text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Anna kehrt heim von Raspel, Gabriele (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.06.2015
  • Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Anna kehrt heim

Die Kirchenmalerin Anna kehrt in ihre bayerische Heimat zurück, um die Ägidius-Kapelle zu restaurieren. Zu ihrem Leidwesen steht ihr dabei der attraktive, aber äußerst arrogante Martin zur Seite. Und als wäre dies nicht genug, mietet er auch noch ein Zimmer in ihrem Elternhaus. Doch trotz anfänglicher Reibereien findet Anna immer mehr Gefallen an ihrem Kollegen. Gerade als die beiden sich langsam näherkommen, trifft Anna auf ihre Jugendliebe Christoph. Wegen ihm hat sie damals das Dorf verlassen. Immer noch löst er bei ihr Herzklopfen aus, und so steht Anna nun zwischen zwei Männern. Völlig verwirrt muss sie sich entscheiden: Mit wem kann sie ihr Glück finden? Erst als sie in große Gefahr gerät, wird ihr klar, wem ihre Liebe gilt. Zu Gabriele Raspels Repertoire gehören vor allem moderne Heimatromane, Kurzgeschichten und Krimis. Im Rosenheimer Verlagshaus sind von der Autorin bereits sieben Romane, darunter 'Der Ruf der Heimat', 'Wenn der Almrausch blüht', 'Das Zaubertal' und 'Sehnsucht nach den Highlands' erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 09.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783475545092
    Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
    Größe: 3011 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Anna kehrt heim

1

Oktober. Ein dunstiger Mittwochvormittag, der alle Farben verschluckte und die Welt in ein diffuses Grau verwandelte. Auch für morgen hatte der Wetterbericht einen weiteren mulmigen Nebeltag versprochen, der einen über die Maßen heißen Sommer verabschiedete. Doch nichts und niemand konnte Anna bedrücken - nicht die über die Berge ziehenden Wolken und nicht der feine Nieselregen, der soeben eingesetzt hatte. Sie hatte eine gute Arbeit abgeliefert, nun lagen drei freie Tage und das Wochenende vor ihr. Nur noch eine kurze Besprechung zu dem neuen Projekt, dann hatte sie frei.

Anna setzte den Blinker und bog auf den gepflasterten Vorplatz der Werkstatt. Sie hatte ihr Ziel erreicht. Sie stieg aus, schloss das Auto ab und betrat den Flachbau mit den Glasfronten, hinter denen sich die Büros der Maler- und Restaurierungs-Werkstatt befanden, bei der sie arbeitete. "Guten Morgen, Evelyn", begrüßte sie die Chefin, eine hochgewachsene Schönheit mit naturblonden Locken, die mit Kämmchen hochgesteckt waren. Als ihr Blick auf Evelyns perfekt manikürte Nägel fiel, dachte Anna wie üblich, dass ihre eigenen auch bald mal wieder einer Verschönerung bedurften.

"Guten Morgen, Anna. Lange nicht gesehen. Schön, dass du wieder im Lande bist", strahlte Evelyn Weinzierl. "Herbert und Martin sind schon nebenan. Wir haben uns wirklich gefreut, wie zufrieden der Auftraggeber mit deiner Arbeit ist. Gratulation."

"Danke. Das hört man gern. Also dann, auf zum nächsten Projekt." Anna lachte glücklich und betrat das Büro ihres Chefs. Herbert Weinzierl stand am Fenster und wandte sich zu ihr um, als sie die Tür öffnete.

"Ah, schön dich zu sehen", begrüßte er sie herzlich und streckte ihr die Arme entgegen. Seine imposante Erscheinung ließ jeden Raum winzig erscheinen; seine Energie war für manch einen ansteckend, andere lähmte sie. Anna fand ihn mitreißend.

"Morgen, Herbert." Sie strahlte ihn an und ließ sich kurz umarmen. Dann nickte sie knapp in Richtung des zweiten Mannes im Raum: Martin Weber, ein Kollege. Mit ihm hatte sie bisher nur flüchtig Kontakt gehabt, da ihre Arbeit sie für ein Vierteljahr nach Eisenach geführt und er erst vor knapp einem halben Jahr bei den Weinzierls angefangen hatte. "Guten Morgen, Herr Weber."

Höflich grüßte er zurück.

Herbert Weinzierl ließ sich am Schreibtisch nieder. Auch jetzt noch wirkte er sehr dominant. Als Anna ihm zum ersten Mal begegnet war, hatte er auf sie beinahe Furcht einflößend gewirkt. Doch in den vielen Jahren, die sie nun in der Firma tätig war, hatte sie gelernt, dass hinter dem mächtigen Äußeren ein herzlicher und mitfühlender Mensch steckte. Sein dichtes helles Haar, mittlerweile von weißen Strähnen durchzogen, trug er ziemlich lang, doch es stand ihm prächtig. Er war groß - geschätzt mindestens eins neunzig - und kräftig gebaut.

Als Anna ihn mit sechzehn bei Antritt ihrer Lehre kennengelernt hatte, war sie auf Anhieb in ihn verliebt, was ihren Arbeitseifer nicht wenig beeinflusste. Noch heute war sie bestrebt, ihn und seine Frau nicht zu enttäuschen. Sie war zwar nicht mehr in ihn verknallt, doch mochte sie ihn wie am ersten Tag, ebenso wie seine Frau. Herbert war ein Frauentyp, aber Evelyn klug und weise - ein echter Schatz. Und stets in seiner Nähe, wenn er nicht gerade eine neue Kirche oder ein historisches Gebäude in Augenschein nahm, um es von seinen Mitarbeitern restaurieren zu lassen. Früher hatte er selbst mit auf den Baustellen gearbeitet und war oft von seiner Frau - Kinder hatten sie zu ihrem Leidwesen keine - getrennt gewesen, doch für seine eheliche Treue hätte Anna die rechte Hand ins Feuer gelegt.

Sie ließ sich neben Martin Weber nieder, der lässig in einem Sessel ein Bein über das andere geschlagen hatte - unpassend in Gegenwart des Chefs, befand sie streng. Er war ein gut aussehender Typ, dem die Frauen wahrscheinlich auch in Scharen nachliefen. Er behandelte sie manchmal mit leisem Spott, der sie

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen