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Gesammelte Märchen Das Elixir, Die graue Locke, Die Nüsse - Weihnachtsmärchen für meine Kinder und Enkel von Ebers, Georg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2015
  • Verlag: e-artnow
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Gesammelte Märchen

Dieses eBook: 'Gesammelte Märchen' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aus dem Buch: 'Es war einmal ein Land, das war das schönste von allen Ländern, und das Schloß des Herzogs, dem es gehörte, lag an einem See, der war so blau, kein Blaufärber hätte ihn blauer färben können. Einmal, vor langer, langer Zeit, war der Ritter Wendelin mit seinem Knappen Jörg an diesen See gekommen und hatte an seinen Ufern nichts gefunden als wüste Heide und nackte Felsen. Aber das Land mußte früher ein anderes Ansehen gehabt haben; denn an manchen Stellen lagen zerbrochene Säulen und marmorne Statuen mit abgebrochenen Nasen und Händen ringsumher. An den Berglehnen gab es noch altes Gemäuer, das früher wohl fruchtbare Erde und Weinstöcke getragen haben mochte; aber der Regen hatte längst die Bodenkrume von den Felsen gewaschen, und in den zusammengesunkenen Bauwerken und eingestürzten Kellern hausten jetzt Füchse, Nachtvögel und anderes Getier.' Georg Ebers (1837-1898) war ein deutscher Ägyptologe und Schriftsteller. Mit seinen historischen Romanen und populärwissenschaftlichen Büchern trug er zur großen Popularität der Ägyptologie im ausgehenden 19. Jahrhundert bei. Beginnend mit Eine ägyptische Königstochter (1864) verfasste Ebers zahlreiche historische Romane, die auf großes Leserinteresse stießen. Neben Felix Dahn gilt er als der bedeutendste Vertreter des 'Professorenromans'. Die Themen der Romane wählte er teilweise aus dem Umfeld seiner wissenschaftlichen Arbeit, also der ägyptischen Geschichte, aber auch aus anderen Epochen (Mittelalter). Inhalt: Das Elixir Die Nüsse - Ein Weihnachtsmärchen für meine Kinder und Enkel Die graue Locke

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 450
    Erscheinungsdatum: 04.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026845393
    Verlag: e-artnow
    Größe: 625 kBytes
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Gesammelte Märchen

Die Nüsse

Inhaltsverzeichnis
Ein Weihnachtsmärchen für meine Kinder und Enkel.

Der verwundete Oberst, den wir in unserem Hause gesund pflegten, durfte nur wenig gehen, und wenn er am Nachmittag etwas herumspaziert war, mußte er auf dem bequemen alten Lehnsessel, den wir den Großvaterstuhl nannten, Ruhe suchen.

In der Dämmerstunde steckte unser lieber Gast die zweite von den drei Pfeifen an, die der Doktor ihm jeden Tag zu rauchen gestattete, gab den Kindern ein Zeichen, und das junge Volk folgte ihm schnell genug; denn es hörte seine Geschichten so gern, wie es ihm gut war.

Freilich durfte der Genesende noch nicht länger als eine halbe Stunde hinter einander erzählen; denn seine Wunden waren so schwer gewesen, daß unser vielerfahrener Chirurg versicherte, es widerspreche den Naturgesetzen und sei eigentlich ein Unding, daß dieser Mann überhaupt noch unter den Lebenden wandelte.

Was seine Geschichten angeht, so hatten sie nie verfehlt, das Interesse der Zuhörer wach zu erhalten, und dies verdankten sie zum Teil dem Umstande, daß sie gewöhnlich abgebrochen werden mußten, wenn die Spannung eben den Gipfel erreicht hatte.

Dazu klang die tiefe Stimme des Erzählers viel leiser, als seine breitschulterige Hünengestalt es erwarten ließ, und es lag in ihrem gedämpften, oft flüsternden Ton ein geheimnisvoller Zauber nicht nur für die Kleinen.

Daß der Oberst unsern sechsjährigen Hermy seinen Geschwistern recht auffällig vorzog, dankte das Kind wohl besonders dem Befehlshaberblicke, mit dem der alte Soldat es einmal zum Weinen gebracht hatte. Seitdem war Hermy so entschieden sein "Herzblatt" geworden, daß er ihn sogar den Schwesterchen vorzog, die es ihm zuerst angethan zu haben schienen, und niemals will ich die zärtlichen, beinahe mütterlich innigen, liebkosenden Töne vergessen, die wir aus der breiten Brust dieses Graubartes mit dem großen runden Haupte und dem echt mannhaften Antlitz vernahmen, während er den Kleinen zu trösten versuchte.

Es war wunderbar, wie dieser an Gehorsam gewöhnte und wegen seiner schneidigen Thatkraft bekannte Kriegsheld unter den Kindern zum Kind werden konnte. Er hatte ein geliebtes Weib, ein Söhnchen in Hermys Alter und eine Tochter in jungen Jahren dahinscheiden sehen, und unsere heranwachsende Schar mochte ihn an die verlorenen eigenen Schätze erinnern.

Was seine Geschichten angeht, so wußte er sie aufs schärfste zu sondern. Einige begann er mit den Worten: "Da bin ich". und sie hielten sich immer streng an der Wahrheit, die anderen aber begannen: "Es war einmal", und während jene sich auf das eigene reiche Leben des Obersten bezogen, waren diese teils bekannte, teils frei erfundene Märchen, worin es von Feen und Geistern, Elfen und Gnomen, Zauberern und Drachen, Wichtelmännchen, Nixen, Lorinnen und Zwergen wimmelte.

Jetzt kam die Weihnachtszeit heran und morgen - am Heiligabend - sollte der Christbaum angezündet werden. Am dreiundzwanzigsten Dezember, kurz vor dem Erzählungsstündchen, kam der kleine Hermy nach Hause und zeigte den Geschwistern die winzigen Geschenke, die er gekauft: für den Vater ein Stück Gummi, für die Mutter einen Bleistift, für die Großmama eine Düte voller Nüsse, sowie ähnliche Dinge, die so klein sie auch waren, doch sein ganzes erspartes Taschengeld aufgezehrt hatten.

Die älteren Brüder, denen er strahlend vor Freude diese Herrlichkeiten wies, zeigten indessen keineswegs die Bewunderung, die er erwartete, sondern neckten ihn als echte Flegel, die sie damals gerade waren, und machten sich - einer Schwester gegenüber wären sie vielleicht weniger unzart gewesen - über "die großartigen Geschenke" des Brüderchens lustig.

Mein Karl erlaubte sich die Frage, was der Vater, den doch kein Mensch jemals zeichnen gesehen hatte, mit dem Gummi anfangen solle, und Kurt fügte hinzu, der Großmama wüchsen im eigenen Garten mehr Nüsse zu, als sie alle zusammen an zehn Weihnacht

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