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AMANDA Chroniken einer Masochistin von Bowen, Bo (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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AMANDA

Die ebenso attraktive, wie erfolgreiche Wirtschaftsanwältin Amanda ist mit sich und ihrem Leben zufrieden, solange sie nicht an den seelischen Narben rührt, die ihre gescheiterte Beziehung mit Robert hinterlassen haben. So schlittert sie von einer flüchtigen Bekanntschaft in die nächste, bis die Bilder des geheimnisvollen Fotografen Ben Hardworth Sehnsüchte in ihr wecken, die sie sich kaum einzugestehen wagt. Bo Bowen verfasst pornografische Literatur mit Anspruch, getragen von Träumen und Fantasien über die schönste Sache der Welt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 178
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742756350
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 557 kBytes
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AMANDA

Ben

Als wir uns wieder der Halle zuwenden, offenbart sich ein Tor, das uns zuvor entgangen ist. Die Aufschrift auf der Messingtafel neben dem dunklen Eingang erweckt meine Neugier:

Sonderausstellung: Explizite Fotografien - strengstes Jugendverbot. Zutritt ab 18 Jahren

Ich bleibe stehen, werde mir dessen aber erst bewusst, als Yvonne an meinem Arm zieht. "Was heißt explizit?", frage ich, anstatt ihrer stummen Aufforderung Folge zu leisten. "Porno? Alles andere gibt es doch schon hier zu sehen und jugendfrei ist hier gar nichts."

" Na, schön", lenkt Yvonne ein. "Wenn du meinst. Jetzt hast du mich angesteckt mit deiner Neugier." Sie setzt sich in Bewegung, ehe ich erwidern kann, dass ich mir keineswegs sicher bin, ob ich wirklich mehr sehen will. "Komm schon", ermutigt sie mich. "Oder willst du doch noch kneifen?"

Kneifen ist mein Stichwort. Kurz blitzt unsere alte Konkurrenz auf, doch dann lächele ich meine Bedenken in Grund und Boden und folge Yvonne ins Halbdunkel. Das Gemurmel der zahlreichen Gäste bleibt hinter uns zurück, verstummt, als wären wir plötzlich an einem völlig anderen Ort. Die engen, verwinkelten Korridore aus grauen Wänden bilden einen Kontrapunkt zu den hellen weiten Räumen der Hauptausstellung. Die Anordnung erlaubt keinerlei Rückschluss darauf, ob wir hier unter uns sind, oder ob sich noch Jemand in dieses anstößige Anhängsel der lichten Muse wagt. Ich bin allein , schießt es mir durch den Kopf und der Gedanke beunruhigt mich. Unwillkürlich taste ich nach Yvonnes Hand, die meinen Griff erwidert, als sie mich spürt.

Erst nachdem sich meine Augen an das Zwielicht gewöhnt haben, wage ich den Schritt, der mir den Blick in eine Nische mit einer blutroten Seitenwand eröffnet. Ein Bild von zwei mal zwei Meter und zeigt eine Japanerin. Zahllose kunstvoll verknotete Stricke schneiden in ihre nackte Haut, während sie hilflos von der Decke hängt, waagrecht, mit dem Rücken nach oben, die Arme nach hinten und oben verdreht. Als wäre das nicht genug, sitzen Klammern aus blitzendem Edelstahl an den Warzen ihrer streng eingeschnürten Brüste, die zudem mit Metallgewichten beschwert sind. Ihre Knie sind durch die Fesseln so stark angewinkelt, dass die Unterschenkel wieder nach vorne zeigen und die Fersen an ihrem Po liegen, dessen leicht gebräunte Haut ebenso von erstarrten roten Wachstropfen übersät ist, wie die dem Betrachter zugeneigten Fußsohlen. Die junge Frau ist hübsch, doch ihre Miene spiegelt Verzweiflung, zeigt eine Hilflosigkeit gegenüber einem anonymen, unsichtbaren Peiniger, der in scharfem Kontrast zur kühlen Hochglanzästhetik des technisch hervorragend geschossenen Bildes steht.

" Au!", sagt Yvonne. Erst da bemerke ich, dass ich die Luft angehalten habe und ihre Hand drücke, als hinge mein Leben davon ab. "Entschuldige bitte", murmle ich und lasse sie los. "Aber das ist ...." Ich ringe um Worte, während in mir eine Wut hochsteigt, deren unmittelbare Wucht mich aus der Fassung bringt. "Abstoßend und grausam ist das", mache ich mir Luft. "Wer tut so etwas? Wer kann so etwas als erotisch empfinden? Das ist doch die totale Erniedrigung."

Etwas in mir erwartet leidenschaftliche Zustimmung, doch Yvonne steht nur da, starrt mit geröteten Wangen und glühend roten Ohren auf das Bild und bemerkt erst nach einigen Augenblicken, dass ich auf eine Reaktion von ihr warte. "Ich weiß nicht", sagt sie schließlich mit einer Ruhe, für die ich keinerlei Verständnis aufbringen kann. "Ist doch ihre Entscheidung, ob sie sich für so etwas hergibt. Du weißt doch selbst, was die Leute alles tun fürs Geld."

" Blödsinn", erwidere ich heftig und sehe sie durchdringend an. "Wahrscheinli

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