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12 fette Frauen Ungewollt ermittelt von Sumfleth, Cathrin (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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12 fette Frauen

Nachdem Paula erfährt, dass ihr Partner bereits verheiratet ist und nicht nur ihr Goldfisch Waldi, sondern auch die Mutter ihrer besten Freundin tragisch ums Leben kommt, gerät Paulas Leben komplett aus den Fugen. Sie verliert nicht nur ihren Job in einer Werbeagentur und erhält, entgegen ihrer Prinzipien, versehentlich eine Premium-Mitgliedschaft im Fitnessstudio, sondern wird auch noch unerwartet vom schwergewichtigen Hamburger Morddezernatsbeamten Clausen mit in die Ermittlungen im Mordfall um die Mutter ihrer Freundin verstrickt. Können sie gemeinsam mit Clausens charismatischem Sohn Claas, der plötzlich auf der Spielfläche auftaucht, den Täter fassen? Wird jemals ein anderes Haustier Waldi ersetzen? Und was stimmt nicht mit Paulas neuem Fitnesstrainer Sven, der eigentlich Alex heißt? Geboren am 8.7.1987 in Buxtehude, 2006 nach Hamburg gezogen, illustrationsverliebt Kommunikationsdesign studiert, in der Agenturwelt gelandet und wieder ausgestiegen. 2016 nach Brasilien gegangen um Kunst und Englisch zu unterrichten. Ein Jahr später mit einem One-Way-Ticket nach Australien gereist und dort geblieben. Heute arbeitet sie nach 1,5 Jahren in Perth als freie Grafikdesignerin und Illustratorin in Melbourne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 193
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742774965
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 858 kBytes
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12 fette Frauen

Kapitel 2

In der Wohnung von Carmens Mutter, welche sich im 12. Stock eines Steilshooper Plattenbaus befindet, herrscht ein regelrechter Menschenauflauf. Während ich das denke, denke ich auch an meine Pizza im Backofen, die ich gerade noch rechtzeitig abgeschaltet habe. Mein Magen knurrt, aber ich schenke ihm keine Beachtung, sondern versuche, Carmen in der Menge zu entdecken. Da ist sie. Mit Pandaaugen von der verschmierten Wimperntusche rennt sie mir entgegen, ihre sonst so gestylte Löwenmähne hängt schlapp herunter. Sie schluchzt "Paulaaaa", und drückt sich an mich. Ihr Freund Rami kommt mir ebenfalls entgegen, so blass, wie man als Halb-Inder nur sein kann. "Was ist denn nur passiert?", frage ich. Die anwesenden Polizisten debattieren laut mit einer Nachbarin, die in absolute Hysterie ausgebrochen ist und irgendein trainierter Schnösel macht Fotos. Was genau fotografisch festgehalten wird, ist mir nicht klar. Denn eine Leiche sehe ich nicht. Genau das verwirrt mich. All der Lärm und keine Erklärung, kein Anhaltspunkt.

Carmen versucht sich zu fassen. "Sie ... sie hat sich vom Balkon gestürzt:"
"Wie bitte?!" - "Ja. Mama hat sich ... sie hat", Carmen muss eine Pause machen. "Sie hat sich das Leben genommen". Sie löst sich aus unserer Umarmung, um sich die Augen zu reiben. Rami streichelt ihr liebevoll über die Schulter. Er sieht total schockiert aus. Genau wie ich. "Aber Carmen, deine Mutter war der optimistischste Mensch der Welt! Und wir haben doch gerade am ... am Dienstag, genau, am Dienstag zusammen zu Abend gegessen! Und dann hat sie uns die Karten gelegt, wie sie es bei Astro TV gelernt hat. Und sie hat nur Gutes kommen sehen. Wie ... wie kann denn das sein?!" Ich verstehe es nicht. Carmen beginnt erneut zu weinen. Rami setzt sich für eine Weile mit ihr aufs Sofa. Der offene Wohnbereich lässt auf nichts Besonderes schließen. Es ist alles sauber und ordentlich. Auf dem Tisch stehen ein paar Kartoffelchips, die Schüssel ist fast halb voll. Eine Illustrierte liegt aufgeschlagen daneben. Klatschpresse. Irgendwas über den königlichen Spross von William und Kate. Das Leben der anderen hat Maria schon immer interessiert. Aber genau das ist es ja: vieles hat sie SO sehr interessiert, dass sie sich niemals umgebracht hätte. Ich sehe keinen Abschiedsbrief. Keine Weinflasche, keine Pillen, nichts, das irgendwie auch nur in der leichtesten Form das Thema Selbstmord anskizzieren würde. Ich betrachte erneut den königlichen Spross. Gut, kleine Kinder sind, wie ich finde, nur selten ein ästhetischer Anblick. Bitte verzeih, William, ich reagiere da eher auf Hundewelpen. Aber auf keinen Fall sind die beiden so eine Gesichtsentgleisung, dass man sich aufgrund dieses Artikels vom Balkon stürzen müsste.
Ich bahne mir den Weg durch all die Menschen, von denen ich keinen einzigen kenne, bis hin zum Balkon. Ein dicker Mann und ich sind die einzigen hier. Gedankenverloren zieht er an seinem Zigarillo, die andere Hand tief vergraben in der Tasche seines Trenchcoats. Eine Halbglatze schmückt seinen dicklichen Kopf, die spärlichen Haarsträhnen wehen im Wind und er wirkt selbst beim Ausatmen konzentriert.
"Sie erfüllen aber auch jegliches Klischee eines Ermittlers!", höre ich mich sagen, ganz unbewusst. Er zieht eine Augenbraue hoch und lacht mit tiefer Stimme. Dann streckt er mir die Hand, die zuvor in der Tasche war, entgegen. "Clausen. Und Sie sind?"
"Paula Groß. Eine Freundin der Familie."
"Eine Freundin von Maria?"
"Ja. Und von Carmen. Und von Carmens Freund Rami."
"Aus mehr Leuten besteht die Familie nicht?"
"Nein." Ich schüttle den Kopf.
"Wo ist Carmens Vater?"
"Durchgebrannt, mit einer Jüngeren. Aber schon vor 20 Jahren. Warten Sie, es gibt noch einen Onkel. Jürgen, Marias älterer Bruder. Der lebt in St. Pauli. Er besitzt

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