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Als ich dich verlor Roman von Kearney, Fionnuala (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.04.2020
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Als ich dich verlor

Eine herzzerreißende, lebenskluge Geschichte um Liebe, Verlust und die Frage, wie gut wir unsere Nächsten kennen - für alle Leser von David Nicholls Gibt es einen größeren Schmerz als den Verlust des eigenen Kindes? Als sie ihre Tochter Anna bei einem Lawinenunglück verliert, bricht Jess' Welt zusammen. Zudem stellt sich heraus, dass Anna ein großes Geheimnis hatte, von dem Jess nichts ahnte. Aber da ist Annas kleine Tochter, um die sich kümmern muss. Zum Glück hat sie ihren besten Freund Theo, auf den sie sich seit Jahren blind verlassen kann. Oder übersieht sie auch bei ihm etwas, das doch eigentlich offensichtlich ist? 'Das Buch war sehr gut und emotional und ich konnte nicht aufhören zu lesen.. Ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen, zusammen mit einer Packung Tempos.' ((Leserstimme auf Netgalley)) Fionnuala Kearney wurde im irischen Cork geboren und wuchs mit sechs Geschwistern in Dublin auf. Sie arbeitete als Immobilienmaklerin in London, wo sie bis heute mit Ehemann und zwei Töchtern lebt. Seit fünf Jahren widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben. Wohin die Liebe geht ist ihr erster Roman, der zeitgleich in acht Ländern erscheint.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 06.04.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492986519
    Verlag: Piper Verlag
    Größe: 2789 kBytes
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Als ich dich verlor

1. Jess

Zehn Wochen später -
Freitag, der 13. Februar 2015

Ich wache mit einem salzigen Geschmack auf den Lippen auf. Es dauert einen Moment, bis sich meine Augen im schummrigen Licht, so früh am Morgen, zurechtfinden; mein Verstand braucht etwas länger, um zu begreifen, dass ich im Schlaf geweint habe. Blinzelnd, mit noch tränenfeuchten Wimpern werfe ich einen Blick auf die Leuchtanzeige meines Weckers. Es hilft nichts - jetzt werde ich nicht mehr einschlafen.

Langsam, mit schweren, steifen Gliedern kämpfe ich mich aus dem Bett hoch und gehe leise über den Treppenabsatz, um im Zimmer gegenüber nach dem Rechten zu sehen. Alles in Ordnung, sie liegt in ihrem Bett, schläft tief und fest. Ich widerstehe dem Drang, sie zu berühren, ihr kurz prüfend die Hand auf die Stirn zu legen. Das ist so eine Angewohnheit von mir, ein Überbleibsel von früher, als sie als Baby eine Brustfellentzündung hatte und wir das Fieber erst mit Verspätung bemerkt haben.

Sie atmet leise, rhythmisch und regelmäßig wie ein langsam schlagendes Metronom, während sich ihre Brust unter der Bettdecke hebt und senkt. Sie dreht sich auf den Bauch, fort von mir, mit oben um den Kopf herumgebogenem Arm. Ihre andere Hand hängt schlaff über die Bettkante. Ich hebe ihren Arm behutsam an und stecke ihn unter die Decke.

Das Zimmer neben ihrem gehört Anna. Ich nehme mir ein Kissen von ihrem Bett, das ich fest an mich drücke, während ich gemächlich die Treppe hinuntersteige. Wenig später gurgelt und zischt die Kaffeemaschine und verheißt mir meinen Morgennektar.

Ich bereite Roses Pausenbrotdose vor. Es ist der letzte Schultag vor den Winterferien, und ich ahne, dass sie früh aufwachen wird, voller Vorfreude, weil heute kein Unterricht stattfindet, sondern nur gespielt wird, von den Ferien ganz zu schweigen ... Die Schule endet früher als sonst, deshalb gebe ich ihr nur einen leichten Imbiss mit; eine Scheibe Brot, dünn mit Butter bestrichen, halbiert und mit Schinken belegt. Ohne Kruste. Kruste mag sie nämlich überhaupt nicht. Eine Satsuma, leicht zu pellen, und ein Fläschchen Wasser.

Ich halte in meinem Tun kurz inne, überlege, ob ich den Fernseher anschalten soll, zur Ablenkung, als mögliche Stütze, denn ich spüre innerlich, dass dies ein schlechter Tag wird. Ehe ich mich's versehe, habe ich die Hand an ein gerahmtes Foto gelegt, das in der Nähe steht. Ich sehe es nicht einmal an, hebe einfach nur den Arm und schleudere es von mir. Es segelt wie ein Frisbee durch die Luft und landet, wie von mir vermutlich erhofft, auf einem Sofa drei Meter weiter weg. Ich setze mich in Bewegung, gehe von der Küche in die andere Hälfte des Zimmers, das sich an der Rückseite meines schmalen Hauses entlangzieht. Hier gehörte eigentlich ein Esstisch hin. Stattdessen steht dort, neben einem Sessel mit Lederbezug, ein betagtes Zweiersofa, schäbig und ungeliebt, das Anna und ich mal vom Sperrmüll geholt haben, mit der festen Absicht, es schön neu zu beziehen. Ich lasse mich darauf niederplumpsen und fahre mit der Hand über den abgeschabten, knubbeligen Bezug. Blindlings taste ich nach dem Bilderrahmen und drücke ihn kurz an mich, ehe ich ihn auf meinen Schoß sinken lasse - mit dem Foto nach unten.

Ich greife zum Telefon und wähle eine vertraute Nummer. "Sag mir, dass ich die Fotos nicht kaputt schlagen soll. Erinnere mich daran, dass ich das bitter bereuen würde."

"Jess, es ist sechs Uhr morgens."

"Tut mir leid, entschuldige. Sag's mir. Bitte."

"Na schön." Leah räuspert sich, und ich sehe vor mir, wie sie sich im Bett aufsetzt, während Gus neben ihr verschlafen brummelnd Protest einlegt. "Finger weg von den Fotos. Schön heile lassen, nicht kaputt schlagen. Du würdest es bereuen."

"Gut." Meine Hand krampft sich noch fester um den Silberrahmen. Ich brauche das Foto nicht anzusehen. Es ist bei einem Campingurlaub in Frankreich entstanden, als Anna vie

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