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Amönenhof von Adlersfeld-Ballestrem, Eufemia von (eBook)

  • Erschienen: 11.08.2015
  • Verlag: OTB eBook publishing
eBook (ePUB)
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Amönenhof

Anna Eufemia Carolina von Adlersfeld-Ballestrem ( 18. August 1854 in Ratibor, 26. April 1941 in München) war eine deutsche Schriftstellerin. Um 1900 zählte sie zu den beliebtesten deutschen Unterhaltungsschriftstellerinnen. "Der Amönenhof" ist ein historischer Gesellschaftsroman um ein Adelsgeschlecht und deren Kampf um den Besitz von Schloß Amönenhof.

Produktinformationen

    Größe: 751kBytes
    Herausgeber: OTB eBook publishing
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 249
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
    ISBN: 9783956768446
    Erschienen: 11.08.2015
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Amönenhof

Amönenhof

Roman
1. Kapitel

Friedrich XV., Herzog von Weißenfels, hatte seine Regierungsgeschäfte für heute erledigt, das heißt, er hatte seine schwungvolle Namensunterschrift unter ein halbes Dutzend Dokumente gesetzt und lehnte sich nun mit einem Gähnen in den bequemen Sessel vor seinem Schreibtisch zurück, das vielleicht unfürstlich, aber menschlich durchaus berechtigt war. Er durfte sich das gestatten, weil er sich allein in seinem Arbeitszimmer befand; er richtete dabei die Frage an das Schicksal, was er nun machen solle. Die durch seine Person vereinigten Herzogtümer von Weißenfels älterer und jüngerer Linie bezeichneten auf der Landkarte Deutschlands einen Flecken, den man bequem mit einem Fünfpfennigstück zudecken konnte; mithin war das "Regieren" derselben eine Arbeit, die sich im Maximalfalle über die Dauer einer Stunde pro Tag beim besten Willen nicht ausdehnen konnte. Die Residenzstadt mit ihrem imposanten Schlosse war ein kleines, verträumtes Nest, in dem das gesamte Militärkontingent des Landes in der Stärke eines 'Leib-Regimentes' Infanterie sein denkbar Möglichstes tat, um etwas Leben hineinzubringen. Der Hofstaat beschränkte sich auf wenige Hofchargen; die Empfänge im Schlosse waren Ereignisse, die sich unter dem Titel von zwei oder drei Hofbällen im Winter und ebensoviel Hofgartenkonzerten im Sommer in weiser Beschränkung abspielten. Man konnte also nicht behaupten, daß der Herzog und seine Gemahlin unter der Last ihrer Pflichten hätten zusammenbrechen müssen.

Friedrich XV., ein junger Mann, gähnte nochmals, daß Fafner, der Lindwurm in der Neidhöhle, ein Waisenknabe dagegen war, streckte seine langen Beine länger aus und murmelte:

"Was tun, spricht Zeus? Hm - tja! - reiten? Wenn man nur nicht immer diesen langweiligen, steifleinenen Adjutanten mitnehmen müßte! Verdirbt einem die ganze Landschaft, der Mensch - - was? Schon gleich fünf Uhr? Na, da wird man erst mal bei Elisabethchen 'ne Tasse Tee pietschen und sich dabei mit der schönen Theo 'n bißchen raufen."

"Elisabethchen" aber war die reizende junge Gemahlin des Herzogs, und die "schöne Theo", ihre Freundin, Gräfin Theodora Zimburg, die eben auf Besuch anwesend war. Wenn der Herzog mit dem Epitheton ornans "schön" eine gewisse Bewunderung ausdrückte, so darf man daraus beileibe keine falschen Schlüsse ziehen; denn er meinte das ganz im platonischen und harmlosen Freundschaftssinne. Friedrich XV. hatte seine Gemahlin aus reiner Liebe geheiratet. Er hatte sie auf einem Hoffeste in Berlin gesehen und ohne zu ahnen wer sie war, sich sofort sterblich in sie verliebt. "Die oder keine!" hatte er sich beim Anblick der anmutigen jungen Dame im Gefolge der Kaiserin gelobt, und - "sie und keine andere" wurde seine Frau. Die Verbindung mit ihr als der Erbin der jüngeren Linie Weißenfels war zwar von seiner, der älteren Linie, schon diplomatisch stark angestrebt, aber von ihm, als der Hauptperson, durch passive Resistenz abgelehnt worden. Als er sich ihr vorstellen ließ und dabei erfuhr, daß sie die gemiedene Erbin der jüngeren Linie war, die eben ihren ersten Flug in die Welt wagte, erleichterte das zwar nicht ganz unwesentlich sein fürstliches Gewissen, aber im großen und ganzen war es ohne Einfluß auf seine Gefühle. Da sie zum Glück rückhaltlos von der jungen Erbin erwidert wurden, so stand der Wiedervereinigung der seit ein paar Jahrhunderten getrennten Linien durchaus nichts mehr im Wege, und es wurde eine glänzende Hochzeit auf dem Weißenfels, der Stammburg des alten Geschlechtes, gefeiert.

Herzogin Elisabeth hatte ihre Erziehung in einer klösterlichen, sehr gründlich betriebenen Anstalt genossen und sich dort eng an eine Mitschülerin, die schon genannte Gräfin Theodora Zimburg, angeschlossen, die Tochter eines Generals, welcher außer seinem Gehalt wenig oder nichts besaß, aber es doch ermöglicht hatte, seinem einzigen Kinde eine gediegene und treffliche Erziehung in jener Anstalt zute

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