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Aluigis Abbild von Brandstetter, Alois (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2015
  • Verlag: Residenz Verlag
eBook (ePUB)
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Aluigis Abbild

Mit Sprachwitz und unerschöpflicher Neugierde macht sich der Autor Alois B. auf die Suche nach seinem Namenspatron Aloysius. Fündig wird er im italienischen Mantua an der Wende vom 16. zum 17. Jh. Der äußerst keusche und jung verstorbene Aluigi ist soeben seliggesprochen worden und seine Mutter bemüht sich um ein Porträt für den neuen, ihm gewidmeten Kirchenbau. Ausgerechnet der sinnenfrohe Rubens auf dem Höhepunkt seines Ruhms soll es malen, doch dieser lehnt ab und schlägt ein Wunderkind vor: den 19-jährigen, hochbegabten Van Dyck. Briefe gehen hin und her zwischen Mantua und Amsterdam - wird 'Aluigis Abbild' zustande kommen? Vielleicht nicht als Porträt, jedoch gewiss als bezaubernde historische Fantasie aus Brandstetters Feder... Alois Brandstetter, geboren 1938 in Pichl (Oberösterreich), lehrte als Professor für Deutsche Philologie an der Universität Klagenfurt. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Kulturpreis des Landes Oberösterreich 1980, Wilhelm-Raabe-Preis der Stadt Braunschweig 1984, Kulturpreis des Landes Kärnten 1991, Adalbert-Stifter-Preis und Großer Kulturpreis des Landes Oberösterreich (2005). Zuletzt erschienen: 'Zur Entlastung der Briefträger' (2011), 'Kummer ade!' (2013).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 01.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783701745098
    Verlag: Residenz Verlag
    Größe: 760 kBytes
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Aluigis Abbild

1.

D ONNA M ARTA T ANA DI S ANTENA SCHREIBT
EINEN B RIEF AN DEN M ALER P ETER P AUL R UBENS
UND BITTET UM EIN B ILDNIS IHRES VERSTORBENEN,
SELIGGESPROCHENEN S OHNES A LOYSIUS G ONZAGA
FÜR DAS NEUE H EILIGTUM IN C ASTIGLIONE

Donna Marta Tana di Santena war die Witwe nach dem Markgrafen Don Ferrante Gonzaga in Castiglione delle Stiviere und Mutter von sieben Kindern, Mutter des bis 1616 regierenden Markgrafen Francesco Gonzaga und seines Vorgängers, des ermordeten Ridolfo Gonzaga, und seines am 21. Juni 1591 in Rom verstorbenen Bruders Aloysius. Sie schrieb 14 Jahre nach der Seligsprechung ihres Erstgeborenen und Lieblingssohnes Aloysius, den sie liebevoll Aluigi nannte, im Jahre 1619 durch Papst Paul V. einen Brief an den hochberühmten Maler und Diplomaten, Messer Peter Paul Rubens, um ein ritratto, um ein Bildnis also ihres Sohnes Aloysius von seiner "begnadeten Hand" ersuchend. Sie wandte sich also an den ehemaligen Hofmaler, pittore di corte, beim Vetter ihres verstorbenen Gatten, dem Herzog Don Vincenzo Gonzaga in Mantua, und erwähnte auch, wie sie in jener Zeit wiederholt Gelegenheit gehabt hatte, mit Seiner Excellenz Messer Rubens zu sprechen, ihrem Gedächtnis nach auch einmal über ihren heimgegangenen frommen Sohn Aloysius, dessen Ruhm nach seinem frühen Tode im Collegio der Gesellschaft Jesu in Rom durch viele Gebetserhörungen und unerhörte Wunder innerhalb eines Jahrzehnts ins Unermeßliche gewachsen sei. Rubens habe wohl selbst in seiner Mantovaner Zeit oft von Aloysius sprechen gehört und auch später in seiner flandrischen Heimat, wenn auch aus der Ferne, manches über ihn, sein heroisches Leben und seinen frühen Tod erfahren? Ein solches ritratto, ein Gemälde des jungen, seliggesprochenen Aloysius von des reifen Meisters Hand sollte über einem Seiten-, später vielleicht - nach der sicherlich in naher Zukunft erfolgenden Heiligsprechung - über dem Hauptaltare eines Aloysio-Santuario in Castiglione delle Stiviere seinen gebührenden Platz finden und die gläubigen Verehrer in ihrer Andacht seelisch erbauen und zu ihm aufblicken lassen. Ein solches Bildnis, das die seelenvollen Gesichtszüge ihres Sohnes Aloysius wiedergebe, wäre ihrem Verständnisse nach in seiner geistlichen Bedeutung durchaus der Kostbarkeit und dem Werte der Reliquien ihres Sohnes, um die sich so viele Kirchen im Abendlande neuerdings bemühen, an die Seite zu stellen, gleichzusetzen, wenn nicht sogar höher zu achten. Über dem Altare, in dessen Schrein das der Kirche seines Heimatortes Castiglione vom Jesuitenorden in Aussicht gestellte und versprochene Haupt des Aloysius ruhen werde, abzüglich der unteren Kinnlade, welche nach Neapel gehen solle, möge schließlich sein Bildnis, gemalt von der begnadeten Hand des Meisters Peter Paul Rubens, prangen!

Donna Marta Tana schrieb, sie werde zu ihrer Bitte an den verehrten Meister dadurch incorraggiato, "ermutigt", daß sie wisse, daß Messer Rubens gerade dem Orden der Compagnia di Gesù, der "Gesellschaft Jesu", dem auch ihr geliebter Sohn als Novize angehört habe, durch unvergleichliche Werke in der Mantovaner Jesuitenkirche und in den beiden Antwerpener Kirchen der Gesellschaft Jesu, und vor allem aber in Rom, in der Hauptkirche der Jesuiten El Gesù selbst, so überzeugend gedient habe und immer noch diene. Neben dem spanischen Ordensgründer Ignatius von Loyola und dem mit gutem Rechte als "Völkerapostel" bezeichneten Indienmissionar Franciscus Xaverius, Societatis Jesu, den beiden überragenden Gründer- und Apostelgestalten, denen Rubens Altarblätter von in jeder Hinsicht unvergleichbarer Qualität gewidmet und geweiht habe, sei es sicher nicht vermessen, ihrem heiligmäßi

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