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Petermännchen, der Poltergeist von Borchardt, Erika (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.1992
  • Verlag: EDITION digital
eBook (PDF)
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Petermännchen, der Poltergeist

Petermännchen, der Poltergeist Wie gelangt ein Teufelsgespenst ins Franziskanerkloster zu den frommen Brüdern in die Landesresidenz Schwerin? Warum flieht es dann wieder und ausgerechnet ins Fürstenschloß auf der Burginsel? Eine episodenhafte Geschichte um die Entwicklung eines Poltergeistes vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert, ein Novum in der deutschen Kulturgeschichte. Ein freier und gerechtigkeitsliebender Poltergeist begibt sich um eines bunten, glöckchenbehangenen Röckchens willen bei den Mönchen des Schweriner Franziskanerklosters in Dienst. Er erkennt, daß er sich zum Knecht macht, verläßt die (vor der Reformation) gottlosen Mönche und zieht ins nahegelegene Schweriner Schloß. Hier erlebt er das Treiben am Herzogshofe, hilft den Bediensteten und wehrt sich gegen Ungerechtigkeiten. Die Menschen nennen den mutigen Poltergeist (oder ist es gar der Hofzwerg des Herzogs?) Petermännchen. Auf der Grundlage historischer Dokumente und Studien wird ein Stück mecklenburgische Geschichte vermittelt und die wahrscheinlich tatsächliche Entstehung einer Sagenfigur in unterhaltsamer Form geschildert. Mit Nachwort und Anhang (Faksimiledruck der Berichte aus den Jahren 1559 und 1747, die der Geschichte zugrunde liegen). Illustrationen von Horst Schmedemann. Inhalt: Wie Puck die Mönche foppt; Puck als Klosterknecht; Wie Puck einem Edelmann zum Paradies verhilft; Warum Puck das Kloster verläßt; Puck zieht ins Schloß; Puck erlebt eine bescheidene Fürstenhochzeit und erhält einen neuen Namen; Wie der Schloßgeist einen Feldherrn vertreibt; Aufregung im Schloß - wer ist der Zwerg; Ein unerhörtes Ereignis; Der wahrhafte Bericht von einem Knecht, genannt der Pück; Nachricht von dem kleinen Mängen. Leseprobe In deutschen Landen, hoch im Norden, lag einst das Herzogtum Mecklenburg. Vor langer, langer Zeit, Hunderte von Jahren sind seitdem vergangen, da ereignete sich in der Fürstenresidenz Schwerin gar Seltsames. Schier über Nacht erschien ein Poltergeist in der mittelalterlichen Stadt. Und ausgerechnet im Franziskanerkloster! Ein Teufelsgespenst bei den frommen Brüdern - wie sollte das wohl zugehen? Es wurde gemunkelt, daß ihn die Mönche von einer Reise mitgebracht hätten. Ja, kann man denn einen Geist einfach mitbringen? Etwa wie ein Geburtstagsgeschenk in buntes Seidenpapier gewickelt mit einem rosa Schleifchen darum? Oder wie ein Hündchen an der Leine mitführen? Was mag nur geschehen sein? Erika Borchardt: Jahrgang 1944, Diplom-Kulturwissenschaftlerin Fachverkäuferin für Lebensmittel, als Lehramtsanwärterin kombiniertes Direkt- und Fernstudium für Mathematik und Technisches Zeichnen, danach im Kulturbereich tätig und vier Jahre Fernstudium der Kultur- und Leitungswissenschaft sowie weitere fünf Jahre Fernstudium der Kulturwissenschaft. War über ein Jahrzehnt wissenschaftliche Mitarbeiterin im Schlossmuseum Schwerin. Mitbegründerin des Kulturvereins Sagenland Mecklenburg-Vorpommern e. V. Autorin von wissenschaftlichen Arbeiten zur mecklenburgischen Kulturgeschichte und mehreren Erzählbüchern, vor allem mit Petermännchen-Geschichten. Daneben Hör- und Puppenspiele sowie ein Bühnenstück. Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann Dr. Jürgen Borchardt. Bibliografie (Auswahl) Autorin/ Mitautorin: Wie Petermännchen zu Hut und Stelzen kam. Ein Märchen, 1990 Petermännchen. Der verwunschene Prinz. Sagengeschichten, 1991 Mecklenburgs Herzöge. Porträts, 1991 Petermännchen. Der Poltergeist. Eine Sagengeschichte, 1992 Petermännchen. Der Schweriner Schlossgeist. Sachbuch, 1992 Petermännchen. Der geheimnisvolle Zwerg. Erzählungen, 1994 Der habgierige Fischer. Puppenspiel, Uraufführung 1995 Bei Petermännchen zu Gast. Hörspiel, Erstsendung NDR 4, 1995 Das Geheimnis der Felsengrotte. Sagen aus Schwerin und Umgebung, 1996 Im Paradies des Verkehrsteufels. Ein Bühnenstück für Kinder, 1996 Schloss Basthorst. Architektur und Geschichte, 2004 Das sagenhafte Schwerin. Wanderführer, 2006 Sagenhafte Orte. Um

