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Egyptische Märchen (Alme) Athyrtis + König Remphis, oder das Labyrinth + Das Todtengericht + Suchis oder der Isisschleyer + Sam und Siuph, oder die Rache + Die Geschichte von Pythicus und der Prinzessin Save... von Naubert, Benedikte (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.04.2015
  • Verlag: e-artnow
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Egyptische Märchen (Alme)

Dieses eBook: 'Egyptische Märchen (Alme)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Christiane Benedikte Naubert (1752 - 1819) war eine deutsche Schriftstellerin, die - überwiegend anonym - über 50 historische Romane veröffentlichte. Sie gilt als eine der Begründerinnen des historischen Romans in Deutschland. Inhalt: Athyrtis König Remphis, oder das Labyrinth Das Todtengericht oder Geschichte der Pyramiden von Dsyse Suchis oder der Isisschleyer Sam und Siuph, oder die Rache Die Geschichte von Pythicus und der Prinzessin Save

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 80
    Erscheinungsdatum: 27.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026834588
    Verlag: e-artnow
    Größe: 958 kBytes
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Egyptische Märchen (Alme)

König Remphis, oder das Labyrinth.

Inhaltsverzeichnis
Oberhalb des Sees Möris, in der Landschaft Fejuma hatte sich Motherud ein Haus gebaut, welches fast zu schön war, in dieser wüsten Gegend zu stehen. Es waren die letzten Trümmern seines Glücks die er auf diesen Bau wandte. Anlage und Ausführung kosteten ihm, dem größten Architekten seiner Zeit, wenig oder nichts; so konnte ihm die Welt ja wohl verzeihen, daß er königlich wohnte, ob er gleich übrigens ein Bettler war.

Einen Bettler schalten ihn seine Nachbarn, ob er gleich seine Zuflucht noch nie zu der kalten Hand der Mildthätigkeit hatte nehmen dürfen. Seine Armuth war die Armuth des Weisen, welcher wenig bedarf, und der selbst von diesem Wenigen immer noch etwas zu entbehren sucht. Ihm ward dieses leicht, aber seine Familie konnte die glücklichere Vergangenheit nie ganz vergessen, und verbarg man ihm die Thränen über das dürftige Heute , so flossen sie in der Stille desto heißer, desto reichlicher.

Mutter, sagte Thasus, der älteste von Motheruds Zwillingssöhnen in einer dieser thränenvollen Stunden, ich erinnere mich noch wohl der Zeit, da Sklaven uns bedienten, da köstlich besetzte Tafeln, wie durch Zauberwerk, auf jeder Stelle gedeckt standen, wo wir winkten, da dich köstlichen Wohlgeruch duftende Schleyer und uns königliche Gewänder von Gold und Seide umwehten. Jetzt wohnt in diesen Mauern mit uns der Hunger, und in diesem Gewande von groben blauen Linnen mag ich mich nicht mehr dem Spotte unsrer Nachbarn Preis geben. Als ich gestern ausging Wasser zu schöpfen, da nannten mich die Kinder eine nackende Schnecke, welche in einem bunten Marmorhause wohnte. Es war später Abend, doch war man mich gewahr geworden. Ich glaube die dicksten Schatten der Mitternacht könnten mich nicht vor dem Schlangengezisch dieser Elenden schützen. O fänd ich einst am See meinen Tod unter den Zähnen eines der heiligen Thiere, und denn nebst ihm mein Grab unter den Gräbern der Könige, 1 rühmlich wär denn wenigstens mein Ende, da mein Leben so schimpflich ist.

Bruder, antwortete Thonis, der jüngste der Söhne des Baumeisters, verzage du nicht! Siehe, wir wachsen heran. Besseres Glück blüht in der Zukunft; mir ahndet, ich werde es genießen. Wüßte ich nur wo es zu suchen ist! - Mutter, du weißt mehr als wir, erzähle du uns wer wir sind, und was wir einst waren, damit ich sehe was wir wieder werden müssen, um glücklich zu seyn.

Butis hatte ähnliche Bitten ihrer Söhne zu oft unbefriedigt zurückgewiesen, sie mußte zu sehr fürchten, daß diese Geheimnisse ihnen endlich von andern Lippen, zu ihrem Nachtheil möchten eröffnet werden, als daß sie nicht endlich des langen Weigerns hätte müde werden sollen.

Thasus und Thonis waren jetzt funfzehn Jahr, sie konnten, ihres Bedünkens, nun schon Anspruch auf die Kunde der geheimen Geschichte ihres Hauses machen, und dieselbe zu verschweigen wissen.

Schon war die Beantwortung der wichtigen Frage auf ihren Lippen, als Motherud, welcher das Gespräch belauscht hatte, herein trat.

Ich zürne nicht mit euch, sagte er, als er sahe wie alle vor ihm verstummten, ich zürne nicht, meine Söhne, über das, was ich aus eurem Munde vernahm. Eure Mutter möchte vielleicht eher meinen Unwillen verdienen, denn schon wollte sie sprechen, wo nur Schweigen ihr ziemt. Doch mir glückte es noch, ihrem Fehler zuvorzukommen. Was übrigens den Inhalt eurer Reden betrifft, so wisset: Zuweilen waltet ein geheimes Verhängniß über den Worten, die uns in einer leidenschaftlichen Stunde entschlüpfen, und wir sprechen uns selbst unser Urtheil, so ists mit euch, und dem, was ihr sagtet. Der stolze und ungedultige Thasus wird leider sein Grab unter den Gräbern der Könige finden, die Götter wissen auf welche Weise. Der ruhige Thonis wird glücklichere Zeiten erwarten und genießen; daß ihn nur nicht die Liebe zu dem Bruder, den er so schön zu trösten wußte, in Fallstricke verlocke, aus welchen ihn nic

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