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Ange-Pitou - Band 2 oder: Die Erstürmung der Bastille von Dumas, Alexandre, d. Ält. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.03.2016
  • Verlag: Nexx
eBook (ePUB)
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Ange-Pitou - Band 2

'Ange Pitou' ist der dritte Teil der vierbändigen Romanreihe 'Memoiren eines Arztes', zu der auch 'Joseph Balsamo' und 'Das Halsband der Königin' gehören, die Dumas zwischen 1846 und 1855 in den Feuilletons der Pariser Zeitung La Presse veröffentlichte. Eine Fortsetzung finden die Memoiren dann noch in 'Die Gräfin von Charny'.

Alexandre Dumas der Ältere (1802-1870) wächst als Sohn eines napoleonischen Generals in der nordfranzösischen Provinz auf. Früh verwaist und arm, begibt er sich als Neunzehnjähriger nach Paris, wo er zum Theater will. Weltbekannt wurde er durch "Der Graf von Monte Christo" und "Die drei Musketiere".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 15.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958705395
    Verlag: Nexx
    Größe: 427kBytes
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Ange-Pitou - Band 2

Sebastian Gilbert

In dem Augenblick, wo Gilbert erschien, machten die Enthusiasten den Vorschlag, die Gefangenen im Triumph umherzutragen, welcher Vorschlag einstimmig angenommen wurde.

Gilbert hätte sehr gewünscht, dieser Huldigung zu entgehen, aber es war nicht möglich; er, Billot und Pitou waren bereits erkannt.

Das Geschrei: Nach dem Stadthaus! nach dem Stadthaus! erscholl abermals, und Gilbert sah sich auf die Schultern von zwanzig Personen zugleich emporgehoben.

Vergebens wollte der Doktor widerstehen, vergebens teilten Billot und Pitou ihre kräftigsten Faustschläge an ihre Waffenbrüder aus: die Freude und die Begeisterung hatten die Haut des Volkes abgehärtet. Faustschläge, Schläge mit Piken-Schäften, mit Flintenkolben kamen den Siegern wie Liebkosungen vor und verdoppelten nur ihre Berauschung.

Gilbert war also genötigt, sich auf den Schild erheben zu lassen.

Der Schild war ein Tisch, in dessen Mitte man eine Lanze aufgepflanzt hatte, die dem Triumphator als Stützpunkt dienen sollte.

So beherrschte der Doktor Gilbert diesen Ozean von Köpfen, der von der Bastille nach der Arcade Saint-Jean seine Wogen schlug, ein Meer voller Stürme, dessen Wellen mitten unter Piken, Bajonetten und Waffen von allen Arten, von allen Formen und Epochen die Gefangenen im Triumph davontrugen.

Doch zu gleicher Zeit wälzte der erschreckliche, unwiderstehliche Ozean eine andere Gruppe fort, die so fest zusammengedrängt war, dass sie eine Insel zu sein schien. Diese Gruppe führte de Launay als Gefangenen weg. In ihrem Umkreis machten sich nicht minder geräuschvolle, nicht minder enthusiastische Schreie hörbar, doch es waren keine Siegesrufe, sondern Todesdrohungen.

Von dem erhabenen Punkt aus, wo er sich befand, verlor Gilbert nicht den kleinsten Umstand von dem furchtbaren Schauspiel.

Unter all den Gefangenen, denen man die Freiheit wiedergegeben, war nur Gilbert im vollen Besitz seiner Fähigkeiten. Die fünf Tage Gefangenschaft bildeten nur einen dunkeln Punkt in seinem Leben. Sein Auge hatte nicht Zeit gehabt, in der Finsternis der Bastille zu erlöschen oder schwach zu werden.

Seit seinem Abgang aus der Bastille war der Marsch des Gouverneurs der Anfang seiner Hinrichtung.

Elie, der das Leben von Herrn de Launay unter seine Verantwortlichkeit genommen hatte, ging an der Spitze, beschützt durch seine Uniform und die Bewunderung des Volks, das ihn zuerst hatte ins Feuer gehen sehen. Er hielt in der Hand, an der Spitze seines Degens, das Billet, das Herr de Launay durch eine der Schießscharten der Bastille dem Volke hatte zukommen lassen. Nach ihm kam der Aufseher der königlichen Steuern, die Schlüssel der Festung in der Hand haltend; dann Maillard mit der Fahne; dann ein junger Mann, der das Reglement der Bastille, von seinem Bajonett durchlöchert, zeigte, ein verhasstes Reskript, kraft dessen so viele Tränen geflossen waren.

Endlich kam der Gouverneur, beschützt durch Hullin und zwei bis drei andere, die aber unter der Masse von drohenden Fäusten, unter den geschwungenen Säbeln und den bebenden Lanzen verschwanden.

Neben dieser Gruppe schleppte man den Major von Losme. Der Major von Losme war ein guter, braver, vortrefflicher Mann. Viele Unglückliche hatten ihm, seitdem er in der Bastille war, eine Linderung zu verdanken gehabt. Doch das Volk wusste das nicht, das Volk hatte ihn mit den Waffen in der Hand gefangen genommen. Das Volk hielt ihn nach seiner glänzenden Uniform für den Gouverneur, während der Gouverneur in seinem grauen Rock, ohne irgendeine Stickerei, ohne das Ordensband des heiligen Ludwig, das er mit eigener Hand abgerissen, sich in einen gewissen beschützenden Zweifel flüchtete.

So war das Schauspiel, das

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