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Anne - verehrt und begehrt von Wilson, Gayle (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.09.2015
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Anne - verehrt und begehrt

England, 1813: Die liebreizende Anne Darlington verzaubert die Sinne von Major lan Sinclair, wie er es nie für möglich gehalten hätte. Doch lan weiß, dass diese Liebe nicht sein darf! Denn seit einer schweren Kriegsverletzung, verursacht durch die Feigheit von Annes Vater Colonel Darlington, ist lan dem Tode geweiht und kann die junge, betörend schöne Anne niemals glücklich machen. Davon ahnt sie nichts. Sie weiß nur, dass sie vom ersten Moment an, als sie lan - im Testament ihres Vater zu ihrem Vormund bestimmt - begegnet ist, ihr Herz an ihn verloren hat. Und so sind all seine Bemühungen, für Anne während zahlreicher Weihnachtsbälle einen geeigneten Ehemann zu finden, zum Scheitern verurteilt. Denn niemals wird sie einen anderen als lan lieben...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 07.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954460434
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 1275 kBytes
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Anne - verehrt und begehrt

1. KAPITEL

"Verzeihung", sagte Anne Darlington und hob, auf dem Steinboden kniend, endlich den Blick, in der Hand den verschmutzten Saum von Sally Eddingtons wollenem Unterrock, der gekürzt werden musste, damit die Kleine ihn beim Gehen nicht über den Boden schleifte. Ihre Näharbeit, die sie verrichtete, während die Sechsjährige den Unterrock anbehielt, hatte sie so in Anspruch genommen, dass sie den ersten Teil der Nachricht, die die Vorsteherin ihr überbringen ließ, überhörte.

"Es ist dein Vormund", sagte Margaret Rhodes wichtigtuerisch. "Er ist gekommen, um dich über Weihnachten nach Hause zu holen."

"Wie schön für dich, Sally", sagte Anne. Sie nähte hastig einen großen Stich, beendete ihr Werk mit einem festen Knoten und biss den Faden ab, ehe sie hinzusetzte: "Ich wusste gar nicht, dass du heute abreisen sollst."

Tatsächlich hatte sie gar nicht gewusst, dass Sally einen Vormund hatte. Anne konnte sich deutlich erinnern, dass das kleine Mädchen die letzten Ferien im Internat verbracht hatte. Es gab nur eine Hand voll Zöglinge, die das mussten, und da Anne selbst immer zu ihnen gehörte, wusste sie, wer die anderen waren. Und kannte deren Geschichte.

Den Verlust der Mutter, meist im Kindbett nach dem nächsten, zu rasch empfangenen Kind. Die neuerliche Heirat des Vaters etwa. Oder sein mangelndes Interesse.

Anne nahm an, dass auch sie in letztere Kategorie fiel, doch hatte sie schon längst aufgehört, sich über das Desinteresse ihres Vaters den Kopf zu zerbrechen. Tatsächlich war sie ihm dankbar für die Erziehung, die er ihr angedeihen ließ, auch wenn sie auf seine Nähe verzichten musste. Erst vor kurzem hatte Mrs. Kemp ihr hier eine Stelle als Lehrerin für das kommende Schuljahr angeboten.

Dann werde ich nie fortgehen müssen, dachte Anne zufrieden. Sie zupfte Sallys Rock zurecht und strich das karottenrote Kraushaar glatt, von dem das Sommersprossengesicht der Kleinen umrahmt war.

"Aber ich gehe nicht fort", sagte Sally, deren Augen bei dieser Vorstellung ganz rund wurden.

"Nicht sie , du Dummchen" , berichtigte Margaret den Irrtum. "Dich holt er ab."

Anne drehte den Kopf und sah nun erst Margaret an. "Mich?" wiederholte sie erstaunt.

"Und Mrs. Kemp sagt, dass du ihn nicht warten lassen darfst."

Anne wollte protestieren, ließ es dann aber sein. Was immer im Gange sein mochte, es war eine Abwechslung in der üblichen nachmittäglichen Routine des Naseputzens und Abhörens von Hausaufgaben.

Entweder erlaubten sich die Mädchen einen Scherz, oder es handelte sich um einen Irrtum. So oder so, wenn sie mitging, war es unterhaltsamer als ihre gegenwärtige Tätigkeit.

"Na, da kann ich ihn natürlich nicht warten lassen", sagte Anne munter. "Sicher ist er aus London gekommen."

"Das weiß ich nicht", vertraute Margaret ihr an. "Aber er kam in einer schicken Kalesche mit dem flottesten Vierergespann, das man sich vorstellen kann."

"Wenn Mrs. Kemp dich so reden hört, wirst du ganz flott was zu hören bekommen", warnte Anne die Kleine.

Sie milderte die Ermahnung mit einem Lächeln und lief auch schon, gefolgt von den kleinen Mädchen, den breiten Korridor entlang. Kein gutes Beispiel, hätte Mrs. Kemp gerügt, zumal von jemandem, der Lehrerin werden wollte.

Da aber die Pensionatsvorsteherin nicht zugegen war, sah Anne keinen Grund, nicht zu laufen und ihre überschüssige Energie abzureagieren, die sich durch das vom Wetter bedingte Eingeschlossensein aufgestaut hatte. Wie froh würde sie sein, wenn der Frühling kam und sie wieder Felder und Wälder durchstreifen konnte.

Als sie sich der offenen Tür des Büros näherte, verlangsamte sie ihren Schritt und steckte ein paar lose Strähnen in den ordentlichen Knoten, dem sie entschlüpft waren, richtete die Schultern ihres Kleides aus billigem Wollstoff zurecht und strich das Leibchen glatt. Dann warf sie einen hastigen Blick hinter sich, um Margarets Ersche

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