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Als Lilly schlief von Bell, Ivy (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
2,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Online verfügbar

Als Lilly schlief

Ein Wimpernschlag kann ein Leben verändern. Nachdem Lilly, Sophie und Eva zufällig aufeinandertreffen, ist nichts mehr, wie es war. Lilly fällt nach einem Unfall ins Koma und wird mit ihren alten Ängsten und Nöten konfrontiert, Sophie sucht (und findet) neue Herausforderungen und Eva möchte nach dem unerwarteten Ende ihrer Ehe endlich ihr altes Leben wiederhaben. Werden sich die Wünsche und Hoffnungen der drei Frauen am Ende erfüllen? Ivy Bell liebt Bücher schon seit ihrer Kindheit. Flugreisen wären vor Erfindung des ebook-Readers beinahe am Übergepäck gescheitert, weil sie sich nie entscheiden konnte, welche Bücher in den Koffer kommen und welche zu Hause bleiben. Während ihres Studiums und einem Volontariat begann sie, kleine Geschichten über das Leben zu schreiben, die mit der Zeit immer länger wurden und schließlich in der Idee zu einem Roman gipfelten. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 217
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783738086089
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 624 kBytes
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Als Lilly schlief

1.

Irgendetwas schmeckt nach Metall, um mich herum Stimmen, Hektik, grelles Licht. Ein Pochen im Hinterkopf, jemand öffnet mein linkes Auge, leuchtet mit einer Taschenlampe hinein, viel zu hell. Es schmerzt, dann ist alles dunkel...

Ich komme wieder zu mir und habe keine Ahnung, wo ich bin und was mit mir passiert ist. Da mir meine Umgebung finster erscheint, denke ich, ich bin wohl gestorben. Sehr traurig, ich bin so erschüttert, dass ich weinen möchte, aber das geht nicht so richtig. Ich kann mich kein bisschen bewegen und sehe auch überhaupt nichts. Hoffentlich bin ich nicht blind, das stelle ich mir ganz schrecklich vor. Manchmal stellt man sich mit seinen Freundinnen doch diese Fragen, was wäre schlimmer, blind sein oder taub. Ich fand es immer furchtbarer, nichts mehr sehen zu können, nicht zu wissen, wo ich langgehe, ob mir Hindernisse im Weg liegen, ob jemand hinter mir ins Haus schleicht. Obwohl es auch schrecklich wäre, keine Musik mehr hören zu können, kein Vogelgezwitscher, nie wieder das Rauschen des Regens. Immerhin, denken kann ich noch, das beruhigt mich schon mal. Wenigstens mein Kopf scheint noch zu funktionieren, wenn er nur nicht so schmerzen würde...

So langsam erinnere ich mich an ein paar Dinge. Da ist ein kleiner Junge, so süß und tapsig, eine junge Frau, die sich mit einer verbitterten älteren Dame streitet. Auf den Jungen achtet keiner, er hat hellblonde Wuschelhaare, ein sonniges, herzförmiges Gesicht mit großen, blauen Augen. Er ist ca. 2 Jahre alt, trägt ein weißes T-Shirt und eine grüne Latzhose und zu meinem Erschrecken geht er zielsicher auf die Straße zu. Die Ampel ist rot, ein Schrei. Mein Schrei? Ich renne auf den Jungen zu, stoße ihn weg und dann spüre ich einen dumpfen Stoß, danach nichts mehr.

Ich kann die Bilder nicht so recht zuordnen, das Nachdenken fällt mir schwer, macht mich so unendlich müde. Bin ich nun tot oder nicht? Falls ja, wieso fühle ich mich so matt und zerschlagen? Wenn man nun für immer schlafen kann, dürfte man doch gar nicht erschöpft sein. Überhaupt, hieß es nicht, dass man nichts spürt, wenn man nicht mehr lebt? Mir ist aber eindeutig sehr warm. Könnte an der dicken Decke liegen. Das hier scheint allerdings kein Sarg zu sein, es wirkt alles eher wie ein Zimmer.

Irgendwie fühle ich mich auch so merkwürdig angebunden, irgendwas hängt an meinem linken Arm und über mir piepst etwas.

Die Müdigkeit wird stärker, meine Augen bekomme ich sowieso nicht richtig auf, um mich herum wird alles schwarz.

Ich sehe mich als sehr kleines Mädchen, etwa drei Jahre alt. Ich tobe mit meinem Papa durch den Schnee, wir sind ausgelassen und lachen viel. In der Nähe ist ein niedlicher See, auf dem ein paar Leute Schlittschuh laufen, aber an einer Seite ist der See abgesperrt. Die ganze Szene ist surreal, ich kann mich als Dreijährige sehen, aber gleichzeitig spüre ich die Empfindungen, die ich damals hatte. Als würde ich von oben auf die Szenerie schauen und trotzdem mittendrin stecken. Ich kann auch meinen damals sechsjährigen Cousin sehen, den ich heute nur noch "Großmaul-Tom" nenne, damals war er ganz niedlich, das hat sich leider total geändert.

Mein Onkel taucht ebenfalls auf, ausgelassen tobt er mit uns herum. Plötzlich zwinkert er meinem Papa, seinem Bruder zu und gemeinsam kreisen sie Tom ein, um ihn einzuseifen. Mein d reijähriges Ich ist indes sehr fasziniert von dem rot-weiß glänzenden Absperrband, ich laufe zielsicher darauf zu, schließlich achtet gerade keiner auf mich. Es ist verrückt, ich möchte schreien, meinen Papa rütteln, dass er auf seine kleine Tochter schaut, gleichzeitig sehe ich das Absperrband vor mir, ich renne, rutsche, falle und dann ist um mich herum alles nass und sehr kalt, ein brennender Schmerz in meiner Lunge, dann nichts mehr.

Das nächste, was ich s

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