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Nordische Mythen und Sagen von Gaiman, Neil (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.02.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Nordische Mythen und Sagen

Warum bebt die Erde? Wie entstanden Ebbe und Flut? Wie kam die Poesie in unsere Welt?

Neil Gaiman erzählt die nordischen Sagen und Mythen neu, mit Witz und Sinnlichkeit, voller Zuneigung und Neugierde. Wir machen Bekanntschaft mit dem mächtigen Odin, reisen mit Thor und seinem Hammer durch die neun nordischen Welten, sind bezaubert von den Göttern und entsetzt von mancher Skrupellosigkeit. Machen Sie sich die Sagen zu eigen, erzählen Sie sie weiter, an den langen kalten Winterabenden, in den lauen Sommernächten. Nach der Lektüre werden Sie selbst die Wolken mit anderen Augen betrachten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 340
    Erscheinungsdatum: 16.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732539963
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Norse Mythology
    Größe: 2088kBytes
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Nordische Mythen und Sagen

EINLEITUNG

Sich zwischen den vielen Mythen aus aller Welt zu entscheiden ist nicht weniger schwer, als zwischen den verschiedenen Küchen der Welt zu wählen. (An manchen Abenden bevorzugt man vielleicht thailändisches Essen, an anderen Sushi, und an wieder anderen Abenden hat man Heißhunger auf die Hausmannskost, mit der man aufgewachsen ist.) Doch wenn ich mich entscheiden müsste, wären es wohl die nordischen Mythen und Sagen.

Meine erste Begegnung mit Asgard und seinen Bewohnern hatte ich als kleiner Junge. Mit gerade mal sieben Jahren las ich die Abenteuer des Mighty Thor , wie sie vom amerikanischen Comickünstler Jack Kirby dargestellt wurden, in Geschichten, die Kirby und Stan Lee entwickelt hatten und deren Dialoge von Stan Lees Bruder, Larry Lieber, geschrieben worden waren. Kirbys Thor war mächtig und gut aussehend, sein Asgard eine hoch aufragende Science-Fiction-Stadt voller beeindruckender Gebäude und bedrohlicher Bauwerke. Sein Odin war weise und edel, sein Loki ein sardonisches Geschöpf samt Helm mit Hörnern und die Bösartigkeit in Person. Ich liebte Kirbys blonden, hammerschwingenden Thor und ich wollte mehr über ihn erfahren.

Ich lieh mir eine Ausgabe der Myths of the Norsemen von Roger Lancelyn Green und las sie wieder und wieder, begeistert und zugleich verblüfft: In seiner Darstellung war Asgard keine kirbyesque Zukunftsstadt, sondern eine Wikingerstätte, eine Ansammlung von Bauwerken weit draußen in den Eiswüsten. Odin, der Allvater, war nicht edel, weise und aufbrausend, sondern überaus klug, undurchschaubar und gefährlich; Thor war ebenso stark wie der Mighty Thor aus den Comics, sein Hammer ebenso mächtig, aber er war ... nun, um ehrlich zu sein, nicht gerade der Hellste unter den Göttern. Und Loki war keineswegs böse, auch wenn er gewiss nicht für das Gute kämpfte. Loki war ... kompliziert.

Zudem erfuhr ich, dass zu den Sagen um die nordischen Götter ihr eigener Weltuntergang gehörte: Ragnarök, die Götterdämmerung, das Ende von allem. Die Götter würden gegen die Reifriesen kämpfen, und sie würden alle sterben.

Hatten sich die Ragnarök, die letzten Tage, bereits ereignet? Würden sie noch kommen? Ich wusste es nicht. Und ich bin mir auch heute nicht sicher.

Die Tatsache, dass diese Welt und ihre Geschichten enden würden, und die Art, wie sie eines Tages enden und neu entstehen sollten, machte die Götter und die Riesen und alle anderen Figuren zu tragischen Helden und zu tragischen Schurken. Die Ragnarök sorgten dafür, dass die Welt der nordischen Mythen in meinem Kopf blieb, dass sie mir seltsam gegenwärtig und aktuell vorkam, während sich andere, besser dokumentierte Göttersagen anfühlten, als gehörten sie gänzlich der Vergangenheit an.

Die nordischen Mythen sind Geschichten aus einer kalten Welt mit langen, langen Winternächten und endlosen Sommertagen. Es sind Sagen, die von Menschen stammen, die ihren Göttern nicht über den Weg trauten, sie nicht einmal wirklich mochten, auch wenn sie sie respektierten und fürchteten. Soweit wir wissen, entstanden die Götter Asgards ursprünglich bei den Germanen, verbreiteten sich nach Skandinavien und schwappten auf den Teil der Welt über, der von den Wikingern beherrscht wurde - nach Orkney und Schottland, Irland und den Norden Englands -, wo die Eroberer Orte hinterließen, die nach Thor und Odin benannt sind. Im Englischen prägten Götternamen die Wochentage Tuesday, Wednesday, Thursday und Friday. Hier findet man Tyr, den Einhändigen (Odins Sohn), Odin, Thor und Frigg, die Königin der Götter.

Die Spuren älterer Mythen und älterer Religionen entdecken wir in den sagenhaften Schilderungen des Krieges zwischen den Vanen und Asen. Die Vanen scheinen Naturgötter gewesen zu sein, Brüder und Schwestern, weniger kriegerisch, aber womöglich nicht weniger gefährlich als die Asen.

Es ist sehr wahrs

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