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Als wir Freundinnen waren Roman von Pearse, Lesley (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.04.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Als wir Freundinnen waren

London in den 40er-Jahren: Wie so viele strandet auch die junge Ellie in der großen Metropole. Der Krieg hat ihr alles genommen, doch sie kämpft für ihren Traum von einem Leben auf der Bühne und verdingt sich als Sängerin und Tänzerin in Varietés. Als sie in der hübschen Bonny eine Gleichgesinnte trifft, scheint den Freundinnen die Welt offenzustehen. Doch schreckliche Geschehnisse drohen den Traum der beiden Frauen endgültig zu zerstören - und auch ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 751
    Erscheinungsdatum: 15.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838753591
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1585 kBytes
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Als wir Freundinnen waren

Kapitel 2

Miss Gilberts knochige Finger bohrten sich in Ellies Arm, als sie eine enge Gasse mit kleinen Geschäftslokalen betraten. Ellie sank das Herz in die Kniekehlen, als sie ihren Bestimmungsort sah.

Es war nicht eines der hübschen, kleinen Häuser, von denen es in Bury St. Edmunds so viele gab, sondern ein nüchternes, fast abweisendes Gebäude, das von einem großen Schaufenster beherrscht wurde. Die Auslage war mit lila Satin drapiert, zwei Marmorengel hielten links und rechts eines großen Ebenholzkreuzes Wache, und auf der Glasscheibe stand in dicken schwarzen Lettern "Amos Gilbert, Leichenbestatter".

Unterwegs hatte Ellie einiges entdeckt, was ihr an dieser geschäftigen Kleinstadt gefiel: gewundene Gässchen, uralte Hütten und Häuser aus jeder Epoche, vornehme georgianische Gebäude und genauso viele Geschäfte wie in Whitechapel. Obwohl Miss Gilberts Schweigen beunruhigend war, blitzte Ellies natürlicher Optimismus wieder auf.

Aber als sie jetzt vor diesem deprimierenden Haus stand, verließ sie der letzte Rest Mut.

"Heute darfst du hier vorn reingehen", verkündete Miss Gilbert in einem Ton, als wäre das ein besonderes Privileg. "Aber in Zukunft nimmst du die Hintertür."

Miss Gilberts Stimme war genauso wenig ansprechend wie das Haus. Sie klang hart und schrill wie das Krächzen von Möwen, und Ellie bekam eine Gänsehaut.

Eine Glocke bimmelte, als Miss Gilbert die Tür öffnete. Sie hob eine Hand und hielt den Klöppel fest. "Mach schon, Kind", herrschte sie Ellie an. "Steh nicht mit offenem Mund da!"

Es war schwer, nicht den Mund aufzusperren. Der Raum wirkte ernst und feierlich, fast wie eine Kirche. Der Boden war schwarz-weiß gekachelt, und in der Mitte stand ein schwerer, dunkler, auf Hochglanz polierter Schreibtisch, auf dem sich lediglich ein Wachsblumenstrauß und eine Schreibunterlage aus Leder befanden. Über der Holzvertäfelung, die ihr ungefähr bis zur Taille reichte, waren die Wände in einem glänzenden Dunkelgrün gestrichen, und an einer Wand hing ein dezentes Schild, auf dem in goldenen Lettern "Private Aufbahrungskapelle" stand.

"Sind da die Leichen drin?"

Ellie platzte ohne zu überlegen mit der Frage heraus. Miss Gilbert fuhr zu ihr herum und schwenkte drohend einen langen, hageren Finger. "Wir verwenden nie das Wort Leichen", krächzte sie. "Du musst stets daran denken, den Toten den höchsten Respekt zu zollen, und du wirst nie, ich wiederhole, niemals einen der unteren Räume betreten."

Ellie verspürte nicht den geringsten Wunsch, sich hier unten näher umzuschauen, und wenn Miss Gilbert sie nicht hastig durch eine weitere mit einer Spitzengardine verhängte Tür geschubst hätte, wäre sie auf und davon gelaufen. Der Gang, in dem sie sich wiederfand, war düster und eng, hatte zu beiden Seiten mehrere geschlossene Türen und roch eigenartig, was ihre Angst noch verstärkte. Aber Miss Gilbert stieß sie unerbittlich durch eine der Türen in eine kleine Diele.

"Setz dich da hin", befahl Miss Gilbert, zeigte auf eine Holzbank, die entfernt an Kirchengestühl erinnerte, und verschwand gleich darauf in einem Raum. Vermutlich die Küche, wie Ellie annahm.

Gegenüber der Bank, auf der Ellie saß, befand sich die Treppe. Irgendwo weiter oben fiel gedämpftes Tageslicht durch ein Fenster, gerade genug, um zu erkennen, dass die Tapete bräunlich rosa und der schmale Teppichstreifen auf den Stufen schlammbraun war und von blank polierten Messingstangen gehalten wurde. Das Geländer und die Stufen selbst waren genau wie sämtliche T&u

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