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 66
    Erscheinungsdatum: 01.01.1992
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863940461
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 727 kBytes
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Petermännchen, der Poltergeist

Puck als Klosterknecht Nach einiger Zeit, die Sonne stand schon hoch am Himmel, hatten der Guardian und seine Gefährten Schwerin erreicht und näherten sich dem Kloster. Ihre List und ihr Hoffen waren vergeblich gewesen, wie sie nun sahen. Der Poltergeist begrüßte sie am Tor mit zwei kupfernen Kannen voll berauschendem Weine als Willkommenstrunk. Der Guardian wehrte ab: 'Ich habe noch nichts gegessen, mir beliebet nicht zu trinken.' Er hütete sich wohl, den unberechenbaren Geist zu verärgern. Da ließ dieser denn auch von ihm ab. Kaum hatten die Mönche zu Mittag gespeist, erschien Puck erneut und sprach zu den Herren: 'Sehet, ihr habt mir für meine Dienste einen Rock von allerhand Farben und Glocken versprochen. Nun bitte ich derowegen, dass ihr denselben ohne Verzug anfertigen lasset und in einer hölzernen Truhe aufbewahret, bis ich meinen Lohn begehre.' Die Mönche, schon wieder schläfrig vom Essen und vom Wein, nickten nur ein wenig. Was interessierte sie jetzt, wo sie müde waren, ein bunter Rock. Da setzte Puck hinzu: 'Tuet ihr es nicht, so werdet ihr allezeit keinen Frieden mit mir haben.' Als die Mönche diese Rede vernahmen, wurden sie mit einem Schlag putzmunter und vor Schreck blass. Die eine Nacht in Unfrieden mit dem Poltergeist auf dem Hofe Klein Brütz hatte ihnen gereicht. Sie versprachen hoch und heilig, den Rock sofort in Auftrag zu geben und taten es auch. Nun der Geist seinen Lohn gesichert sah, fragte er, welche Dienste er zu verrichten hätte. Vertrag ist Vertrag. Der Guardian, dem im Moment nichts Besseres einfiel, sagte: 'Du sollst die Klosterbrüder bei Nachtzeit zum Gebet wecken. Aber', fügte er schnell hinzu, 'du darfst ihnen nichts Böses tun.' Das versprach Puck. Ihm sollte es ein leichtes sein, die Nacht über zu wachen, denn er selbst brauchte keinen Schlaf, weder bei Tag noch bei Nacht. Deshalb betrachtete er diesen für ihn geringen Dienst nicht als Arbeit, und so fragte er: 'Und was soll ich noch tun?' Da war guter Rat teuer, die Mönche wollten ihn möglichst nicht in ihrer Nähe haben, aber wegschicken konnten sie ihn ebenfalls nicht, so kamen sie auf den Einfall, ihn in der Küche dienen zu lassen. Dort gab es von morgens bis abends viel zu tun, dass der Geist nicht mal Zeit haben würde, auch nur die Nasenspitze aus der Tür zu stecken. Deshalb sagte der Guardian: 'Du sollst das Amt einer Wäscherin in der Küche verrichten, das Küchengerät und die Schüsseln waschen, die Töpfe säubern, das Gemüse putzen und was sonst alles anfällt leisten.' Puck, der nicht ahnte, in welchem Maße die Mönche für ihr leibliches Wohl sorgen ließen, fragte nach weiteren Diensten. Da hatte der Guardian eine famose Idee. Er befahl dem Geist: 'Ich will, dass du jedem Klosterbruder getreulich jeden Wunsch erfüllst. Sollte nur einer der Brüder durch dich Schaden erleiden, so ist unser Vertrag hinfällig, und den bunten Rock mit den vielen Glöckchen bekommst du dann auch nicht.' Nun wurde es gar dem Poltergeist ein bisschen unheimlich. Trotzdem gelobte er, dies alles zu tun. Zu dem Edelmann von Halberstadt und dessen Saufkumpanen wollte er nicht zurück. Dass ihn die Mönche ihren Bruder genannt hatten, vergaß er nicht, und der schöne Rock lockte gar sehr. So diente Puck also den Klosterbrüdern nach besten Kräften. Niemand brauchte sich über ihn zu beklagen. Es war wirklich erstaunlich, wie sich der Geist gewandelt hatte und wie fleißig er geworden war. Nicht einmal des Nachts polterte er, und wenn er es doch einmal tat, dann bloß ein kleines bisschen, und nur, wenn es niemand sah und hörte. Keiner der Mönche wurde durch ihn im Schlaft gestört. Und diese hüteten sich, ihn auch nur ein einziges Mal zu necken oder zu beschimpfen. Es hatte sich in Windeseile herumgesprochen, wie Puck die Klosterbrüder in Klein Brütz bestraft hatte, weil sie ihn in seiner Kammer störten. Niemanden gelüstete danach, ähnliches zu erleben. Puck bekam ein Zimmerchen ganz für sich allein. Endlich hatte

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