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Schwarzes Herz von Peter, Andreas (eBook)

  • Verlag: epubli
eBook (ePUB)
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Schwarzes Herz

Das 'Schwarze Herz' ist ein Märchen für die Adventszeit, eingeteilt in 24 Kapitel, als eine andere Art Adventskalender. 'Dereinst wird ein Schwarzes Herz über das Land kommen. Dieses Schwarze Herz wird das Land ins Unglück stürzen, die Schwärze auch in die Herzen aller Menschen in diesem Lande bringen und sie verderben. Schleichend wie ein Gift wird es sich überall ausbreiten, unbemerkt, bis die Dunkelheit in allem Menschen eingekehrt und alles Leben in ihnen gestorben sein wird.' Dass es diese Legende gibt und was sie für eine Bedeutung haben würde, das wissen die beiden Zwillingskinder des Königs nicht, bis kurz bevor sie volljährig werden und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen. Das Schreiben ist ein kleines, vielleicht einmal wachsendes Hobby neben der eigentlichen Tätigkeit...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783746751320
    Verlag: epubli
    Größe: 917 kBytes
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Schwarzes Herz

Kapitel 2

oder der 2. Tag im Adventskalender

Na das kann heute ja wieder heiter werden, war der erste Gedanke, der ihr durch den Kopf schoss, als sie den Speisesaal endlich verlassen hatte.

Die Stimmung war wieder einmal mehr als sonderbar gewesen und das ganze Frühstück zu einem komischen und wenig lustigen Theaterspiel geworden. Dass ihr Vater mal mehr und mal weniger griesgrämig bei Tisch sass, das wusste sie ja, denn das kannte man nicht wirklich anders von ihm. Je nach Tagesform schwankte seine Stimmung zwischen dunkelster Nacht, Schneesturm, Dauerregen und tiefstem Kerkerverlies.

Dass sie heute früh extra schon im Garten gewesen war und einen bunten Strauss aus drei Dahlien mitgebracht hatte, die sich mit ihren Blütenblättern in kräftigem Rosarot und weichem Weiss um den kräftigen Stängel einer Sonnenblume schmiegten und deren gelben und braunen Kopf wie ein farbenfroher Kragen um den Hals lagen, schien er mal wieder in keinster Weise wahrgenommen zu haben. Ach was gäbe sie darum, wenn sie nur wüsste, wie sich seine Stimmung aufhellen liesse.

Doch er sprach nicht mit ihr darüber, blickte meist in die Ferne oder eine andere Richtung. Und wenn er sie direkt anblickte, dann immer mit einem sonderbaren Blick, der schwer zu verstehen und noch schwerer zu deuten war.

Lange hatte sie sich als Kind vor diesem Blick gefürchtet und war verängstigt am Tisch gesessen, hatte sich nicht getraut, alleine aufzustehen und zu gehen, bis der Vater selbst sich erhoben hatte. Doch mit dem Alter kam auch der Mut hierzu und inzwischen war sie es, die im Allgemeinen als erste den Tisch verliess.

Mit den Jahren hatte sie aber auch ausreichend Zeit gehabt, den Blick des Vaters zu deuten und herauszulesen, was sein meist unbewegtes Gesicht verbarg, welche Tonlage in seiner Stimme mit schwang, wenn er mit ihr sprach und was seine Augen verrieten.

Die Mischung war immer wieder eine andere, jeden Tag schwang etwas anderes mit darin oder kam mehr zum Vorschein: Trauer, Furcht, Strenge, Sorge und Müdigkeit waren oft dabei.

Ob sie nun mit den Jahren immer tiefer in ihres Vaters Seele zu blicken vermochte und seine Augen und Blicke zu ergründen oder ob sich seine Stimmung mit der Zeit tatsächlich änderte, darüber hatte sie auch schon nachgedacht, konnte aber auf diese Frage noch keine Antwort finden, die sie selbst befriedigen würde. Doch war es ihr, als würde sie Stück für Stück dunkler und düsterer.

Was auch immer Auslöser war, ein Gegenmittel kannte sie nicht.

Und mit ihrem Bruder brauchte sie auch nicht darüber sprechen, er hatte sie noch nie verstanden, als sie es früher einige Male versucht hatte.

Leonhard war zu allem Überfluss gerade selbst dabei, in den letzten Tagen sonderbare Züge zu zeigen.

Klar war er schon immer derjenige von ihnen beiden gewesen, der als kleines Kind mit dem Holzschwert herbeigeeilt kam, wenn sie als kleine Prinzessin aus den Klauen der schlimmsten Drachen befreit werden musste.

Bei dem Gedanken musste sie nun wieder lächeln und fast schon lachen. Was hatten sie damals noch einen Spass beim Spielen zusammen gehabt, als sie wie verrückt durchs Schloss getobt waren und alles durcheinander gebracht hatten. Sie hatte sich am liebsten in der Küche und im Vorratskeller versteckt und Leonhard war ihr tapfer und furchtlos in die Drachenhöhlen gefolgt, um dort gegen die gefährlichen Bestien anzukämpfen und sie zu erretten. Naja, die grosse Suppenkelle und der grosse hölzerne Rührlöffel mussten einiges aushalten gegen das Holzschwert und den ein oder anderen blauen Fleck gab es auch bei den schweren Gefechten, die sie in der Küche zwischen ihrem Bruder und dem Koch oder einer Küchenmagd beobachten durfte. Natürlich war Leonhard immer der, der am Ende siegte und dem besiegten Drachen heldenhaft sein Leben liess.

Herje, wie lange das nur wieder her war und wie die Zeit verging. Denn in ein paar Woc

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