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Auszeit von Kellenberger, Nathalie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.12.2013
  • Verlag: boox-verlag
eBook (PDF)
6,99 €
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Auszeit

Auszeit - eine szenische Lesung. Entstanden ist dieses Buch in enger Zusammenarbeit von Nathalie Kellenberger und Jacqueline Stahl zum Projekt SINN. SINN beinhaltet eine neue Form der Lesung als erlebtes Wort. Die fünf Sinne anzusprechen steht im Zentrum der Idee. kulinarisch, musikalisch und literarisch wird das Publikum Teil des Geschehens. das Konzept zu SINN stammt von Michele Tyler und Tanja Mäder Kubli. Nathalie Kellenberger, geboren 1978 in Schlieren, lebt in Elgg und arbeitet als Softwareentwicklerin. Studium an der ETH Zürich mit Master in Software Engineering und Nebenfach Chinesisch (Sprache und Kultur) sowie Literarisch Schreiben an der SAL Zürich. Publikationen in den Anthologien 'sofort leslich' (2011) und 'Spuren' (2012) im boox-verlag, lobende Erwähnung im Saiten Literaturwettbewerb 2012 und unter den 20 Gewinnern des Schreibwettbewerbs des Landverlag 2013. Jacqueline Stahl, geboren 1962 in Basel, lebt mit Ehemann und drei erwachsenen Söhnen im Aargau. Studium der Kunstgeschichte und Ethnologie in Basel, drei Jahre Tätigkeit im Bankfach in Zürich. Studium Literarisch Schreiben an der SAL Zürich. Publikationen in den Anthologien 'sofort leslich' (2011) und 'Spuren' (2012) im boox-verlag. Schreibt Texte, malt und gestaltet. Leitet seit zehn Jahren eine Literaturgruppe. Zur Zeit Studium der Germanistik an der Universität Zürich.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 115
    Erscheinungsdatum: 04.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783906037097
    Verlag: boox-verlag
    Größe: 681 kBytes
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Auszeit

AUF DEM BAHNSTEIG

LAUTSPRECHER

TGV nach Basel, Mulhouse, Paris Gare de Lyon, Gleis 16. Interregio nach Baden, Brugg, Brig, Gleis 17. Eurocity nach ...

Der Zugbegleiter betritt den Bahnsteig .

ZUGBEGLEITER

Ah, ah, schön, schön. Sie stehen schon alle bereit zur Abreise. Dann wird es Zeit Sie mit Fakten zu füttern. Damit alles klappt. Wie am Schnürchen. Sie verstehen? Ich bin Ihr Zugbegleiter für diese Reise.

Er schaut sich um .

ZUGBEGLEITER

Hm, hm. Voller Zug, wie es scheint. Gemischtes Publikum. Einzelreisende, Grüppchen - aus Erfahrung: es sind im Zug selten grosse Gruppen, ist auch angenehmer. Keine Schulabschlussklasse mit knapper Kasse. Die meisten mieten sich einen Car, einen Komfortcar. Wegen dem Gemeinschaftsgefühl. Sie verstehen!

Ein paar Familien. Nicht zu viele Kleinkinder. Auch gut. Ehepaare - die lasse ich besser zufrieden.

Dicke Dame - dicker Koffer - ich werde mich dünn machen.

Eine Jassgruppe, nur vier - da müssen noch zwei dazu. Hoffentlich geht das gut!

Mit den älteren Damen werde ich keine Probleme haben. Hilfsbereit zeigen, lächeln, alles paletti.

Nicht, dass Sie glauben, ich wäre für den ganzen Zug verantwortlich. Natürlich nicht! Nur für Wagen 22 und 23. Mir reicht's. Sie verstehen schon!

Kai betritt den Bahnsteig. Der Zugbegleiter weist auf ihn .

ZUGBEGLEITER

Allein Reisender, wenig Gepäck, spartanisch sozusagen. Ein Vielreisender, erkenne ich auf den ersten Blick. Bin schliesslich Profi.

Ja, ich weiss mehr. Soll ich es Ihnen verraten?

Das ist Kai.

Tessa betritt den Bahnsteig .

ZUGBEGLEITER

Ah, Tessa! Hübsches Kind. Kein Gepäck, die junge Dame? Ich weiss natürlich Bescheid, aber ich lasse die Katze nicht aus dem Sack, nein, nein. Um das zu erfahren sind Sie schliesslich hier. Alles binde ich Ihnen nicht auf die Nase, etwas müssen Sie schon selbst tun.

Lassen wir das. Der Zug wird gleich einfahren. Stellen Sie sich, wenn es soweit ist, in eine, bitte beachten eine!, Reihe, damit wir Sie einsteigen lassen können auf unsere Reise der Sinne.

LAUTSPRECHER

Gleis 15. Einfahrt des Interregios nach Olten, Solothurn, Grenchen, Biel. Abfahrt 16 Uhr 30. Erste Klasse Sektor A, zweite Klasse Sektoren B und C.

Tessa schaut sich um .

TESSA

Sieht ja aus wie in einer Galerie hier. Wobei, so modern sind die Koffer und Taschen auch wieder nicht, da ist das eine oder andere historische Stück dabei. Ein Museum?

Ich komme mir blöd vor mit meiner Freitag-Tasche. Dabei ist so eine Freitag-Tasche gross, da findet das halbe Leben drin Platz, zumindest meins. Tessa, Tessa, was machst du bloss hier? Dreh um und geh nach Hause. Das ist eine Nummer zu gross für dich . Meine innere Stimme, kennt kein Pardon. Die weist mich stets zurecht und zeigt mir die Notausgänge auf. Und die Signale der Notausgänge blinken gerade in neon-grün vor meinem geistigen Auge. Nein, ich bin nicht verrückt. Was ist mit deinem Gepäck? Lässt sich alles kaufen. Was sagst du bei der Arbeit? Bin ich eben krank, kommt vor, war ich länger nicht mehr. Heute habe ich auf alles eine Antwort. Ich bin kein Krebs mehr, wie er sagt. Ach, daher weht der Wind! Ach, sei doch still.

KAI

Kai verschafft sich einen ersten Überblick. Der Zug wird proppenvoll sein, obwohl Montag ist. Vielleicht sind die Billette am Montag billiger?

Vor ihm steht eine dicke Dame mit schwerem Koffe

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