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Angst vorm Fliegen von Jong, Erica (eBook)

  • Erschienen: 16.06.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Angst vorm Fliegen

Die Schriftstellerin Isadora Wing reist trotz ihrer Flugangst mit ihrem Mann Bennett, einem Psychoanalytiker, nach Wien. Dort lernt sie seinen Kollegen Adrian kennen, mit dem sie eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Hin und her gerissen zwischen diesen beiden Männern, erkennt Isadora am Ende ihres Abenteuers, dass auch das Ausleben ihrer erotischen Phantasien sie noch nicht zu einem freien Menschen macht.

Erica Jong, die an der Columbia University englische Literatur studierte, begann 1971 ihre literarische Karriere mit Gedichten. Der internationale Durchbruch gelang ihr 1973 mit dem Roman Angst vorm Fliegen, der sich weltweit über 15 Millionen Mal verkaufte und in 27 Sprachen übersetzt wurde. Nach diesem Welterfolg legte sie weitere viel beachtete Romane vor. Ihr turbulentes Leben hat sie 1995 in Keine Angst vor Fünfzig beschrieben. Erica Jong lebt in New York City und Weston, Connecticut.

Produktinformationen

    Größe: 444kBytes
    Herausgeber: Ullstein
    Untertitel: Roman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 480
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783843709996
    Erschienen: 16.06.2014
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Angst vorm Fliegen

Auf dem Weg zum Kongreß
der Träume
oder Die Traumnummer

Bigamie heißt, einen Mann zuviel haben.
Monogamie heißt dasselbe.
– Anonym (von einer Frau)

In der Pan-Am-Maschine nach Wien befanden sich 117 Psychoanalytiker, und mindestens sechs von ihnen hatten mich behandelt. Einen siebenten hatte ich geheiratet. Gott allein weiß, ob ich es der Unfähigkeit der Analytiker oder meiner eigenen fabelhaften Un-Analysierbarkeit zu verdanken hatte – jedenfalls hatte ich jetzt, wenn möglich, noch mehr Angst vorm Fliegen als damals, vor etwa 13 Jahren, als ich mit meinen analytischen Abenteuern begann.

Beim Start nahm mein Mann meine Hand mit therapeutischem Griff in die seine.

"Mein Gott ... eiskalt", sagte er. Er sollte die Symptome inzwischen kennen, da er meine Hand schon während vieler anderer Flüge gehalten hatte. Meine Finger (und Zehen) werden zu Eis, mein Magen macht einen Sprung, bis hinauf in den Brustkasten, die Temperatur meiner Nasenspitze entspricht augenblicklich der meiner Fingerspitzen, meine Brustwarzen richten sich auf und stehen sozusagen stramm vor der Innenseite meines BHs (in diesem Falle meines Kleides, da ich keinen BH trage), und eine grelle Minute lang sind mein Herz und die Triebwerke eins, beim neuerlichen Versuch des Menschen zu beweisen, daß die Gesetze der Aerodynamik nicht bloß auf läppischem Aberglauben beruhen – obwohl ich im Grunde meines Herzens weiß, daß sie das tun. Was immer an diabolischen Erklärungen über die Tragfähigkeit von Flugzeugen in der mehrsprachigen INFORMATION TO PASSENGERS stehen mag – ich persönlich bin davon überzeugt daß nur meine eigene Konzentration (und die meiner Mutter, die fest damit zu rechnen scheint, daß ihre Kinder bei einem Flugzeugabsturz umkommen) diesen Vogel in den Lüften halten. Ich beglückwünsche mich zu jedem gelungenen Start, jedoch nicht allzu enthusiastisch, denn es gehört ebenso zu meiner persönlichen Überzeugung, daß ich glaube, sobald man sich zu lässig in Sicherheit wiegt, die Maschine im nächsten Augenblick abstürzt. Immerwährende Wachsamkeit, das ist meine Devise. Eine Art zurückhaltender Optimismus sollte vorherrschen.

Doch mein Gemütszustand wäre treffender als zurückhaltender Pessimismus zu bezeichnen. Okay, sage ich mir, es scheint, daß wir die Erde verlassen haben und uns in den Wolken befinden, doch ist die Gefahr nicht gebannt. Denn dies ist die allergefährlichste Ecke, hier, hoch obenüber der Bucht von Jamaika, wo die Maschine in Schräglage geht und ihren neuen Kurs einschlägt und das "no Smoking"-Zeichen verlöscht. Es könnte durchaus sein, daß wir gerade hier in Tausenden von lichterloh brennenden Fetzen in die Tiefe sausen. Also konzentriere ich mich aufs äußerste und helfe dem Piloten (eine beruhigend-ermutigende Stimme mit dem Akzent des Mittelwestens namens Donnelly), seine 250 Passagiere fassende Scheißmaschine in der Luft zu halten. Gedankt sei Gott für seinen Bürstenhaarschnitt und seinen Akzent. Ich als New Yorkerin würde einem Piloten, der spricht wie ich, niemals Vertrauen schenken.

Sobald auch das "Fasten Seat belt"-Zeichen verlöscht und Bewegung in die Leute kommt, sehe ich mich nervös um, wer alles mitfliegt. Dort sitzt die vollbusige Psychoanalytikerin Rose Schwamm-Lipkin, die ich kürzlich aufgesucht habe, um mit ihr zu beraten, ob ich meinen derzeitigen Analytiker (der gottlob nicht anwesend zu sein scheint) aufgeben soll oder nicht; dort Dr. Thomas Frommer, der harsche teutonische Experte auf dem Gebiet der pubertären Magersucht, der er

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