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Auf dem Jägerstand - Jagdgeschichten von Jaeger, Kurt J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.06.2015
  • Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Auf dem Jägerstand - Jagdgeschichten

Kurt J. Jaeger erzählt heitere und spannende Jagdgeschichten. Er hat als Revierpächter und Jagdaufseher schon viel erlebt. Aus diesem reichen Erfahrungsschatz berichtet er in seinem Buch. Etwa wie nach einem erfolgreichen Pirschgang das erlegte Bockkitz aus einer Felsspalte befreit werden muss. Von der Jagd mit Flinten auf Wildschweine in Afrika, die nicht nur wegen des unbekannten Geländes zu einem echten Abenteuer wird. Von einer Drückjagd, mit ihren strengen Regeln und wie dabei ein Rucksack verloren geht, der später unverhofft wieder auftaucht. Kurt J. Jaegers Geschichten sind teils komisch, teils bewegend, aber immer authentisch.

Kurt J. Jaeger, Sohn eines Liechtensteiners und einer Schweizerin, widmet sich in seiner Freizeit vor allem der Jagd. Da er einen großen Teil seines Lebens in Afrika verbracht hat, befassen sich seine Romane meistens mit der Safarijagd und der neueren Geschichte des Schwarzen Erdteils. Im Rosenheimer Verlagshaus ist von Kurt J. Jaeger bereits 'Und immer lockt das Wild' erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 25.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783475543975
    Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
    Größe: 1516 kBytes
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Auf dem Jägerstand - Jagdgeschichten

Schlagwetter

Die Ende Juli im Rheintal herrschende Sommerhitze schien an diesem Tag unerträglich, und so entschloss sich Kurt schon am frühen Morgen, ins Alpenrevier aufzubrechen, wo er sich die dringend notwendige Abkühlung erhoffte. Dort oben im Valüna-Hochtal auf rund 1600 Metern stand zudem die Chance nicht schlecht, gleichzeitig den seit Langem gesuchten Rehbock im Erlengebüsch oberhalb der Stallung Obersäss auszumachen. Wie viele Male war er jetzt schon den schmalen Pfad dort hochgestiegen, um sich hinter einem prominenten Felsblock einzurichten. Von dort hatte er nämlich über die Schlucht des Wildbaches hinweg einen guten Einblick in den dicht mit Erlengestrüpp bewachsenen Gegenhang.

Schon einige Male hatte er den Bock im Gewirr der Stauden ausmachen können und die gut geperlten Stangen sowie die perfekte Auslage bewundert. Auch die massiven und tief gezogenen Rosenstöcke waren ihm nicht entgangen.

Das richtige Alter musste er haben, davon war Kurt überzeugt, er schätzte ihn auf vier oder fünf Jahre. Schon mehrmals hatte er mit seiner Büchse im Kaliber .243 Winchester auf ihn angelegt, aber zum Schuss war er noch nie gekommen. Nie bekam er mehr als dessen Haupt und vielleicht einen Teil des Trägers zu Gesicht, doch für einen Trägerschuss über das Kar hinweg war es einfach zu weit. Das Risiko eines Fehlschusses war ihm zu hoch. Aber jetzt, zu Beginn der Blattzeit, würde der Bock wohl eher umherziehen, und vielleicht konnte er ihn auch aus der Deckung locken.

Also packte er seine Siebensachen, verstaute sie im offenen Ford MUTT und fuhr zielstrebig der schmalen Schlossstraße folgend nach Triesenberg, wo er die Abzweigung nach Malbun nahm. Die Nachmittagshitze lag wie ein Dunstschleier über dem weiten Rheintal, und selbst der Motor seines MUTT schien mit ihr seine Mühe zu haben. Doch mit zunehmender Höhe sank die Temperatur, und als Kurt in den Steger Tunnel einbog, fühlte er sich endlich der brütenden Hitze entronnen.

Erleichtert bog er nach dem Tunnelausgang dem Saminabach folgend ins Valünatal ein. Nach dem großen Parkplatz beim Stausee zog er auf der Naturstraße eine langgezogene Staubwolke hinter sich her. Sie holte ihn beim ersten Gatter ein, als er die eiserne Sperre wegschwenkte. Ein paar Rinder neben der Straße bestaunten neugierig das Gefährt, als er den Kuhfladen ausweichend weiterfuhr. Immer enger lehnten sich jetzt die Talseiten aneinander. Links drüben stiegen sie als zerfurchte Felswand senkrecht in die Höhe. Dann hatte er die Enge hinter sich. Das Tal öffnete sich, um weiter hinten steil ansteigend im Felsmassiv des Naafkopfs zu enden.

Schon von Weitem erkannte Kurt den silberfarbenen Jeep seines Jagdkameraden Silvio, der bei der Valüner Alpsennerei abgestellt war. Als er neben ihm anhielt, war Silvio eben im Begriff, seinen Rucksack zu schultern. Nach einer freudigen Begrüßung wurden schnell Informationen über den vorgesehenen Ansitzplatz ausgetauscht. Dabei verriet Silvio, dass er den Hochstand nicht weit von hier, unterhalb vom Sand, beziehen würde. Schließlich wurde abgemacht, sich bei Einbruch der Dämmerung wieder bei der Sennerei zu treffen, um in der kleinen Gaststube vielleicht ein Waidmannsheil zu feiern. Ein letztes Winken, dann brauste Kurt mit seinem MUTT auf der Bergstraße aufwärts, dem Talabschluss entgegen.

Bei der Abzweigung zum Waldboden hielt er kurz an. Von hier bot sich ein erster Einblick in den Steilhang oberhalb der Stallungen vom Obersäss. Auch heute vermutete er den Rehbock in der Gegend. Doch es regte sich nichts. Kein noch so kleiner braunroter Fleck leuchtete aus dem Grün des Erlengestrüpps hervor. Also fuhr er weiter die Serpentinen hoch und stellte schließlich sein Gefährt bei einer kleinen Ausbuchtung neben den alten Stallungen vom Obersäss ab. Von dort ging er die restliche Strecke zu Fuß über eine Grashalde bergwärts, bis zum Felsen, den er als Ansitzplatz ausgewählt hatte.

Eine Viertelstunde späte

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