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Schottische Volksmärchen

  • Erscheinungsdatum: 25.09.2014
  • Verlag: Diederichs Verlag
eBook (ePUB)
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Schottische Volksmärchen

Schottland ist voll von alten Geschichten. Die Mannigfaltigkeit der Landschaft, die felsige Küste, Wälder, Seen und Moore, hat die Märchenvorstellungen durchtränkt, wobei die keltische Überlieferung in den Highlands und auf den Inseln überwiegt, hingegen die angelsächsische in den Lowlands. In allen 70 Märchen dieses Bandes spiegelt sich der Glaube des Volkes, wonach Mut und Klugheit, wenn sie auch den Schwächeren gehören, über bloße Kraft, Dummheit und Stolz den Sieg davontragen. Die Diederichs-Reihe "Märchen der Weltliteratur" ist die umfassendste Sammlung ursprünglicher Erzählliteratur aller Völker und Zeiten. Sie versammelt das Schönste, was sich die Menschen je erzählt haben: Mythen und Legenden, Göttersagen und Dämonengeschichten, Feen- und Zaubermärchen, gewitzte Tierfabeln und herrliche Schwänke. Wer die Eigenart anderer Völker verstehen will, wird hier Wege abseits des Mainstreams finden. Eine moderne Märchenbibliothek für eBook-Leser. Schottland ist voll von alten Geschichten. Die Mannigfaltigkeit der Landschaft, die felsige Küste, Wälder, Seen und Moore, hat die Märchenvorstellungen durchtränkt, wobei die keltische Überlieferung in den Highlands und auf den Inseln überwiegt, hingegen die angelsächsische in den Lowlands. In allen 70 Märchen dieses Bandes spiegelt sich der Glaube des Volkes, wonach Mut und Klugheit, wenn sie auch den Schwächeren gehören, über bloße Kraft, Dummheit und Stolz den Sieg davontragen. Die Diederichs-Reihe "Märchen der Weltliteratur" ist die umfassendste Sammlung ursprünglicher Erzählliteratur aller Völker und Zeiten. Sie versammelt das Schönste, was sich die Menschen je erzählt haben: Mythen und Legenden, Göttersagen und Dämonengeschichten, Feen- und Zaubermärchen, gewitzte Tierfabeln und herrliche Schwänke. Wer die Eigenart anderer Völker verstehen will, wird hier Wege abseits des Mainstreams finden. Eine moderne Märchenbibliothek für eBook-Leser.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 25.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641139551
    Verlag: Diederichs Verlag
    Größe: 960 kBytes
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Schottische Volksmärchen

1. Die Vogelschlacht

E s geschah einmal vor langer Zeit, daß jedes Geschöpf und jeder Vogel in einer großen Schlacht gegeneinander kämpften. Der Sohn des Königs von Tethertown sagte, er wolle hingehen, um der Schlacht zuzusehen, und seinem Vater Kunde bringen, wer in diesem Jahr König über alle Geschöpfe sein sollte. Die Schlacht war vorbei, bevor er hinkam, bis auf einen einzigen Kampf zwischen einem großen schwarzen Raben und einer Schlange, und es sah so aus, als ob die Schlange den Sieg über den Raben davontragen würde. Als der Königssohn das sah, kam er dem Raben zu Hilfe, und mit einem einzigen Hieb schlägt er der Schlange den Kopf ab. Als der Rabe wieder zu Kräften gekommen war und sah, daß die Schlange tot war, sagte er: "Weil du mir an diesem Tag so liebreich geholfen hast, sollst du etwas sehen, was du noch nie gesehen hast. Komm, setze dich auf meinen Rücken zwischen meine beiden Flügel." Der Königssohn bestieg den Raben, und bevor dieser wieder herunterkam, trug er ihn über sieben Berge und sieben Täler und sieben Hochlandmoore. "Siehst du das Haus dort drüben?" sagte der Rabe. "Da sollst du jetzt hingehen. Eine von meinen Schwestern wohnt darin, und ich verbürge mich, daß du gut aufgenommen wirst. Und wenn sie dich fragt: "Warst du bei der Vogelschlacht dabei?" sage, daß du dabei warst. Aber vor allem denke daran, daß du mich morgen wieder triffst, hier an dieser Stelle." Der Königssohn wurde gut und reichlich bewirtet an diesem Abend. Er bekam zu essen von jeder Art Speise, zu trinken von jeder Art Getränk, warmes Wasser für seine Füße und ein weiches Bett für seine Glieder.

Am nächsten Tag ließ ihn der Rabe den gleichen Blick tun über sieben Berge und sieben Täler und sieben Hochlandmoore. Sie sahen eine Hütte in weiter Ferne, aber wenn es auch weit war, so dauerte es doch nicht lange, bis sie hinkamen. Er wurde auch an diesem Abend gut bewirtet – eine Menge zu essen und zu trinken und warmes Wasser für seine Füße und ein weiches Bett für seine Glieder – und am nächsten Tag war es ebenso.

Am dritten Morgen, wer kam ihm entgegen an Stelle des Raben, wenn nicht der hübscheste junge Bursche, den er je gesehen hatte, mit einem Bündel in der Hand. Der Königssohn fragte den Burschen, ob er nicht einen großen schwarzen Raben gesehen habe. Sagte der Bursche zu ihm, "den Raben wirst du nie wiedersehen, denn ich bin der Rabe. Ich war verzaubert; doch dadurch, daß ich dich gefunden habe, bin ich erlöst, und dafür sollst du dieses Bündel haben. Und nun", sagte der Bursche, "wirst du zurückkehren auf demselben Weg, und du wirst eine Nacht in jedem Haus schlafen, wie du zuvor geschlafen hast. Aber auf eines sollst du achtgeben, daß du das Bündel, das ich dir gegeben habe, nicht verlierst, bis du an dem Ort bist, wo du am liebsten wohnen möchtest."

Der Königssohn wandte dem Burschen den Rücken und sein Gesicht dahin, wo seines Vaters Haus lag; und er fand Herberge bei den Schwestern des Raben genauso, wie er sie auf dem Hinweg gefunden hatte. Als er in die Nähe von seines Vaters Haus kam, mußte er durch einen dichten Wald. Da schien ihm das Bündel immer schwerer zu werden, und er dachte, er wolle einmal nachschauen, was darinnen sei.

Als er das Bündel aufmachte, hatte er genug zu staunen. In einem Augenblick sieht er das herrlichste Anwesen, das er je gesehen hatte, ein großes Schloß, einen Garten und einen Obstgarten um das Schloß mit Früchten und Kräutern von jederlei Art. Er stand voll Staunen da, und es ta

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