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All das Ungesagte zwischen uns von Hoover, Colleen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.10.2020
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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All das Ungesagte zwischen uns

'Die Queen hat wieder einen Volltreffer gelandet.' Leserstimme Ein tragischer Unfall verändert von einer Sekunde auf die andere Morgans Leben und entlarvt, dass ihr bisheriges Leben auf Lügen basierte. Gleichzeitig entgleitet ihr ihre Tochter Clara immer mehr: Sie trifft sich heimlich mit einem Jungen, von dem sie weiß, dass ihre Mutter ihn nicht an ihrer Seite sehen möchte. Halt findet Morgan in dieser schweren Zeit ausgerechnet bei dem einen Menschen, bei dem sie keinen Trost suchen sollte ...

Colleen Hoover ist nichts so wichtig wie ihre Leser*innen. Ihr Debüt wurde sofort zu einem Welterfolg. Die Autorin hat eine riesige Fangemeinde. Mit ihrem Mann und ihren Söhnen lebt sie in Texas.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 23.10.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423437745
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: dtv bold
    Originaltitel: Regretting you
    Größe: 2472 kBytes
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All das Ungesagte zwischen uns

Kapitel 1
MORGAN

Gibt es das nur bei uns Menschen oder kennen auch andere Lebewesen das Gefühl, innerlich leer zu sein?

Wie kann es sein, dass in mir all das ist, woraus Körper so bestehen - Knochen, Muskeln, Blut, Organe -, und ich trotzdem das Gefühl habe, man könnte mir in den Mund brüllen und das Echo würde von den Wänden meines Brustkorbs widerhallen?

So geht das jetzt schon seit Wochen. Ich hatte gehofft, es würde von selbst wieder verschwinden, aber allmählich fange ich an, mir Sorgen zu machen. Eigentlich fehlt mir in meinem Leben nichts. Ich bin jetzt schon seit fast zwei Jahren mit einem sehr süßen Jungen zusammen, und wenn ich die paar Situationen nicht mitzähle, in denen sich Chris wie eine unreife Knalltüte aufführt (meistens in Verbindung mit Alkohol), ist er genau der Freund, den sich jedes Mädchen wünscht: fröhlich, witzig, sieht gut aus, liebt seine Mutter und weiß, was er will. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese innere Leere etwas mit ihm zu tun hat.

Dann habe ich auch noch Jenny - meine ein Jahr jüngere Schwester und gleichzeitig beste Freundin. Ich liebe sie über alles, obwohl sie das komplette Gegenstück zu mir ist. Jenny ist spontan, sagt immer, was sie denkt, und hat ein herzhaftes Lachen, um das ich sie beneide. Ich bin zurückhaltender als sie und finde, mein Lachen klingt manchmal ein bisschen gepresst.

Wir machen immer Witze darüber, wie gegensätzlich wir sind und dass wir uns wahrscheinlich nicht ausstehen könnten, wenn wir keine Schwestern wären. Jenny fände mich todlangweilig, und mir würde ihre laute Art auf die Nerven gehen, aber weil unser Altersabstand so gering ist und wir immer schon ein Superteam waren, fühlt es sich für uns eher an, als würden wir uns gegenseitig ergänzen. Klar haben wir unsere Reibereien, aber wir vertragen uns auch schnell wieder. In letzter Zeit machen wir sogar noch mehr miteinander als sonst, weil sie seit Kurzem mit Chris' bestem Freund Jonah zusammen ist. Die beiden waren im Jahrgang über mir und haben gerade ihren Abschluss gemacht. Seit Beginn der Sommerferien sind wir praktisch ständig im Viererpack unterwegs.

Hat dieses Gefühl der inneren Leere womöglich was mit meiner Mutter zu tun? Aber ich wüsste nicht, warum sie mir auf einmal fehlen sollte. Sie spielt schon lange keine wirkliche Rolle mehr in unserem Alltag. Ich habe mich damit abgefunden, dass Jenny und ich in der Elternlotterie nicht das große Los gezogen haben. Seit dem Tod unseres Vaters vor fünf Jahren ist Mom in unserem Leben praktisch nicht mehr vorhanden. Am Anfang war ich noch wütend, dass ich für Jenny quasi die Mutterrolle übernehmen musste, aber mittlerweile ist das okay für mich. Im Gegenteil, je älter ich werde, desto angenehmer finde ich es, dass da niemand ist, der sich ständig einmischt, uns vorschreibt, wann wir zu Hause sein sollen, und sich Sorgen um uns macht. Mit siebzehn habe ich Freiheiten, von denen andere in meinem Alter nur träumen. Es ist echt merkwürdig. In meinem Leben hat sich in letzter Zeit nichts verändert, was dieses Gefühl erklären könnte.

Oder ist da womöglich doch irgendwas, und ich habe nur Angst, mich damit auseinanderzusetzen ...?

»Ich hab Hank getroffen«, unterbricht Jenny vom Beifahrersitz aus meine Grübeleien. Jonah fährt und Chris und ich sitzen hinten. Ich hatte aus dem Fenster in die Dunkelheit gestarrt, jetzt sehe ich meine Schwester an, die sich mit leuchtenden Augen zu uns umdreht. Heute sieht sie ganz besonders süß aus. Sie hat sich eins von meinen Maxi-Kleidern geliehen und ist nur ganz wenig geschminkt. Ich habe mich noch nicht so richtig daran gewöhnt, dass die sechzehnjährige Jenny so ganz anders ist als die fünfzehnjährige. »Er hat versprochen, uns für heute Abend was zu besorgen.«

Chris hebt grinsend die Hand und Jenny klatscht ihn ab. Ich sehe wieder aus dem Fenster und verbeiße mir jeden Kommentar. Ich weiß nicht, wie ich es

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