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Arizona Legenden 04: Wie Wölfe aus den Bergen von Egli, Werner J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.07.2014
  • Verlag: BLITZ-Verlag
eBook (ePUB)
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Arizona Legenden 04: Wie Wölfe aus den Bergen

Delgado und die Yavapai-Apachen von Chief Big Rump haben sich in eine unwegsame Bergregion der Apacheria zurückgezogen. Doch die US-Armee hat sich inzwischen mit den Todfeinden der Apachen, den Pima und Maricopa aus dem Tal des Gila River, verbündet. Der berüchtigte Indianerkiller Jim Fletcher führt eine Bande von Pima und einen Trupp Kavallerie unter Lieutenant C.C.C. Carr gegen die Yavapai. Während die Soldaten im Hornitos Canyon eine Höhle belagern, in der die Frauen und Kinder der Yavapai Zuflucht gefunden haben, treffen Delgado und Fletcher aufeinander. Ein großer historischer Roman aus der Zeit der Indianerkriege. Band 2 der erfolgreichen Delgado-Trilogie.

Werner J. Egli absolvierte die Primar- und Sekundarschule in Luzern, Schweiz. Danach machte er eine Lehre als Positiv-Retuscheur und arbeitete mehrere Jahre als Grafiker und Werbetexter im Atelier Max Koch in Luzern. In dieser Zeit fing er an zu schreiben. Eglis erste Arbeiten waren erfolgreiche Krimis und Westernromane, die er unter verschiedenen Pseudonymen verfasste. 1970 bis 1973 war Egli mit seiner damaligen Lebensgefährtin Paula und dem Halbwolf Dusty in Nordamerika 'on the road'. Über diese Reise verfasste er seinen Klassiker in der Jugendliteratur 'Heul doch den Mond an', der in einer Neufassung 2009 im Kyrene Literaturverlag, Innsbruck/Wien erschien. Zurück in Europa, schrieb Egli seinen ersten Roman für Erwachsene. 'Im Sommer als der Büffel starb' fand 1973 im deutschsprachigen Europa grosse Beachtung und wurde zum Bestseller. Es folgten weitere historische Romane, die im C. Bertelsmann Verlag und Scherz Verlag veröffentlicht wurden. Seit 2008 veröffentlicht Egli seine Romane beim Kyrene Literaturverlag, wo bisher 'Without A Horse' und 'Blues für Lilly' erschienen sind. Die meisten seiner Jugendbücher erscheinen im Verlag Carl Ueberreuter. Der Humanist Werner J. Egli gehört heute zu den erfolgreichsten Schriftstellern Europas. Seine Jugendbücher und Romane für Erwachsene wurden in viele Sprachen übersetzt. Seine Texte sind ironisch, bissig und meist von tieferer Bedeutung. Heute lebt Egli in Zürich, in Freudenstadt und in Tucson.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 03.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957194046
    Verlag: BLITZ-Verlag
    Serie: Arizona Legenden Bd.4
    Größe: 2633 kBytes
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Arizona Legenden 04: Wie Wölfe aus den Bergen

PIMA JIM FLETCHER

Der Bighorn-Bock stelzte aus dem Waldschatten heraus, als die Sonne aufging und mit ihren Strahlen den Dunst durchbrach. Das erste Licht floss wie Gold von den zerklüfteten Felsformationen, die am Rande eines Hochplateaus in den Himmel ragten. Im Halbschatten der Kiefern standen sechs Schafe, die mit ihren großen, weit auseinanderstehenden Augen den Bock beobachteten, so als ob sie auf ein Zeichen warteten, mit dem er ihnen erlaubte, den schützenden Wald zu verlassen.

Der Bock blieb stehen. Er äugte in alle Richtungen, spielte mit den Ohren und sog die kühle Morgenluft ein. Am Ende des Plateaus, dort wo ein Steilhang in das Tal abfiel, tauchte aus dem Gestrüpp ein kleiner Fuchs auf. Er sah den Bock, drehte sich um und lief mit hängendem Schwanz davon. Hoch über den Felsen flogen zwei Falken, tanzten im Wind, tauchten in die blauen Schatten der Berge ein und stiegen wieder auf, wo der Schnee des letzten Winters glitzerte. Der Bock beobachtete alles. Er wollte sicher sein, denn er kannte die Gefahren, die auf ihn und seine Schafe warteten. Er kannte den Puma, und er kannte die Wölfe als effiziente Jäger. Und er kannte die Menschen als die gefährlichsten aller Feinde.

Erst als er nicht die geringste Andeutung einer Gefahr wahrnehmen konnte, ging er zum Rand des Plateaus und blickte hinunter in das enge Tal, in dem noch vereinzelte Nachtschatten nisteten. Ein schmaler Bach schlängelte sich durch satte Wiesen, die mit silbernem Tau bedeckt waren. In den Weidenbüschen unterhielten sich ein Arizona-Cardinal-Weibchen und ein Männchen. Dunkle Spuren von Hasen durchzogen die glitzernden Wiesen. Ein gefleckter Skunk tauchte kurz unter einem Busch auf und verschwand sofort wieder. Der Bock hatte sich nach seinen Schafen umgedreht. Sie kamen aus dem Wald heraus. Ein paar Lämmchen folgten ihnen, staksten auf ihren dünnen Beinchen herum und jagten in noch ungelenken Bocksprüngen ausgelassen hintereinander her.

Es war ein friedlicher Morgen. Dort, wo die Sonne hinreichte, wurde es schnell warm. Der Tau trocknete. Dunstschleier hoben sich, strichen an den Hängen entlang und lösten sich schnell auf. Der Bock blieb auf der Wiese stehen, während die Schafe durch die Büsche zum Bach gingen. Der spitze, lang gezogene Schrei eines Falken durchbrach die trügerische Stille. Der Bock hob den Kopf, regungslos, das mächtige Geweih mit den spitzen blanken Enden zurückgelegt. Er blähte die Nüstern, nahm Witterung auf und spürte die plötzliche Gefahr, in die er sein Rudel geführt hatte. Jäh drehte er sich um, stieß ein paar warnende Laute aus und jagte mit weiten Sprüngen davon. Die Schafe und die beiden Lämmer brachen durch die Büsche und hetzten hinter dem Bock her, der einen Vorsprung von etwa hundert Yards hatte.

Nur eines der Schafe blieb etwas zurück. Es war das Schaf mit dem krummen Vorderlauf. Und dort, wo der Bach eine große Schleife machte, dort wurde dieses Schaf von einem Pfeil getroffen, der seinen Hals durchbohrte. Blut. Das Schaf überschlug sich mitten im Lauf, blökte, schlug mit allen vieren wild um sich und wälzte sich im taunassen Gras, bis seine Kräfte nachließen und der Widerstand langsam erlosch. Nach einer Weile lag es still, atmete nur noch, und das Blut quoll aus der Wunde und lief über das Fell ins Gras.

Der junge Apache, der den Pfeil abgeschossen hatte, hieß Rana. Er war fast noch ein Knabe. Erst vor vierzehn Wintern hatte ihn seine Mutter geboren. Sein Vater war Cebolleta, ein Bruder von Wah-poo-eta, den die Weißaugen Big Rump nannten.

Rana wollte das Fell des Bighorn-Schafes, um damit einen Köcher für seine Pfeile herzustellen und eine Hülle fü

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