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44 Geschichten, die das Leben zu schreiben vergass von Walter, Brigitte Marianne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.04.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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44 Geschichten, die das Leben zu schreiben vergass

11 Geschichten, die das Leben zu schreiben vergaß . . . wie die der Dreißigjährigen auf der Suche nach einem Ehemann; wie die des Brautpaares in fortgeschrittenem Alter; wie die der Erbschleicher von Onkel Otto; wie die von Hollermoor, dem demokratischen Musterdorf; wie die der Kristallkugel von Madame Odette; wie die des verdienten Lohnes der Angst; wie die der Wallfahrten, die zum Glück verhalfen; wie die von Rena, die die Lederbäume kennenlernte; wie die des unvergleichlichen Robofix; wie die von Snowy und ihren sieben Rockmusikern; wie die der Erfindung des Bumerangs . . . und weitere 33 Geschichten.

Mein Geburtsort ist Berlin, mein Heimatort wurde München - eine glückliche Symbiose zweier unterschiedlicher Lebensräume! Kriegsbedingt hatte ich eine unerfreuliche Jugend - mit dem Vorteil, dass der Mangel an allem Lebensnotwendigem meine Fantasie beflügelte; schon als Kind dachte ich mir Märchen aus. Später wurden die Geschichten umfangreicher, Rollenspiele kamen hinzu. Und noch später wurde ich Mitglied verschiedener Schreibgruppen, dort entstanden Dutzende von Alltagsgeschichten, Satiren, Märchen, Sketches, Science Fiction und Gedichten. Ein erfreuliches Echo erfuhr ich bei vielen Lesungen, in zahlreichen Anthologien bin ich vertreten. Im vorliegenden Buch stelle ich 44 Geschichten vor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 13.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741247385
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 886kBytes
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44 Geschichten, die das Leben zu schreiben vergass

Katherine's Tagebuch

15. Januar

Jetzt sitze ich also tatsächlich im Zug. In irgend einer kleinen Stadt werde ich aussteigen. Als Serviererin in einem Restaurant könnte ich mich bewerben, oder als Haushälterin. Arbeiten bin ich schließlich gewohnt. Mit Gottes Hilfe finde ich etwas.

Was William wohl macht ohne mich? Aber es war schon richtig, daß ich ihn verlassen habe. Viel hat er sich aus mir nie gemacht, nur zum Arbeiten kam ich ihm recht, und um unsere drei Kinder aufzuziehen. Aus denen dann nichts geworden ist. Obwohl ich mir, weiß Gott, Mühe gegeben habe. Als Vater war William zu streng. Verständnis hat er auch keines gehabt. Er hat es einfach nicht merken wollen, daß Will nicht fürs Landleben geschaffen war. Bei der Army wird er es jetzt zwar nicht besser haben, und ob sein Vorgesetzter netter ist als sein Vater - Aber man darf mit dem Schicksal nicht hadern; wie es einem bestimmt ist, muß man es nehmen.

Obwohl Ron so begabt war, hätte ihn William nicht studieren lassen. Man soll nicht so hoch hinaus wollen, war seine Meinung. Wenn der Herr nicht gewollt hätte, daß Ron studiert, hätte er ihm nicht so viel Klugheit mitgegeben. Das war auch die Meinung der Lehrer. Jetzt lebt er in der großen Stadt und wir sind unseren Zweitältesten ebenfalls los. Und natürlich Mary. Ich fand's ja auch nicht richtig, daß sie sich unbedingt einen Katholiken eingebildet hat. Aber ich habe mir halt gedacht, vielleicht ist es der Wille des Herrn, daß sie ihn zum rechten Glauben bekehrt. William war nicht zu überzeugen. Deshalb hat er alle seine Kinder verloren.

Und mich. Es ist schon in Ordnung, daß ich ihn verlassen habe. Sein ständiges Klagen war nicht mehr zum Aushalten. "Immer kriegt der Miller bessere Preise - schau dir nur die Kinder vom Smith an, aus denen ist was geworden - so einen wie Robert hätte unsere Mary heiraten sollen - dem Taylor geht es viel besser als mir, obwohl der selten beim Gottesdienst zu sehen ist - ich hätte eine reiche Frau heiraten sollen, und nicht eine arme Kirchenmaus!" Das war der Gipfel. Das konnte ich mir nicht mehr bieten lassen. Eine Scheidung verbietet uns ja die Religion, aber der Herr hat mir dafür genügend Unternehmungsgeist mitgegeben. Er wird mir auf meinem künftigen Weg beistehen.

16. Januar

Der Herr meint es wirklich gut mit mir! Gestern auf der Fahrt bin ich, als ich einem Abteilnachbarn ein Chickensandwich anbot, mit ihm ins Gespräch gekommen, mit Jimmy, einem Gemüsehändler aus Gulpeper. Was ist das doch für ein charmanter, lustiger, lebensfroher Mensch! Er braucht eine Hilfe in seinem Laden, und engagierte mich sofort! Nun habe ich also ein Dach über dem Kopf, Essen frei und, wenn ich mich bewähre, einen anständigen Lohn. Ich bin überglücklich!

25. Januar

Eine Woche bin ich nun Jimmy's Rechte Hand im Laden. Und mehr noch. Es ist unglaublich - da war ich vierundzwanzig Jahre verheiratet - aber von Liebe habe ich nie etwas kennengelernt! Nicht im Traum hätte ich mir vorstellen können, daß es in der Wirklichkeit einen Mann gibt wie in dem Roman, den mir Molly Taylor einmal geliehen hatte. Nun bin ich einem solchen begegnet! Und ihm mit Haut und Haaren verfallen. Noch immer kann ich es nicht fassen, daß ein so überwältigendes Gefühl möglich ist. Der Herr hat mir dieses Geschenk gemacht; ich bin ihm unendlich dankbar.

3. März

"Wiegen Sie sich nur nicht in Sicherheit, Kathy," hat heute die dicke Mrs. Hunter zu mir gesagt, und dabei recht hämisch gegrinst. "Er hat es noch mit keiner lange ausgehalten, Sie wären die erste!" Und dann ist sie kichernd gegangen. Das gemeine Weibsbild! Was für eine unverschämte Verdächtigung! Mein Jimmy, so etwas von ihm zu sagen! Wie ist die Welt doch schlecht! Ich habe es ihm abends gleich erzählt, da hat er gelacht und gemeint, die dicke Mrs. Hunter sei nur sauer, weil sie bei ihm nicht landen konnte!

15. Juni

Gestern war der schönste Tag meines Lebens! Jimmy ist mit m

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