text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Aus der Stille von Laine, Susan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.03.2013
  • Verlag: Cursed Verlag
eBook (ePUB)
6,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Aus der Stille

Wie klingt Liebe? Und was, wenn man sie nicht hören kann... oder will? Andere Stadt, andere Wohnung, andere Abteilung: Polizist Jordan Waters will nach einer Schussverletzung einen kompletten Neuanfang. Was er dabei nicht bedacht hat, sind die Erinnerungen, die er nicht so einfach zurücklassen kann wie sein altes Leben. Jordan hält seine Mitmenschen konsequent auf Abstand, bis unverhofft der taube Sebastian in sein Leben stolpert, dessen unbeschwerte Art so gar nicht zu seinem Handicap passen will. Denn Sebastian hört deutlich mehr, als Jordan lieb ist... Buch 1 der "Senses and Sensations"-Serie

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 296
    Erscheinungsdatum: 21.03.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958235854
    Verlag: Cursed Verlag
    Größe: 1296 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Aus der Stille

Mein großer, schwarzer SUV hatte getönte Scheiben und ein schlichtes Innendesign aus schwarzem Leder. Sonderausstattung. Aufgemotzt bis zum Gehtnichtmehr. Ich liebte mein Auto und ich kümmerte mich jeden Tag vorbildlich darum. Ich nahm selten einen meiner One-Night-Stands darin mit und anders als bei dem Fahrzeug davor hatte ich auch nie Sex darin. Aber das war auch billig genug für diese Art von schnellem, schmutzigem Fick gewesen.

Als ich hinter dem Steuer Platz nahm, glitt Sebastian auf den Beifahrersitz und schnallte sich umgehend an. Wahrscheinlich ein Ergebnis von vielen, tollen Sicherheitsermahnungen in seiner Kindheit , dachte ich, während ich es ihm gleichtat. Ich wandte mich ihm zu, um ihn ansehen zu können, und startete gleichzeitig den Motor.

Er wirkte ruhig und entspannt. In seinem Gesicht war keine Spur von Ärger mehr zu sehen, als hätte er all das beim Verlassen des Hauses komplett an der Türschwelle zurückgelassen.

Blind berührte ich das Touchpad des Navigationssystems, den Blick immer noch auf Sebastian gerichtet, der schließlich bemerkte, dass ich ihn ansah, weil der Motor lief, wir uns aber nicht bewegten.

"Wo wohnst du?", fragte ich und machte als Erklärung eine kleine Geste in Richtung des Navis.

Er gab mir seine Adresse und ich tippte sie ein. Geplante Ankunftszeit in etwa vierzig Minuten. Ich grinste in mich hinein und entschied, dass ich daraus mindestens eine Stunde machen konnte. Ich wollte Sebastians Gesellschaft - und jetzt saß er hier mit mir im Auto fest. Ich würde mein Möglichstes tun, um die Situation auszunutzen.

Als ich den Wagen durch die dunklen, menschenleeren Straßen des Vororts lenkte, wo sich Haus an Haus und Hecke an Hecke reihte, blickte ich durch die Frontscheibe nach oben. Am Nachthimmel waren dunkle, tief hängende Wolken zu sehen, die das Versprechen auf Regen gaben und es sicher auch bald einlösen würden. Kein einziger Stern.

Die Straßenlaternen verströmten ihr gedämpftes Licht in diffusen Lichtkegeln auf den Asphalt, der bereits feucht glänzte. Es musste schon ein bisschen geregnet haben, bevor wir rausgekommen waren, denn die Luft roch nach regennasser Erde.

Eine Weile fuhren wir schweigend, bis Sebastian die Hand nach dem Radio ausstreckte und begann, sich durch die Sender zu tippen. Er drehte die Lautstärke so weit hoch, dass das statische Rauschen zwischen den Radiosendern meine Nerven zucken und die Haare in meinem Nacken sich aufrichten ließ.

Ich packte seine Hand, um ihn aufzuhalten, und sein Blick ruckte zu mir hoch.

"Rock?", fragte ich und seine Brauen zogen sich ein wenig zusammen. Ich wusste nicht, warum, vielleicht hatte er mich nicht verstanden. Es war ziemlich dunkel im Auto. "Du suchst nach Rockmusik, oder? Etwas mit Rhythmus, Schlagzeug und Bass, ja?"

Sein Gesichtsausdruck entspannte sich wieder und er nickte. "Ich kann die Musik fühlen." Er zuckte gleichmütig die Schultern. "Wenn sie laut genug ist."

Ich grinste, auch wenn er mich nicht ansah und deswegen weder meinen Ausdruck sehen konnte, noch ob ich etwas sagte - was ich nicht tat.

Ich hatte einen Rocksender im Radio programmiert, wählte ihn an und drehte die Lautstärke bis zur Schmerzgrenze hoch. Für eine Weile war das Wummern und Kreischen der Musik so durchdringend und lärmend, dass der Rückspiegel zitterte. Ich war nicht taub - aber ich würde es mit Sicherheit bald werden, wenn das noch lange so weiterging -, aber sogar ich fühlte den treibenden Rhythmus in der Karosserie des Autos. Er hallte in meinem Körper wider, ging mir durch Mark und Bein. In Gay-Clubs ging ich so gut wie jedes Mal auf die Tanzfläche, aber heute war das erste Mal, dass ich darüber nachdachte, Musik zu fühlen/

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen