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Anna Forster erinnert sich an die Liebe Roman von Hepworth, Sally (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.06.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Anna Forster erinnert sich an die Liebe

Auch wenn du deine Erinnerung verlierst, wirst du doch nie die Liebe vergessen ...
Anna Forster ist erst achtunddreißig, als sie die erschütternde Diagnose Alzheimer erhält. Sie weiß, dass ihr Zwillingsbruder Jack nur ihr Bestes will, und dennoch tut es weh, als er ihr vorschlägt, in ein betreutes Wohnheim zu ziehen. Sie weiß außerdem, dass in der Einrichtung nur eine weitere Person in ihrem Alter lebt - Luke, mit dem sie so viel mehr verbindet als mit allen anderen Menschen, die sie kennt. Anna und Luke verlieben sich ineinander, doch nach einem tragischen Vorfall setzen ihre Familien alles daran, die beiden zu trennen. Nur eine Person kann dem Liebespaar helfen: die Köchin Eve, die selbst einen schweren Schicksalsschlag verkraften musste. Doch ist sie bereit, alles für Anna und Luke aufs Spiel zu setzen?

Sally Hepworth ist gebürtige Australierin, verbrachte jedoch viel Zeit damit, um die Welt zu reisen. Sie lebte in Singapur, Großbritannien und Kanada, wo sie als Eventmanagerin und im Personalwesen arbeitete. 2009 kehrte sie zurück nach Australien und wandte sich ganz ihrer großen Leidenschaft, dem Schreiben, zu. Sally Hepworth lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Melbourne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 25.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641201784
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: The Things We Keep
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Anna Forster erinnert sich an die Liebe

Kapitel 1
Anna

Fünfzehn Monate zuvor ...

Niemand traut dem, was ich sage. Wenn ich zum Beispiel darauf hinweise, dass der Toast verbrennt oder dass gleich die Sechsuhrnachrichten kommen, sind alle ganz erstaunt. Unfassbar! Jetzt kommen tatsächlich gleich die Sechsuhrnachrichten. Gut gemacht, Anna. Wenn ich nicht erst achtunddreißig wäre, sondern achtundachtzig, wäre es mir vielleicht egal. Oder auch nicht. Seit meinem Einzug ins Rosalind House, einem Heim für betreutes Wohnen, sehe ich die Nöte älterer Menschen mit anderen Augen.

"Anna, das ist Bert", sagt jemand, als ein Mann mit seiner Gehhilfe vorbeischlurft. Man hat mir schon ein halbes Dutzend Leute vorgestellt, die alle mehr oder weniger wie Bert aussehen: alt, grau, gebeugt. Wir sitzen im strahlenden Sonnenschein auf Korbstühlen, und ich weiß, dass Jack mich hergebracht hat, um es für uns beide ein bisschen angenehmer zu machen. Ja, du ziehst in ein Altersheim, aber schau mal, es gibt einen Garten!

Ich winke Bert zu, aber mein Blick bleibt auf Ethan gerichtet, meinen fünfjährigen Neffen, der sich auf der anderen Seite des Rasens von einem Mann in einem blau-rot gestreiften Morgenmantel Geldstücke aus den Ohren ziehen lässt. Meine Laune hebt sich. Ethan witzelt immer, er sei mein Lieblingsneffe, und das stimmt, auch wenn ich es vor anderen abstreite. Er ist der jüngste von Jacks Söhnen und zweifellos der netteste.

Als er vier war, habe ich mal eine Runde auf meinem Motorrad mit ihm gedreht. Brayden oder Hank habe ich gar nicht erst gefragt; ich wusste, dass sie mir erklären würden, das sei zu gefährlich, um es anschließend ihrer Mutter zu petzen. Ethan hat nie gepetzt, soweit ich weiß. Brayden und Hank wissen, was mit mir nicht stimmt - ich erkenne es daran, wie sie ständig zu ihrer Mutter schielen, wenn sie mit mir reden. Ethan dagegen weiß es entweder nicht oder es interessiert ihn nicht. Mir ist egal, was von beidem.

"Und das ist Clara."

Clara steuert in einem beachtlichen Tempo (verglichen mit den anderen Bewohnern) auf uns zu. Vermutlich ist sie über achtzig, aber sie wirkt kräftig und scheint besser beieinander zu sein als die anderen. Mit ihren flaumigen gelb-grauen Haaren erinnert sie mich an ein frisch geschlüpftes Küken.

"Ich freue mich schon die ganze Zeit darauf, Sie kennenzulernen", sagt sie und gibt mir einen kratzigen Kuss. Eine Duftwolke hüllt mich ein. Normalerweise mag ich es nicht, geküsst zu werden, aber bei ihr wirkt diese Geste erstaunlich normal. Und neuerdings achte ich darauf, Leuten, die sich mir gegenüber normal benehmen, Respekt entgegenzubringen. "Sagen Sie es mir, wenn Sie irgendwas brauchen, Herzchen, egal was", sagt sie, bevor sie zu einer riesigen Eiche weiterzieht. Dort angekommen, gibt sie dem Mann in dem blau-roten Morgenmantel einen Kuss auf den Mund, so als würde sie ihr Territorium abstecken.

Neben mir unterhält sich Jack mit Eric, dem Heimleiter - einem untersetzten, rotgesichtigen Mann mit einem buschigen Tom-Selleck-Schnurrbart und einem Kichern, wie man es eigentlich eher von einer Achtzigjährigen erwarten würde. Jedes Mal wenn ich es höre (und das ist ziemlich oft, er scheint jeden Satz damit zu beenden), zucke ich zusammen und halte Ausschau nach einem strickenden Altdamenkränzchen. Er und Jack unterhalten sich, und ich höre zu, ohne viel mitzukriegen. "Wir bieten eine Menge Aktivitäten an ... dafür sorgen, dass sie aktiv bleibt ... Pflege und Aufsicht rund um die Uhr ... Erfahrung mit Demenz ... die beste Unterbringung für sie ..."

Bla, bla, bla. Erics geradezu verzweifeltes Bemühen, einen guten Eindruck zu machen, hätten Jack und mich vor ein paar Jahren einen bedeutungsvollen Blick wechseln lassen, aber jetzt schluckt Jack es einfach. Weder bemerkt er Erics falsches Lachen noch die etwas zu eng sitzende Chinohose noch den Blick, der alle paar Sekunden nach rechts (in Richtung meines Busens) wandert. Für Eric sp

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