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Aspasia (Historischer Roman aus Alt-Hellas) Lebensgeschichte der griechischen Philosophin und Redner von Hamerling, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.10.2016
  • Verlag: e-artnow
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Aspasia (Historischer Roman aus Alt-Hellas)

Dieses eBook: 'Aspasia (Historischer Roman aus Alt-Hellas)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Der historische Roman 'Aspasia' hat als Hauptfigur die griechische Philosophin und Redner, die Lebensgefährtin des Perikles. Die Geschichte spielt im 5. Jh. v.u.Z. in Athen und entrollt ein farbiges Sittenbild der Zeit. Robert Hamerling (1830-1889) war ein österreichischer Dichter und Schriftsteller. Hamerling zählte zu seiner Zeit zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 536
    Erscheinungsdatum: 03.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026868620
    Verlag: e-artnow
    Größe: 870 kBytes
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Aspasia (Historischer Roman aus Alt-Hellas)

II. Frau Telesippe
Inhaltsverzeichnis
In wachen Gedanken hatte Perikles seit der Zusammenkunft der Männer im Hause des Pheidias die Nächte hingebracht. Ihn beschäftigte der Schatz von Delos, mit welchem eine neue Zeit für die Macht und Herrlichkeit der Athener gekommen; der Nachklang jener Gespräche, welche im Hause des Pheidias geführt worden waren, hallte beständig in seiner Seele wider, und schloß er, dem Wirbel dieser Gedanken sich zu entziehen, die Augen, so führte ein halbwacher, flüchtiger Traum ihm das anmutreiche Bild der Milesierin zurück, und der feuchte, aphrodisische Glanz ihrer bezaubernden Augen durchstrahlte ihm die Tiefen der Seele.

Mancherlei Pläne, seit langer Zeit erwogen, gärten in Perikles. Schwankende Gedanken befestigten sich allmählich in ihm, und Entschlüsse sprengten über Nacht, wie Rosen, die Knospe.

Sinnend saß er eines Morgens in seinem Gemache. Da kam, ihn zu besuchen, sein Freund Anaxagoras. Seit den ersten Jugendtagen mit dem weisen Klazomenier vertraut, war Perikles so manche Morgenstunde noch immer beschäftigt, mit der offenen, feurigen Seele des Griechen die neuen Offenbarungen in sich aufzunehmen, wie sie kühne Denker jetzt, vor allen Anaxagoras selbst, über kindliche Anschauungen der Väter sich erhebend, aus der Tiefe des sich auf sich selbst besinnenden Geistes zu schöpfen begannen.

Heut aber merkte der weltweise Mann eintretend sogleich, daß Gedanken andrer Art seinen Freund gefangen hielten; er fand den sonst würdevoll Gefaßten erregt und sein Auge von jenem matten Feuer leuchtend, das eine in Gedanken durchwachte Nacht verrät.

"Ist das Volk heute zu einer Versammlung von Wichtigkeit auf den Hügel der Pnyx berufen?" fragte der Greis, dem Olympier ins Antlitz blickend; "ich erinnere mich, nur bei solcher Gelegenheit dich so nachdenklich getroffen zu haben."

"In der Tat versammelt sich heute das Volk", sagte Perikles, "und wichtige Dinge sind es, die ich da zu betreiben mir vorgesetzt habe. Mir bangt, ob ich durchdringen werde ..."

"Du bist Stratege", erwiderte Anaxagoras, "du bist Verwalter der öffentlichen Einkünfte, du bist Leiter der öffentlichen Bauten, du bist Ordner der öffentlichen Feste, du bist - die Götter wissen, wie sie alle heißen, die Aemter und Würden, welche die Athenäer dir mit ordentlichen und außerordentlichen Vollmachten immer wieder von neuem übertragen; gleichviel: du bist, was das allein Wichtige ist und in einem Freistaate die Hauptsache - du bist der große Redner, welchen sie den "Olympier" nennen, weil mit dem Donner deiner Rede eine Art Herrschergewalt verknüpft ist, wie mit dem Donner des Zeus. Und du bist ängstlich?"

"Ich bin es!" versetzte Perikles, "und ich versichere dich, daß ich niemals den Rednerstein der Pnyx besteige, ohne insgeheim die Götter anzurufen, damit meinen Lippen kein unbedachtes Wort entfahre, und damit ich nie einen Augenblick vergesse, daß es Athener sind, zu welchen ich spreche. Du weißt, wie ungeduldig das Volk zuletzt schon geworden, als ich es immer wieder veranlaßte, neue Geldmittel zur Errichtung der mittleren langen Mauer und zur Erneuerung des Piräus zu bewilligen. Und nun hat mich Pheidias beschwatzt, mich mit neuen großen Plänen angesteckt. Sein und der Seinigen gärender Drang soll nicht länger gezügelt, unser Athen soll mit den lang bedachten Werken dieser Männer geschmückt und vor dem ganzen übrigen Hellas verherrlicht werden. Du weißt, ich gehöre zu denjenigen, welche Neues nur mit Bedacht ergreifen, das Ergriffene aber festhalten und mit feurigem Mute betreiben. Und so habe ich auch in dieser Sache mich anfangs viel bedacht; jetzt aber bin ich im stillen vielleicht schon heißer entbrannt als Pheidias selbst und die Seinigen."

"Ist das Volk der Athener nicht warm beseelt, nicht kunstliebend?" sagte Anaxagoras. "Und ist nicht der reiche Schatz von Delos angekommen?"

"Ich fürchte das Mißtrauen", erwiderte Perikles, "welches gehei

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