass, wenn die Erde auf hohen Berggipfeln aufgegraben wurde, dort Wasser entsprang. Man musste dort nicht länger nach Wasser graben als in tiefen Tälern. So verhält es sich auch bei Tieren und Vögeln: Es ist für das Blut gleich weit im Kopf wie in den Füßen. Eine zweite natürliche Eigenart der Erde ist die, dass in jedem Jahr auf ihr Gras und Blumen wachsen, und im gleichen Jahr stirbt alles ab und verfault. So ist es auch bei Tieren und Vögeln, dass Haare und Federn wachsen und in jedem Jahr abfallen. Dies ist die dritte Natur der Erde: Dort, wo sie geöffnet und ausgegraben wird, wächst Gras auf dem Erdboden, der zuoberst auf der Erde liegt. Felsen und Steine verglichen sie mit Zähnen und Knochen von Lebewesen. Daher stellten sie fest, dass die Erde lebendig sei und auf irgendeine Art und Weise Leben habe. Und sie erkannten, dass sie außerordentlich alt an Jahren war und mächtig in ihrer Natur. Sie gab allen Lebewesen Leben, und sie nahm sich alles, was starb. Aus diesem Grund gaben sie ihr einen Namen und führten ihr Geschlecht auf sie z

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