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Allee der Kosmonauten von Krüger, Anne (eBook)

  • Erschienen: 14.01.2015
  • Verlag: script 5
eBook (ePUB)
5,99 €
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Allee der Kosmonauten

In ihrer Kindheit träumte Mathilda unter anderem von einer Karriere als Osterhase, aber am liebsten wollte sie Kosmonautin werden. Als sie ihrer besten Freundin während einer Riesenradfahrt auf die Bluse kotzte, zerbrach ihr Herzenswunsch jedoch an der schnöden Realität - sie war nicht schwindelfrei. Zurück blieb eine unbändige Begeisterung für Juri Gagarin und den Weltraum. Heute Ende zwanzig, ist Mathilda immer noch auf der Suche nach einem erfüllten Leben. Kosmonautin steht als Beruf nicht mehr zur Diskussion, aber was dann? Und was das erfüllte Privatleben angeht: Welcher Mann kann schon neben Juri Gagarin bestehen? 'Allee der Kosmonauten' ist ein Roman über die erste schwierige Phase im Leben junger Erwachsener (Quarterlife Crisis), in der neue Entscheidungen getroffen werden müssen und sich alte Bindungen verändern. Anne Krüger setzt sich mit dieser Thematik authentisch auseinander und verleiht ihren Figuren wie im Vorbeigehen Tiefe. Ein literarisches, unterhaltendes Debüt voller Situationskomik und feinem Humor.

Anne Krüger wurde 1975 geboren, als mitten im Kalten Krieg eine amerikanische Apollo- und eine sowjetische Sojus-Kapsel im Weltraum aneinander ankoppelten. Statt Kosmonautin zu werden, arbeitete sie nach dem Studium in diversen Jobs mit Bodenhaftung, bis sie sich vor einigen Jahren als Hörspielautorin selbstständig machte. Die Open-Mike-Finalistin lebt mit ihrer Familie und einer Katze in ihrer Geburtsstadt Berlin, allerdings nicht in der Allee der Kosmonauten.

Produktinformationen

    Größe: 1804kBytes
    Herausgeber: script 5
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 400
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
    ISBN: 9783732002894
    Erschienen: 14.01.2015
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Allee der Kosmonauten

Die Kuppeln der Abhöranlage ragten wie Riesenpilze oder Raumschiffe in den strahlend blauen Himmel hinein. Relikte einer vergangenen Zeit.

Magnus biss in einen Schokoriegel und reichte ihn dann mir.

"Danke." Ich streichelte über sein sommersprossiges, schmales Gesicht und lehnte mich an ihn.

Direkt neben uns versuchten Leute bei fast völliger Windstille einen Drachen steigen zu lassen. Wir sahen ihnen dabei zu, wie sie es unermüdlich immer wieder probierten.

Ich nahm die Wasserflasche aus dem Rucksack.

"Ganz schön heiß heute", bemerkte ich.

Magnus nickte. Er gähnte und ließ sich nach hinten ins platt getretene Gras fallen.

"Früher bin ich oft hier gewesen", sagte er.

"Ich weiß."

"Bei gutem Wetter sieht man die ganze Stadt."

Ich ließ meinen Blick über das beeindruckende Panorama schweifen und erkannte mit zusammengekniffenen Augen den Fernsehturm.

Das Wasser aus der Flasche schmeckte brackig. Ich spuckte es aus und ließ mich neben Magnus fallen.

"Wir können jetzt öfter hierherkommen", schlug ich vor.

Magnus schloss die Augen, ohne zu antworten. Ich kitzelte ihn mit einem Grashalm an der Lippe und er zuckte ärgerlich zusammen.

In den letzten drei Jahren hatten wir uns nur selten gesehen, denn Magnus lebte im Ausland. Letztes Jahr war er von London nach Barcelona umgezogen. Ich hatte ihn besucht, in London, in Barcelona, und auch er war ein paarmal bei mir gewesen. Magnus war ständig in irgendwelche Kunstprojekte verstrickt, die schlecht bezahlt wurden, aber viel Spaß machten. Seine Eltern überwiesen ihm jeden Monat ein ordentliches Sümmchen und ich beneidete ihn darum.

"Was hältst du davon?", griff ich meinen Vorschlag wieder auf. "Wir kommen jeden Sonntag hierher. So als Tradition."

Magnus murmelte etwas, das ich nicht verstand.

Ich biss in den warmen Schokoriegel und starrte in den Himmel. So lange hatte ich auf diesen Tag gewartet. Auf den Tag, an dem Magnus endlich wieder in die Stadt ziehen würde, aus der er kam, und wir zusammen sein konnten, ohne in ein Flugzeug steigen zu müssen.

Ich drehte den Kopf zur Seite und schaute ihn an. Hinter seinen geschlossenen Lidern zuckte es. Woran dachte er?

An seiner Schläfe hing ein Schweißtropfen. Es war wirklich verdammt heiß heute.

Gestern hatte ich Magnus am Flughafen abgeholt und mir das Auto von Nina, meiner besten Freundin, geliehen. Ich wollte mit Magnus eine Ehrenrunde durch die Stadt drehen, ihn gebührend willkommen heißen. Aber dann war Magnus müde gewesen und hatte nichts von zusätzlichen Schlenkern wissen wollen. Beinahe schweigend hatte ich Ninas burgunderfarbene Kiste zu mir nach Hause gelenkt.

Heute Mittag, Magnus schlief wie üblich bis spät in den Tag hinein, hatte ich den Vorschlag gemacht, auf dem Teufelsberg zu picknicken. Ich wusste, dass Magnus den Teufelsberg liebte. Zwar hatten wir dann bloß Schokoriegel und Wasser eingepackt, aber die Sonne schien und wir hatten ja uns.

"Schade, dass du Nina das Auto zurückgebracht hast", murmelte Magnus schläfrig.

"Wieso?"

"Ich will meine Sachen zu meiner Cousine schaffen."

Ruckartig setzte ich mich auf. "Was meinst du damit? Du wohnst doch bei mir."

Magnus schlug die Augen auf. "Mathilda, so war es doch besprochen. Ich bleibe erst mal bei meiner Cousine und dann schauen wir weiter. Wir können uns ja trotzdem sehen."

"Das haben wir überhaupt nicht besprochen", protestierte ich.

Angst griff nach meinem Herzen.

"Und überhaupt, was sagt denn die Häsin dazu?", fragte ich. "Die haben doch ein Baby und gar keinen Platz für dich. Ich aber. Ich habe Platz für dich."

Magnus fasste sanft nach meiner Schulter. "Mathilda. Lass es uns doch langsam angehen, okay?"

"Langsam?", fauchte ich. "Wir sind seit drei Jahren zusammen!"

Magnus' Hand fiel von meiner Schulter herab. "Jetzt sei nicht gleich sauer. Ich habe nie

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