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Ausgerechnet Paul! Digital Edition von Faber, Merle (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.06.2014
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Ausgerechnet Paul!

Serien-Dreh in Berlin: Heiß flirtet die Hutmacherin Mira mit dem sexy Beleuchter Paul. Bis rätselhafte Diebstähle für Unruhe am Set sorgen. Als Mira verdächtigt wird, ermittelt sie auf eigene Faust - und glaubt plötzlich den Dieb zu kennen: Ausgerechnet ihre neue Liebe Paul!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 130
    Erscheinungsdatum: 22.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733788025
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 982 kBytes
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Ausgerechnet Paul!

1. KAPITEL

Die oberste der fünf rosa Hutschachteln unters Kinn geklemmt, die Arme fest um die vier anderen, blickte Mira auf das Schild über dem alten Backsteintor. FILMGELÄNDE BABELSBERG TOR 7 stand dort in großen Lettern. Heute hatte sie den Parkplatz ohne Umwege gefunden. Beim ersten Mal war sie natürlich vor einer Schranke neben einem leeren Wachhäuschen gelandet und hatte zwanzig Minuten lang versucht, mit dem Handy jemanden herbeizuklingeln, der sie auf das Filmgelände ließ. Fast vermisste Mira das Gefühl von Hektik, das sie sonst empfand, wenn sie ihre neuen Hutkreationen vorstellte.

Sie ließ den Blick über die Firmenschilder an der rechten Torseite gleiten. Dort hing ein Stück Papier, das in einer Plastikfolie steckte. Ein dicker roter Pfeil wies nach links. Dahinter stand in krakeliger Schrift: S ophienbad. Immer links abbiegen, hatte der Wachmann ihr das letzte Mal gesagt.

Doch obwohl sie immer links abgebogen war, wusste sie schon hinter der zweiten Studiohalle nicht mehr weiter. Auf der einen Seite standen Kulissen, die aussahen, als hätte man ein schottisches Schloss mit einer bayerischen Alm gekreuzt. Mira schüttelte unwillkürlich den Kopf, und ihre aufgestapelte Pyramide aus Hutschachteln wackelte bedenklich in ihren Armen. Dabei hatte sie bei Mrs. Cory in London gelernt, wie man selbst mit einer Größe von eins sechsundfünfzig zehn Schachteln gleichzeitig sicher über die Regent Street bugsierte. Your daily workout, darling , hatte Mrs. Cory immer gesagt.

Glück gehabt, in der nächsten Halle schob gerade jemand einen Springbrunnen mit einem Gabelstapler durch ein offenes Tor. Von dieser Seite war sie noch nie hereingekommen. Doch das konnte nur die Ausstattung für die erste Staffel der Serie Sophienbad - die Society-Klinik sein.

Plötzlich packte Mira wieder die Aufregung, die sie immer beschlich, wenn sie sich dem Set näherte. Sie, Mira Zimm, arbeitete für das Fernsehen! Ohne den Auftrag für das Filmstudio hätte sie ihren neuen Laden nie anmieten können. Zwei Tage und zwei Nächte hatte sie praktisch durchgearbeitet und fünf Hüte zur Auswahl geschaffen. Groß, klein, bunt, einfarbig, damit einer auf jeden Fall genommen wurde.

In der Mitte der Halle wurden gerade mehrere Stellwände aufgebaut. Eine Massagebank stand auf einer durch grün-weißen Kachelboden markierten Fläche, daneben befand sich ein Rollwagen aus Alu, auf dem bunte Glasfläschchen und ein Stapel grüner Handtücher lagen. Mira hatte keine Ahnung, was in der nächsten Episode passieren würde. Für die Filmleute war alles, was mit dem Sophienbad zusammenhing, immer top secret. Aber irgendwo musste sie jetzt die Schachteln loswerden, sonst würden ihr auch Mrs. Corys Tricks nicht mehr helfen.

"Vorsicht, Kabel!"

"Oops." Mira hob das linke Bein und balancierte vorsichtig auf dem rechten, dann lugte sie über die Hutschachteln nach vorne. Ein Blick aus grauen Augen traf sie. Strahlende Augen, über die ein paar freche dunkle Strähnen fielen. Der Hutschachtel-Turm wackelte, und Mira schob schnell den rechten Arm höher, damit die oberste Schachtel nicht ins Rutschen geriet. Drei Schritte vor ihr hielt ein wahnsinnig gut aussehender Mann ein schweres Kabel in der Hand, das er offenbar bis eben über den Boden geschleift hatte. Jetzt gerade zog der Mann jedoch nicht mehr, sondern starrte sie an. Mira hatte das ungute Gefühl, dass ihr britischer Minirock durch die Tragerei hochgerutscht war. Sie blinzelte in Richtung des wirklich atemberaubenden Kabelmannes. So halb vorgebeugt, wie er stand, traten starke, braun gebrannte Armmuskeln unter dem T-Shirt hervor. Mira versuchte, das Logo auf dem Shirt zu entziffern, doch der wohlgeformte Oberkörper, der von dem Stoff nur knapp verhüllt wurde, lenkte sie zu sehr ab. Dann traf sie wieder ein Blick aus diesen grauen Augen. Mira hätte geschworen, dass die Haare des Mannes genauso dunkelbraun wie ihre war

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