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Die schönsten russischen Märchen von Afanasjew, Alexander N. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.10.2018
  • Verlag: Insel Verlag
eBook (ePUB)
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Die schönsten russischen Märchen

"In einem Zarenreiche, in einem fernen Lande, lebte einmal ..." Wassilissa, die Wunderschöne, der Zarensohn Iwan, die Hexe Baba Jaga mit ihrem Häuschen auf Hühnerbeinen und der über übernatürliche Kräfte verfügende Bogatyr Ilja Murometz - nicht nur in Russland kennt sie jedes Kind: Sie sind Teil einer langen und reichhaltigen Erzähltradition und faszinieren seit Generationen Leser in aller Welt. Der russische Märchenforscher Alexander N. Afanasjew ist dem Vorbild der Brüder Grimm gefolgt und hat das wertvolle literarische Erbe seines Landes zusammengetragen und für die Nachwelt bewahrt. Seine erstmals 1855 bis 1863 veröffentlichte Sammlung ist bis heute die verbreitetste und populärste russische Märchensammlung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 02.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783458760153
    Verlag: Insel Verlag
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Die schönsten russischen Märchen

Der Fuchs, der Hase und der Hahn

Es lebten einmal ein Fuchs und ein Hase. Der Fuchs hatte eine kleine Hütte aus Eis, der Hase aber eine aus Baumrinde. Da kam der schöne Frühling - die Hütte des Fuchses zerschmolz, die des Häschens stand da wie immer. Da bat der Fuchs den Hasen, ob er sich wohl bei ihm wärmen könnte. Kaum war er drin, so jagte er den Hasen hinaus. Das Häschen ging fort und weinte, ihm entgegen aber kamen Hunde: "Tjaff, tjaff, tjaff! Weshalb weinst du, Häschen?" Das Häschen aber sagt: "Ach, laßt mich zufrieden, Hunde! Wie soll ich nicht weinen? Ich hatte eine kleine Hütte aus Baumrinde, der Fuchs aber eine aus Eis; da bat der Fuchs, ob er zu mir kommen dürfe, und dann jagte er mich hinaus." - "Weine nicht, Häschen!" sagen die Hunde, "wir werden ihn hinausjagen." - "Nein, ihr könnt das nicht!" - "Doch, wir können's!" Sie kamen zur Hütte: "Tjaff, tjaff, tjaff! Raus, Fuchs!" Der Fuchs sagt aber vom Ofen herunter: "Wenn ich dann so rausspringe, und wenn ich dann so auf euch draufspringe, dann wird eure Wolle nur so durch die Luft fliegen!" Da erschraken die Hunde und liefen fort.

Das Häschen geht fort und weint. Da kommt ihm der Bär entgegen. "Worüber weinst du, Häschen?" Das Häschen aber sagt: "Ach, laß mich zufrieden, Bär! Wie soll ich nicht weinen? Ich hatte eine kleine Hütte aus Baumrinde, der Fuchs aber eine aus Eis; da bat der Fuchs, ob er hereinkommen dürfe, und jagte mich dann hinaus." - "Weine nicht, Häschen!" sagt der Bär, "ich jag den Fuchs hinaus." - "Ach was, du jagst ihn sicher nicht hinaus! Die Hunde wollten ihn hinausjagen - und haben es nicht gekonnt, und du wirst es auch nicht können." - "Doch, ich tu's!" Sie gingen hin. "Fuchs, mach, daß du rauskommst!" - Er aber ruft vom Ofen: "Wenn ich dann so rausspringe, und wenn ich dann so auf euch draufspringe, dann wird eure Wolle nur so durch die Luft fliegen!" Der Bär erschrak und lief fort.

Wieder geht das Häschen fort und weint, ihm entgegen aber kommt der Ochs. "Worüber weinst du, Häschen?" - "Ach, laß mich zufrieden, Ochs, wie soll ich nicht weinen? Ich hatte eine kleine Hütte aus Baumrinde, der Fuchs aber eine aus Eis; da bat er, ob er hereinkommen dürfe, und jagte mich dann hinaus." - "Komm, ich werde ihn hinausjagen!" - "Nein, Ochs, du wirst ihn sicher nicht hinausjagen! Die Hunde haben es versucht und nicht gekonnt, und auch der Bär, du wirst es auch nicht können." - "Doch, ich werde es tun!" So kamen sie zur Hütte: "Raus, Fuchs!" Er aber ruft vom Ofen: "Wenn ich dann so rausspringe, und wenn ich dann so auf euch draufspringe, dann wird eure Wolle nur so durch die Luft fliegen!" Der Ochs erschrak und lief fort.

Wieder geht das Häschen fort und weint, ihm entgegen aber kommt der Hahn mit einer Sense: "Kikeriki! Worüber weinst du, Häschen?" - "Laß mich zufrieden, Hahn! Wie soll ich nicht weinen? Ich hatte eine kleine Hütte aus Baumrinde, der Fuchs aber eine aus Eis; er bat, ob er hereinkommen dürfe, und jagte mich dann hinaus." - "Gehn wir, ich jag ihn hinaus!" - "Nein, du kannst es nicht! Die Hunde haben es versucht, auch der Bär, und dann der Ochs, keiner hat es gekonnt, und du wirst es auch nicht können." - "Doch, ich werde es machen!" So kamen sie zur Hütte: "Kikeriki! Ich trage eine Sense auf der Schulter, und ich werde den Fuchs zerstückeln! Geh raus, Fuchs!" Der Fuchs hörte es, erschrak und sagt: "Ich zieh mich schon an ..." Da sagt der Hahn wieder: "Kikeriki! Ich trage eine Sense auf der Schulter, ich werde den Fuchs zerstückeln! Geh raus, Fuchs!" Der Fuchs aber sagt: "Ich zieh schon meinen Pelz an." Der Hahn sagt zum drittenmal: "Kikeriki! Ich trage eine Sense auf der Schulter, ich werde den Fuchs zerstückeln! Geh raus, Fuchs!" Der Fuchs kam herausgelaufen, der Hahn aber zerstückelte ihn mit der Sense, und dann lebte er mit dem Häschen in Eintracht und Frieden. Da hast du das Märchen, und mir bitte einen Topf mit Butter!
Der Fuchs als Beichtvater

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