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Amy & Isabelle Roman von Strout, Elizabeth (eBook)

  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Amy & Isabelle

Ein drückend heißer Sommer in der Kleinstadt Shirley Falls, New England: Der allseits beliebte Mathematiklehrer Mr. Robertson verlässt die Stadt, Isabelle schneidet ihrer sechzehnjährigen Tochter Amy wutentbrannt die langen blonden Locken ab, und Amy wünscht sich weit weg. Sie hält es kaum noch aus, mit ihrer verhassten und doch geliebten Mutter unter einem Dach zu leben. Und Isabelle, die Amy ganz allein großgezogen hat und stets um Anerkennung kämpfte - Isabelle muss sich eingestehen, dass ihre Wut auf die Tochter nicht nur wegen Mr. Robertson so groß ist; sie ist auch neidisch ...

Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine, geboren. Für ihren Roman "Mit Blick aufs Meer" bekam sie 2009 den Pulitzerpreis. "Die Unvollkommenheit der Liebe" wurde für den Man Booker Prize 2016 nominiert. "Alles ist möglich" wurde 2018 mit dem Story Prize ausgezeichnet, erhielt ein überwältigendes Presseecho in den USA und stand in allen großen Medien auf den Empfehlungslisten. Die Übersetzungsrechte ihres neuen Romans wurden in bisher 17 Länder verkauft. Elizabeth Strout lebt in Maine und in New York City.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641059552
    Verlag: btb
    Serie: btb 74249
    Originaltitel: Amy and Isabelle
    Größe: 931 kBytes
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Amy & Isabelle

" 25 (S. 306-307)

Der Dienstag nach dem 1. September war kühl, schon fast kalt. Die Frauen im Großraumbüro arbeiteten leise und gleichmäßig, zupften ihre Strickjacken zurecht. In der Kantine verweilten sie bei Kaffee oder Tee, befingerten träge das von ihren Butterbrotpaketen übriggebliebene Einwickelpapier. Lenora Snibbens, die in ihrem marineblauen Rollkragenpullover adrett und reif aussah, fragte Rosie Tanguay, welche Gewürze sie für Rindereintopf verwendete. "Salz und Pfeffer", sagte Rosie.

"Nur Salz und Pfeffer, sonst nichts." Lenora nickte, aber eigentlich ging es ihr gar nicht darum; ihre Frage hatte nur dazu gedient, das Ende einer Fehde zu signalisieren. Alle verstanden das und hegten ebenfalls den Wunsch, daß im Büro jetzt Frieden herrschen möge; Dottie Brown hatte letzte Woche leise bekanntgegeben, daß ihr Mann sie nach achtundzwanzig Ehejahren wegen einer jüngeren Frau verlassen habe und daß sie weiter nichts dazu sagen werde.

Die Frauen respektierten das. Diejenigen, die darüber reden wollten, taten es abends am Telefon; tagsüber arbeiteten sie still. Dotties Mißgeschick ließ sie dankbar sein für alles Gute, das ihr eigenes Leben ihnen bescherte. Isabelle Goodrows Schreibtisch blieb aufgeräumt und unberührt, der Stuhl war darunter geschoben. Sie hatte Urlaub genommen, das war alles, was sie wußten. Aber als davon die Rede war, daß Teenager den Leichnam des Mädchens Debby Kay Dorne in Hennecock im Kofferraum eines Autos auf einem Feld gefunden hatten, hüteten sich Dottie Brown und Fat Bev davor, einander Blicke zuzuwerfen.

"Hoffentlich finden sie den Kerl und verhaften ihn", sagte Rosie Tanguay kopfschüttelnd. "Und hängen ihn an den Zehennägeln auf", sagte Arlene Tucker. "Haben sie keine Fingerabdrücke?" fragte Rosie und zog am Teebeutelfaden im Becher, den sie in der Hand hielt. "Oder das Autokennzeichen?" "Fingerabdrücke halten sich nicht über Monate", sagte Fat Bev. "Jedenfalls nicht im Freien. Und das Auto ist von dem alten Bauern, dem die Felder seit Jahren gehören. Elvin Merrick. Da draußen bei ihm liegen immer alte Autos rum. Es heißt, ein Teil von seinem Land ist praktisch eine Müllkippe."

"Dafür hat er schon eine Verwarnung gekriegt. Hast du das in der Zeitung gelesen?" Bev nickte. "Aber sie werden den finden, der es getan hat", sagt sie. "Heutzutage können sie Fasern aufspüren und rauskriegen, daß sie zu einem Teppich in einem ganz anderen Staat gehören." "Erstaunlich, was sie heute alles machen können", pflichtete Dottie Brown ihr bei. (Allerdings sollte dieser Fall nie aufgeklärt werden; in den kommenden Jahren sollte niemand herausfinden, wer Debby Kay Dorne getötet hatte.) "Wißt ihr noch, wie Timmy Thompson in seiner Scheune eine Leiche gefunden hat?" fragte Arlene Tucker."

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