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400 Meilen Liebe Roman von May, Veronika (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.07.2018
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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400 Meilen Liebe

Die 30-jährige Marie und der exzentrische Endfünfziger Harry haben auf den ersten Blick nichts gemein - bis auf ihren Liebeskummer. Während Marie nach Cornwall will, weil sie Angst hat, ihren Mann Steven und den Kampf um ihre Ehe zu verlieren, hofft Harry dort seine große Liebe Nora wiederfinden.
Als Marie ihn auf dem Weg zur Fähre beinahe mit dem Auto umfährt, beginnt für das ungleiche Gespann eine Reise quer durch England.
Die Erkenntnis, dass Liebe manchmal blind macht und dass Vergessen gnädiger sein kann als die Erinnerung, wird ihrer beider Leben für immer verändern.

Veronika May ist das Pseudonym von Heike Eva Schmidt, die als erfolgreiche Roman- und Fernsehautorin arbeitet. Sie lebt im Süden Deutschlands zwischen Seen und Bergen. Ihre Ideen sprudeln beim Entdecken der Natur oder nachts, wenn sie am Sternenhimmel nach Kassiopeia sucht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 09.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641216399
    Verlag: Diana Verlag
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400 Meilen Liebe

Kapitel 1

Take The "A" Train

(Duke Ellington)

"Getrennt oder zusammen?" Marie legte die Rechnung auf das runde, weiß lackierte Cafétischchen. Zwei Kännchen Earl Grey Tee, eine Portion Apfeltorte mit Sahne, ein Stück Käsekuchen und zwei Gläschen Sherry. Das Pärchen am Tisch blickte hoch, und der Mann, dessen schlohweiße Haare einen interessanten Gegensatz zu seinem gebräunten, von Falten durchzogenen Gesicht bildeten, lächelte Marie an. "Zusammen natürlich, liebes Fräulein. Für meine Herzdame ist mir nichts zu teuer."

Seine Begleiterin, eine etwa siebzigjährige Dame in einem eleganten hellblauen Kostüm und mit Perlenkette, errötete wie ein junges Mädchen. "Du bist wirklich ein Kavalier, mein Lieber. Aber nenn die jungen Frauen nicht immer 'Fräulein'! Das haben sie heutzutage nicht mehr so gerne."

"Ach, ist schon in Ordnung", sagte Marie, während sie dem Mann das Wechselgeld herausgab. Viele der Gäste nannten sie "Kindchen", "Liebchen" oder eben "Fräulein", und sie hatte wirklich nichts dagegen. Die meisten Cafébesucher hatten die Siebzig bereits deutlich überschritten und sahen in ihr wahrscheinlich eine Art Enkelersatz. Sie strich sich eine Strähne ihrer dunklen, lockigen Haare hinters Ohr und lächelte die zwei alten Leute an. "Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag."

Der Mann legte ein großzügiges Trinkgeld auf den Tisch, dann stand er auf und bot der Dame galant seinen Arm. "Reich mir die Hand, mein Leben", sagte er zärtlich zu seiner Begleiterin.

"Du und dein Don Giovanni", seufzte sie, aber ihre Augen strahlten, und der Blick, mit dem sie ihn ansah, versetzte Marie einen Stich. Sie schaute den beiden nicht nach, sondern nahm die gebrauchten Teller und Tassen und trug sie hinter den Tresen. Aber sie hatte das Geschirr zu nachlässig gestapelt, sodass eine Kaffeetasse ins Rutschen geriet und zu Boden fiel. Mit einem lauten Knall zerbarst das Porzellan, und der Kaffeerest bildete eine braune Pfütze auf den Steinfliesen. "Verflixt", rief Marie, und eine Sekunde lang hätte sie am liebsten die zweite Tasse samt den Tellern hinterhergeworfen. Doch weil die wenigen anderen Gäste schon erschrocken guckten - bis auf Frau Petersen, die ihr Hörgerät mal wieder nicht eingeschaltet hatte - beherrschte Marie sich. Sofort kam Gitta mit Kehrbesen und Schaufel an. "Nichts passiert! Guten Appetit die Herrschaften", rief sie in die Runde und lachte ihr unschuldiges Gitta-Lachen, das wie ein Sonnenstrahl nach einer Sturmbö wirkte. Die Cafébesucher widmeten sich beruhigt wieder ihren Kaffees und Kuchenstücken, während Marie Gitta den Handbesen abnahm. "Alles okay mit dir? Du bist seit ein paar Tagen schon so nervös", fragte Gitta leise, und der besorgte Ton in ihrer Stimme hätte Marie beinahe den Rest gegeben. Sie bückte sich hastig, sodass ihr das Haar ins Gesicht fiel und kehrte die Scherben zusammen. "Alles bestens. Ich hab nur nicht gut geschlafen."

Gitta nickte mit ernster Miene. "Verstehe. Es ist wegen Steven, stimmt's?"

Marie zuckte zusammen, aber Gitta fuhr fröhlich fort. "Es macht mich bei meinem Göttergatten auch immer rasend, wenn er die ganze Nacht schnarcht. In dem Augenblick beneide ich die Frauen, die ihr Bett für sich alleine haben."

Marie verzog das Gesicht zu einem gequälten Lächeln. Ungewollt hatte Gitta Salz in Maries Wunde gestreut. "Steven ist nicht da. Er besucht seine Familie."

"In England?"

"Nein, in Papua-Neuguinea. Man hat ihn nämlich als Kind aus dem Dschungel entführt und nach Cornwall verschleppt."

"Echt?"

Marie sah Gittas ehrlich verblüffte Miene und seufzte innerlich. Sie vergaß immer wieder, wie immun ihre Kollegin gegen jegliche Ironie war. Gitta glaubte an das Gute im Menschen, und Sarkasmus war ihr völlig fremd. Marie holte tief Luft. "Nein, war nur ein Witz. Ich bin heute einfach ... Ich weiß auch nicht."

Doch natürlich wusste Marie ganz genau, warum sie am liebsten mit Gesc

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