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Amtmanns Magd (Liebesroman) - Vollständige Ausgabe Ein Klassiker der Frauenliteratur. von Marlitt, Eugenie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2015
  • Verlag: e-artnow
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Amtmanns Magd (Liebesroman) - Vollständige Ausgabe

Dieses eBook: 'Amtmanns Magd (Liebesroman) - Vollständige Ausgabe' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Eugenie Marlitt (1825-1887) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie wird als erste Bestsellerautorin der Welt angesehen. Aus dem Buch: 'Er hatte seine ganze bedeutende Körperstärke nötig, um sich gegen den Gewittersturm zu halten, der ihn beim Verlassen der Türstufen wütend anfiel. Es sah schlimm aus über ihm und um ihn her. Das schwarze, kochende Wolkengemenge da oben hatte der Blitze genug und wohl auch Hagel in seinem Schoße, und der fauchende Wüterich, der ihn schüttelte und wie einen Wall vor sich herstieß, konnte sich jeden Augenblick den Spaß machen, einen der ächzenden Waldriesen wie einen Blumenstengel zu entwurzeln und über den dahintaumelnden, machtlosen Erdenwurm her zu schleudern ...'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 350
    Erscheinungsdatum: 01.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026841067
    Verlag: e-artnow
    Größe: 499kBytes
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Amtmanns Magd (Liebesroman) - Vollständige Ausgabe

2.

Inhaltsverzeichnis
Das Mädchen hatte sich kaum um zwanzig Schritt entfernt, als eine kleine, dicke Frau in braunem runden Strohhut und weiter Jacke aus einem schräg nach dem Fahrweg mündenden Waldpfad trat. Sie schritt direkt auf die Eilige zu und hielt sie an der Schürze fest.

"Hör mal, Mädel, habt ihr denn wirklich die teuern Speisekartoffeln so in Hülle und Fülle, daß du Ende Juni, sage Ende Juni, den Betteljungen die ungewaschenen Mäuler damit stopfst?" fragte sie. - Das klang nicht etwa wie Schelten; die Frau sprach sehr langsam und bedächtig, aber nachdrücklich - man hörte, daß sie gewohnt sei, in aller Gemütlichkeit den Leuten die Köpfe zurechtzusetzen. - "Ich krieche tagtäglich auf allen vieren durch die Kellerecken, um noch ein paar feine Salatkartoffeln für unseren Tisch zu erwischen, und dort" - sie zeigte nach der Richtung zurück, in der sie gekommen - "dort braten sie haufenweise in der Asche ... Das soll einen nicht ärgern! Wir bezahlen auf die Minute pünktlich den teuren Pacht für schlechten Boden, und deine Amtmanns ernten die besten Acker ab; sie leben ins Tageslicht hinein und fragen den Kuckuck danach, daß auch einmal bezahlt sein muß -"

"Lassen Sie mich gehen, Frau!" rief das Mädchen halb gebieterisch, halb ängstlich, und strebte weiter zu kommen.

"Frau! Frau!" wiederholte die kleine Dicke geärgert und ohne den Schürzenzipfel loszulassen. "Bin ich denn ein Tagelöhnerweib? Und hast du denn gar keine Lebensart, Mädchen? Wenn du noch gesagt hättest, Frau Verwalterin, oder meinetwegen auch nur Frau Griebel - aber schlechtweg 'Frau'! ... Du bist ja nicht um ein Haar besser als deine Herrschaft. Verschenkst mir nichts dir nichts gute Sachen, die nicht bezahlt sind, und hast den Hochmutsteufel und eitle Dinge im Kopfe ... Sieht man dich denn je ohne das Scheuleder da auf dem Acker oder beim Grafen?" - Sie zeigte nach dem weißen Kopftuch. - "Hör mal, wenn man dienen muß, da darf man nicht danach fragen, ob einem die Sonne ein paar Sommerfleckchen mehr auf die Haut brennt oder nicht - das paßt nicht, da lachen dich die Leute nur aus, wie sie sich auch lustig darüber machen, daß dir der Graskorb nicht nobel genug ist. Hierzulande trägt man das Futter nicht auf dem Kopf heim, das ist nicht Mode bei uns! Und laß doch mal sehen" - sie bog sich vor - "ach herrje, Forellchen hast du da im Netz? Guck einer an, Forellchen! - Ja, ja, auf dem Vorwerk wissen sie, was gut schmeckt!"

"Der Fisch ist für die Kranke."

"Ach ja - für die Kranke wird er geholt, und der Herr Amtmann ißt ihn - die alte Naschkatze, die! ... Gucke, Mädchen, wüßte ich das nicht, ich schickte manchmal ein Rebhuhn oder sonst was Gutes 'nüber - ich bin ja doch kein Unmensch und hab' Mitleid -"

"Wir danken!" kam es kurz und herb unter dem weißen Tuch hervor.

"Wir danken!" spottete die kleine Behäbige nach. - "Großplatziges Ding du! Wer ist denn 'wir'? - 's ist ja wahr, Amtmanns haben schlimm gehaust mit ihrem großen Vermögen, das Hemd auf dem Leibe gehört ihnen kaum noch; aber deswegen sind's immer vornehme Leute und noch lange nicht deinesgleichen."

Inzwischen war Herr Markus längst näher gekommen und stand neben der Sprechenden, ohne daß sie es bemerkte. Er verbiß mit Mühe das Lachen. Die drollige Frau hatte sich bei dem nachäffenden "Wir danken!" ironisch knicksend, tief und gravitätisch zu Boden gestaucht, und das war urkomisch gewesen. Sie hielt das Mädchen noch fest - dem Beobachtenden war es, als müsse er den gefangenen Vogel befreien.

"Wer wird sich denn so ereifern, meine kleine Dame!" unterbrach er die Standrede.

Die Frau fuhr wohl bei der unvermuteten Einmischung ein wenig zusammen, aber außer Fassung geriet sie nicht. Sie wandte schwerfällig den Kopf auf dem fleischigen Halse un

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