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Gesammelte Märchen: Rheinmärchen + Italienische Märchen + Gockel, Hinkel und Gackeleia von Brentano, Clemens (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.05.2014
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Gesammelte Märchen: Rheinmärchen + Italienische Märchen + Gockel, Hinkel und Gackeleia

Dieses eBook: 'Gesammelte Märchen: Rheinmärchen + Italienische Märchen + Gockel, Hinkel und Gackeleia' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Clemens Wenzeslaus Brentano de La Roche (1778/1842) war ein deutscher Schriftsteller und neben Achim von Arnim der Hauptvertreter der sogenannten Heidelberger Romantik. Inhalt: Rheinmärchen: Das Märchen von dem Rhein und dem Müller Radlauf Italienische Märchen: Das Märchen von den Märchen oder Liebseelchen Das Märchen von dem Myrtenfräulein Das Märchen von dem Witzenspitzel Das Märchen von Rosenblättchen Das Märchen von dem Baron von Hüpfenstich Das Märchen von dem Dilldapp oder Kinder und Toren haben das Glück bei den Ohren Das Märchen von Fanferlieschen Schönefüßchen Das Märchen von dem Schulmeister Klopfstock und seinen fünf Söhnen Das Märchen von Gockel und Hinkel Das Märchen von Komanditchen Das Märchen von Schnürlieschen Gockel, Hinkel und Gackeleia: Herzliche Zueignung Gockel, Hinkel und Gackeleia Blätter aus dem Tagebuch der Ahnfrau.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 14.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026815129
    Verlag: e-artnow
    Größe: 1246 kBytes
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Gesammelte Märchen: Rheinmärchen + Italienische Märchen + Gockel, Hinkel und Gackeleia

Das Märchen von dem Hause Starenberg und den Ahnen des Müllers Radlauf

Inhaltsverzeichnis
Radlauf erzählt, wie er den Kohlenjockel, den Kautzenveitel und den Grubenhansel fand, auch von der alten Mühle und den zwölf Mühlknappen und wie er mit dem Leichenzug des schwarzen Hans vom Wasser verschlungen wurde.

Lieben Männer und Frauen von Mainz, vor allem muß ich euch erzählen, wo ich so lange gewesen bin; nun höret also:

Schon seit mehreren Jahren hatte ich einen schönen schwarzen Starmatz in einem Käficht auf meiner Mühle; er war mir von freien Stücken zugeflogen und war gleich so vertraut mit mir gewesen, als kennten wir uns von Kindesbeinen auf; wenn ich in meiner Mühle herumging, hüpfte er mir von einem Sack zum andern nach; wenn ich aß, saß er auf meinem Tisch. Nie beschmutzte er etwas; wenn ich ihm abends den Käficht nicht verschlossen, fand ich ihn morgens oft dicht neben meinem Kopfe auf meinem Bett sitzen. Kurz, er war voll Freundschaft zu mir, und sozusagen verständig wie ein Mensch; nur eine Eigenschaft aller übrigen Staren vermißte ich an ihm, die Lust zu schwätzen; nie ließ er einen Laut von sich hören, ich mochte ihm vorplaudern, vorpfeifen, sein Schnabel blieb verschlossen. Wenn ich manchmal gar zu sehr in ihn drang, sich doch vernehmen zu lassen, oder wenn ich ihn gar einen recht dummen stummen Vogel nannte: glaubte ich ihm traurig seufzen zu hören und sah ihn den Kopf schütteln. So hatte ich mich ganz an sein Wesen gewöhnt, und wir verstanden uns vollkommen. An dem Tag aber, da ich meine geliebte Braut Ameley aus dem Wasser zog und in meine Mühle führte, war mein schwarzer Hans auch ganz ungewöhnlich traurig; er hing die Flügel und den Kopf, als sollte er sterben. Die Prinzessin machte in der Stube und ich in der Kammer den Küchenzettel; wie erschrak ich nicht, als mein Vogel plötzlich anfing zu sprechen; er sagte mir, daß er der Fürst von Starenberg sei, und daß er die Prinzessin Ameley noch einmal sehen wollte und dann sterben; dabei sah er so vornehm aus und hatte eine so adelige melancholische Miene, daß ich ihm meinen Respekt nicht genug bezeigen konnte; ich öffnete ihm die Türe, er ging zu der Prinzessin Ameley, sagte ihr abermal, er sei der junge Fürst von Starenberg und wolle nun sterben; dabei zog er vor ihren Augen eine goldne Nadel, die er unter dem Flügel trug, hervor und stach sie sich durchs Herz, daß sie vor Schrecken ohnmächtig niedersank. Wir rupften und brieten und aßen den liebenswürdigen Selbstmörder unter bittern Tränen, und ich habe ihn nie vergessen können.

Als ich nun glücklich hier aus des bösen Königs Kerker entkommen war, fand ich auf meiner Mühle einen Mehlsack, worauf mir des seligen Herrn von Starenberg Hochwohlgeborne Gnaden ihren letzten Willen geschrieben; ich sollte mit diesem Sack und dem Siegelring, den ich im Käficht fand, nach dem Schwarzwald gehen und mich bei dem Grubenhansel als seinen Erben melden; und dahin machte ich mich nun auf den Weg, und daher komm ich nun zurück. Nun hört aber zu.

Nach vielen Tagereisen sah ich endlich ein dunkles waldiges Gebirge wie eine Gewitterwolke vor mir aufsteigen; je näher ich kam, je höher ward es; nun kamen mir eine Menge Bauernwägen mit Holz entgegen; ich fragte einen nach dem andern, ob dies der Schwarzwald sei. "Ja", sagten sie. "Wo wohnt denn der Grubenhansel?" fragte ich; das wußte aber keiner.

Ich ging nun bergan; da krochen arme Weiber und Kinder unter den Bäumen herum und suchten sich Reiserholz zusammen. "Ihr guten Leute, wo wohnt der Grubenhansel?" Sie wußten es nicht. Ich ging in einer wilden Wa

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